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Nach mehr als einem Jahr - Künstler Ai Weiwei zurück in Berlin

Nach mehr als einem Jahr Künstler Ai Weiwei zurück in Berlin

Künstler Ai Weiwei vor einem Taxi am Berliner Flughafen
Künstler Ai Weiwei vor einem Taxi am Berliner FlughafenFoto: Laurent Noichl

Er ist der bekannteste Künstler Chinas - und jetzt in Berlin!

Vor mehr als einem Jahr verkündete Ai Weiwei (63), Chinas wichtigster Gegenwartskünstler, seinen Abschied aus Berlin. Grund: Damals hatte der berühmte Exilant dreimal Zoff mit Berliner Taxifahrern gehabt, wurde sogar aus dem Taxi geworfen.

Jetzt ist der Künstler für ein Projekt wieder in Berlin, BILD hat ihn am Flughafen Tegel getroffen - und den bekannten Regimekritiker mit seinen größten Widersachern versöhnt: Berliner Taxifahrer.

Als Ai Weiwei um kurz nach halb 7 den Flughafen Tegel Richtung Taxistand verlässt, sagt er ironisch zu BILD: „Niemand liebt Berliner Taxis mehr als ich.“ Jetzt, direkt nach seiner Ankunft aus London, möchte er die Fehler von damals offenbar wieder gutmachen. Als Zeichen der Versöhnung hockte sich der Künstler nun kurzerhand selbst ans Steuer von Taxifahrer Sinan Demircioğlu (37).

Rollentausch: Ai Weiwei im Taxi von Sinan Demircioğlu
Rollentausch: Ai Weiwei im Taxi von Sinan Demircioğlu Foto: Laurent Noichl

Der fährt bereits zwei Jahren Taxi und gibt sich jetzt besonders Mühe, seinem prominenten Gast alle Wünsche zu erfüllen: „Für mich ist nicht Geld die Nummer eins, sondern das mein Fahrgast mit einem Lächeln wieder aussteigt“, sagt Demircioğlu zu BILD.

Zur Erinnerung: Ai WeiWei war eigentlich dafür bekannt Berlin – und vor allem die Hauptstadt-Taxifahrer – zu hassen. Dreimal wurde der prominente Künstler schon im Streit aus einem Taxi geworfen, äußerte sich nicht nur deswegen kritisch über seine Vergangenheit in Berlin.

Geste der Versöhnung: Ai Weiwei macht ein Selfie mit seinem Taxifahrer Sinan
Geste der Versöhnung: Ai Weiwei macht ein Selfie mit seinem Taxifahrer SinanFoto: Laurent Noichl

Rückblickend erlebte der Künstler seine Zeit in Deutschland als eine der Ausgrenzung, daher zog er 2019 mit seiner Familie in die englische Stadt Cambridge. Zur Begründung sagte er damals zu „Die Welt“: „Deutschland ist keine offene Gesellschaft.“ Ai Weiwei lehrte damals als Gastprofessor an der Berliner Universität der Künste. Trotzdem äußerte er sich im „Welt“-Interview kritisch gegenüber seiner neuen Heimat: „Die deutsche Kultur ist so stark, dass sie nicht wirklich andere Ideen und Argumente akzeptiert. Es gibt kaum Raum für offene Debatten, kaum Respekt für abweichende Stimmen.“

Zurückgekommen nach Deutschland ist der Künstler auf eine Initiative von Jaka Bizilj (48), dem Leiter der Berliner Organisation „Cinema for Peace“. Am Dienstag findet dann die Sonderveranstaltung „Ich bin ein Hongkonger“ statt, bei der Ai WeiWei gemeinsam mit dem Joshua Wong und parlamentarischen Vertretern an einer Podiumsdiskussion teilnehmen wird. Außerdem soll dort der neue Film des chinesischen Künstlers präsentiert werden: „Coronation“. Der Film dokumentiert die Ereignisse in der chinesischen Stadt Wuhan, wo das Coronavirus ausbrach.

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