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Germany

Nach Merz und Spahn - Zieht Laschet im AKK-Nachfolge-Rennen nach?

Er ist der Dritte in der Runde der Favoriten für die Nachfolge von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer - und der Einzige, der sich bislang noch nicht geäußert hatte: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

Friedrich Merz hatte über sein Umfeld seine Ambitionen streuen lassen und diese bei einem Auftritt in Berlin am Donnerstag nicht dementiert. Gesundheitsminister Jens Spahn ließ in einem Interview mit dem „Spiegel“ wissen, er sei bereit, Verantwortung zu übernehmen. Nur Laschet hatte bislang geschwiegen.

Die Erwartungen am Freitagabend in der Stadthalle Kelkheim waren deshalb groß!

Zum 19. Mal hatte die dortige CDU zum politischen „Valentinstreffen“ eingeladen. Es ist eine der populärsten CDU-Veranstaltungen in ganz Hessen. Schon in der Vergangenheit war hier die Politprominenz von CDU und CSU zu Gast: von Angela Merkel (2002) über Helmut Kohl (2003) bis hin zu Horst Seehofer (2010). Auch Laschets Konkurrenten, Jens Spahn und Friedrich Merz, waren schon hier - letzterer sogar gleich zweimal (2005 und 2013).

Karl-Theodor zu Guttenberg verkündete beim Valentinstreffen 2011, dass er seinen Doktortitel nach Plagiatsvorwürfen abgeben werde.

Und so bewegte viele der rund 500 Gäste in der Stadthalle Kelkheim die Frage: Tritt Laschet als Nachfolger von CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer (und möglicher Kanzlerkandidat) an oder kneift er?

Gestellt wurde sie nach über einer Stunde vom JU-Kreisvorsitzenden Fabian Beine: Wenn er bei der Parteivorsitz-Wahl auf Laschet wette, ob er damit richtig läge? Doch Laschet wich aus, verwies auf die Einzelgespräche, die AKK nächste Woche mit allen drei potenziellen Nachfolgern führen wird.

„Es schadet nichts, auch mal ein paar Tage Zeit zum Nachdenken zu haben“, sagte Laschet: „Wir versuchen eine Lösung zu finden, die für die CDU gut ist.“

Und fügte hinzu: Die Wahrscheinlichkeit, dass der nächste CDU-Chef „ein Mann aus NRW“ sei, sei aber sehr hoch. Für diese Prognose muss man freilich kein Hellseher sein: Sowohl Laschet als auch Merz und Spahn stammen aus NRW.

Einige Hinweise, wie sich Laschet die Zumunft vorstellt, konnte man aber dennoch zuvor seiner 45-minütigen Rede entnehmen. In der rief Laschet seine Partei dazu auf, in Zeiten des sich verbreitenden Hasses und politischer Konstellationen der „Unregierbarkeit“ „den Ausgleich zwischen den unterschiedlichen Strängen hinzukriegen“, sagte Laschet und mahnte: „Die CDU darf nicht in dieselbe Spirale rutschen, in die die SPD gerutscht ist. Das erfordert eine Menge Verantwortung von allen.“

Das darf man getrost als Mahnung an Merz und Spahn verstehen, die CDU jetzt nicht in einer erbitterten Kampfkandidatur aufzureiben.

Laschet erinnerte auch an die schlechten Prognosen für die CDU vor der Landtagswahl in NRW 2017 und wie er seine Partei trotz des damaligen Hypes um den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz zum Sieg geführt habe.

Und er formulierte das „Erfolgsrezept“ für eine starke CDU: „Man muss das Bewährte erhalten und sich selbst erneuern.“

Das klingt nicht nach einem Merzschen Bruch mit der Merkel-Ära, sondern nach Kontinuität mit neuem Gesicht. Nach einem wie Laschet.

Der demonstrierte in Kelkheim auch, dass er - wie es sich für einen potenziellen Kanzlerkandidaten gehört - nicht nur den landespolitischen oder nationalen Horizont im Blick hat, sondern die ganze Welt. Länger widmete er sich den Herausforderungen durch den Brexit und der Konkurrenz aus China.

„Wenn wir nicht aufpassen, werden wir technologische Entwicklungen verschlafen, wo andere die Regeln diktieren“, warnte Laschet und verwies nicht ohne eine gewisse Bewunderung auf den Bau des Krankenhauses in Wuhan, das binnen Tagen aus dem Boden gestampft wurde.

Auch zur Gretchenfrage der CDU meldete sich Laschet in Kelkheim zu Wort: „Natürlich werden wir nie mit einer rechten Partei koalieren, kooperieren oder uns dulden lassen“, sagte er mit Blick auf die AfD.

Dies gelte auch für die Linke, aber aus anderen Gründen wie etwa deren EU-Feindlichkeit:

„Damit setzt niemand Herrn Ramelow mit Herrn Höcke gleich.“ Der bisherige Thüringer Regierungschef Ramelow von der Linken sei ein Ministerpräsidentenkollege, „mit dem man pragmatisch reden kann“. Aber die Linke habe im Gegensatz zu den Grünen in Hessen immer noch einen „Anti-System-Charakter“.

Und dann sagte Laschet einen bemerkenswerten Satz: „Wenn sich das mal erledigt hat und wenn kein Verfassungsschutz sie mehr beobachten muss, weil sie über gegen unsere Grundordnung arbeitet, dann können wir über alles reden.“

Zum Abschluss gab es in Kelkheim Standing Ovation für Laschet. Dabei war er nur zweite Wahl: Ursprünglich hatten die Veranstalter einen anderen Gast einladen wollen: Sebastian Kurz, Regierungschef von Österreich.

Der ist schon dort, wo Laschet wohl noch hinwill: In einem Kanzleramt.

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