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Nach Tönnies-Skandal: Aldi, Lidl und Co. ziehen erste Konsequenzen - Lage spitzt sich zu

Der Corona-Skandal um Tönnies schlägt noch immer hohe Wellen. Jetzt ziehen Discounter wie Aldi und Lidl erste Konsequenzen.

Rheda-Wiedenbrück - Der Fleischfabrikant Tönnies hat in den letzten Wochen und Monaten nicht mehr als nur ein schweres Beben erlebt. Anfang Juni ist es zu einem massiven Ausbruch des Coronavirus* gekommen. Der Kreis Gütersloh befindet sich deshalb noch bis zum 7. Juli 2020 im Lockdown. Dann entwickelte sich ein Video aus der Kantine des Unternehmens ebenfalls zum Skandal. Die Urheberin wurde in diesem Zusammenhang fristlos entlassen. 

Doch die Folgen beschränken sich nicht auf einen gewaltigen Image-Schaden, auch wirtschaftlich könnte sich die Lage für den Schlachtbetrieb nun merklich verschlechtern. 

Nach Tönnies-Skandal: Die ersten Händler reagieren drastisch

Große Discounter wie Aldi und Lidl zählten bisher zu den Hauptabnehmern des Fleischlieferanten. Aber auch andere Ketten wie Rewe, Edeka und Kaufland bezogen viel Ware von dem Unternehmen. Nun verzichtet Lidl nach derWerksschließung vorübergehend vollständig auf Fleisch und Wurstwaren von Tönnies. „Um die Warenverfügbarkeit weiterhin zu sichern, bezieht Lidl vorsorglich sein Frischfleisch seit Montag temporär ausschließlich über andere Fleischlieferanten in seinem Lieferantennetzwerk“, erklärt eine Sprecherin gegenüber dem Handelsblatt. Der Discounter befände sich allerdings weiterhin in Gesprächen mit Tönnies. 

Auch bei Aldi geht man auf Distanz. Zwar beziehe man weiterhin Waren von Tönnies, aber nicht vom Standort Rheda-Wiedenbrück. Zusätzlich arbeite man auch mit anderen Lieferanten zusammen, um Lieferengpässe in der aktuellen Situation zu vermeiden und den Kunden die gewohnte Qualität zu bieten. 

Rewe und Edeka beziehen nach dem Tönnies-Skandal klar Position

Auch andere Händler reagieren auf die Werksschließung in Nordrhein-Westfalen und betonen ihre Unabhängigkeit vom Fleischkonzern Tönnies in verschiedenen Medien. Man habe ein vielfältiges Netzwerk mit Fleischbetrieben, das sich über ganz Deutschland erstrecke. Es gebe zwar laut Informationen von Chip.de in einzelnen Filialen Produkte des Unternehmens, allerdings nicht von fraglichem Standort. Das gelte auch für die zugehörigen Discounter Penny und Netto

Tönnies Produkte werden in den verschiedenen Ketten unter zahlreichen Marken angeboten und sind für den Verbraucher auf den ersten Blick oft nicht zu erkennen. (mam) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital Netzwerkes.

Rubriklistenbild: © dpa / Rolf Vennenbernd

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