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Naim Karimi: Chefin sammelt 2000 Unterschriften - Weiter Unsicherheit

Marie-Christine Wolf hat über 2000 Unterschriften gesammelt, damit ihr afghanischer Mitarbeiter Naim Karimi wieder für sie arbeiten darf. Noch bleibt aber Unsicherheit.

Miesbach – Marie-Christine Wolf (33) ist immer noch überrascht, wie viele Menschen sie und ihren Mitarbeiter Naim Karimi seit Dienstag unterstützt haben – und wie viel sie damit bewirkt haben. Bereits am Dienstag, als unsere Zeitung über die Sorgen der beiden vor einer drohenden Abschiebung des Afghanen berichtete, hat die Geschäftsführerin von Wolf Haardesign in Miesbach über 500 Unterschriften von Unterstützern gesammelt. „Es kamen viele Leute, die keinen Termin hatten und nur unterschreiben wollten.“ Inzwischen fordern über 2000 Unterschriften, Karimi solle weiter im Salon arbeiten dürfen.

Der ursprüngliche Artikel zum Thema: Abschiebe Angst bei WOlf-Haardesign

Aktueller Stand

Diesem Ziel ist Wolf zumindest näher gekommen. Wie berichtet, hatte die Regierung von Oberbayern Karimi am vergangenen Freitag wegen dessen nicht bestandener Gesellenprüfung die Arbeitserlaubnis entzogen und seine Duldung um nur einen Monat verlängert – zu wenig für den Nachschreibetermin im Februar. Der logische nächste Schritt, fürchteten Wolf und Karimi, sei die Abschiebung. Auch Martin Hagen, Fraktionsvorsitzender der FDP im Landtag, hatte sich für Karimi eingesetzt.

Die Abschiebung ist vorerst vom Tisch. Am Dienstag verlängerte die Zentrale Ausländerbehörde Karimis Duldung bis zum Ende seiner Ausbildung – derzeit also bis zum Nachschreibetermin in sieben Monaten. Am kommenden Dienstag hat der Afghane wieder einen Termin bei der Regierung von Oberbayern. Dann, hofft Wolf, könnte er seine Arbeitserlaubnis zurückbekommen. Sie brauche Karimi dringend im Salon, wo er wichtigster Mitarbeiter des Herrenbereichs sei.

Nachprüfung

Ausgestanden ist die Sache damit nicht, glaubt Wolf. Karimi spreche zwar gut genug Deutsch, um mit Kunden zu ratschen. Eine Prüfung mit teils wissenschaftlichen Fachwörtern sei aber schwerer. Sie will deswegen mit ihm Deutsch lernen, auch Freiwillige haben sich als Lehrer angeboten. Auch wenn sie Karimi auch ohne Gesellenprüfung weiterbeschäftigen würde, derzeit sei die Duldung eben an die Prüfung gekoppelt. „Er muss sich da jetzt reinknien.“

Wolf wird trotzdem bei der Handwerkskammer für eine Prüfung in Leichter Sprache kämpfen. Zumindest ein Wörterbuch soll Karimi mit in die Prüfung nehmen dürfen. Beim ersten versuch durfte er das nicht. Wegen des Fachkräftemangels liege es im Interesse der Kammer, „jemanden, der sein Handwerk beherrscht, es ausführen zu lassen“.

Ursachenforschung

Ein Grund, warum Wolf aktiv bleiben will, ist der bisherige Verlauf des Falles. Sie nennt ein Beispiel: Während Wolf und Hagen am Montag im Salon Karimis Verbleib forderten, landete im Mail-Posteingang unserer Zeitung die Antwort auf eine Anfrage, die wir der Regierung von Oberbayern am Freitag geschickt hatten. Inhalt: Sie wolle Karimis Duldung selbstverständlich verlängern, wenn dieser die Nachprüfung schreiben darf. Eine Abschiebung habe sie nie vorbereitet, die Verlängerung sei nie in Gefahr gewesen. Die Unterlagen seien einfach nur nicht rechtzeitig eingegangen.

Mit eben diesen Unterlagen hatte Wolf aber vor der Tür der Regierung gestanden. Sie wollte Karimi zur Anhörung begleiten, durfte aber nicht. Drinnen musste Karimi seinen Ausweis abgeben, bekam die Arbeitserlaubnis entzogen und sah laut Wolf wie ein anderer Asylbewerber auf den Boden gedrückt und abgeführt wurde. Als Migrant, dessen Duldung an seine Arbeitserlaubnis gebunden ist und der bei einer Rückkehr nach Afghanistan um sein Leben fürchtet, bekam er Angst. Verständlicherweise, findet Wolf.

Wolf meint deswegen, die Regierung hätte sie mit in die Besprechung lassen müssen. „So weit hätte es nicht kommen brauchen. Ich hatte die Unterlagen ja dabei.“ Hätte sie erklären können, was nun über Medien und öffentlichen Druck erklärt wurde, wäre allen Beteiligten viel erspart geblieben. Für ähnliche Fälle wünscht sie sich: „Die Behörden müssen genauer hinschauen.“

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