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Neubau oder alle Bäume fällen?

Der Fernradweg R3 führt auf der Krone eines Hochheimer Deichabschnitts entlang. Pedalisten und Wanderer erfreuen sich an dieser Idylle mit üppiger Busch- und Baumvegetation, deren Wurzeln sich auch tief in das Bauwerk getrieben haben. Mit effektivem Hochwasserschutz hat dies wenig gemein. Wie moderner Hochwasserschutz aussieht, können Hochheimer auf der anderen Mainseite sehen mit den Deichbauwerken in Gustavsburg und Bischofsheim. Hochheim ist nun vom RP aufgefordert, seine Überlegungen zur Deichsanierung voranzubringen. Foto: Jürgen Kunert

Der Fernradweg R3 führt auf der Krone eines Hochheimer Deichabschnitts entlang. Pedalisten und Wanderer erfreuen sich an dieser Idylle mit üppiger Busch- und Baumvegetation, deren Wurzeln sich auch tief in das Bauwerk getrieben haben. Mit effektivem Hochwasserschutz hat dies wenig gemein. Wie moderner Hochwasserschutz aussieht, können Hochheimer auf der anderen Mainseite sehen mit den Deichbauwerken in Gustavsburg und Bischofsheim. Hochheim ist nun vom RP aufgefordert, seine Überlegungen zur Deichsanierung voranzubringen. (Foto: Jürgen Kunert)

HOCHHEIM - Nein, diese Notwendigkeit der Ertüchtigung des Hochwasserschutzes im erweiterten Mündungsbereich des Mains in den Rhein bezieht sich nicht auf die aktuelle Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Es war zufälliges zeitliches Zusammenfallen am Donnerstag vergangener Woche im Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss, dass dieses Thema erörtert wurde.

Es sind bereits schon etliche Jahre ins Land gegangen, als das Land Hessen Eigentum an Deichen an die Kommunen übertragen hat. Die betroffenen Städte und Gemeinden waren darüber keineswegs erfreut, hätten sich eher mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, aber vergebens, wie Bürgermeister Dirk Westedt in der Ausschusssitzung den Stadtverordneten mitteilte.

Über eine lange Zeit hatte dieses Thema niemanden wirklich interessiert. Die Dokumente in den Rathäusern ruhten und fanden einen hinteren Platz in den Aktenschränken.

Zur Beruhigung: Nach wie vor sind in allen besonders gefährdeten Gebieten wie beispielsweise das Ried und von Ginsheim bis zur Mainspitze, alle neuralgischen Hochwasserbauwerke, Deiche, Rückhaltesysteme, Siele und Pumpstationen im Besitz des Landes Hessen. Das ist unabdingbare Daseinsvorsorge, weil Millionen von Menschen bedroht wären und wirtschaftliche Schäden entstünden von mehreren Milliarden Euro. Nachzulesen auf der Homepage des Regierungspräsidiums Darmstadt. Diese Hauptdeiche, die wegen der meist im Winterhalbjahr auftretenden größeren Hochwässer auch „Winterdeiche“ genannt werden, werden wegen der gesetzlichen Verpflichtung durch das Land unterhalten.

Was die Bauwerke am Untermain angeht, sind laut einer Liste des Regierungspräsidiums von 2013 auf der südlichen Uferseite gerade mal 80 Meter Deichstrecke im Eigentum der Stadt Ginsheim-Gustavsburg, in Bischofsheim gibt es gar kein Deicheigentum am Main, sieht man einmal vom historischen Ortsdamm ab, der im alten Ortskern immer noch stilprägend wirkt.

Hochheim dagegen nennt eine Strecke von Maindeichen in einer Länge von insgesamt 1.310 Metern sein eigen. Das Deicheigentum ist nicht zusammenhängend, sondern wird unterbrochen durch die Mainvorlandbrücke, hier gehören 40 Meter der Bundesstraßenverwaltung und 30 Meter Bahnstrecke, die der DB Netze gehören. Um Äpfel nicht mit Birnen zu vergleichen, liegt ein wesentlicher Unterschied im Gefährdungspotenzial. Während die Maindeiche „dripp de Bach“ (südliche Mainseite) allesamt die dahinterliegenden Ortschaften vor einer unmittelbaren Überschwemmungsgefahr schützen müssen, sind die Bauwerke „hipp de Bach“ (nördliche Mainseite) weitaus moderater dimensioniert. Durch die großen Retentionsflächen kann dort das Hochwasser sich weitläufig verteilen, bevor es auf bauliche Strukturen wie die Südstadt trifft.

Trotzdem nimmt das Land in jüngster Zeit die Sache ernst und macht Druck über das Regierungspräsidium Darmstadt, wie Bürgermeister Westedt betonte. Für den Deich oder Damm, wie er umgangssprachlich genannt wird, etwa zwischen Eddersheim und Flörsheim sind die Planungen zur Sanierung bereits weit fortgeschritten.

Das Positive für die kommunalen „Deichgrafen“ ist der finanzielle Anreiz des Landes: 90 Prozent der Projektkosten für die Deichsanierung werden übernommen. „Wir müssen uns grundsätzlich überlegen: Fällen wir alle Pappeln am Deich wie bereits auf Wiesbadener Gemarkung geschehen, sanieren den bestehenden Deichkörper inklusive eines anzulegenden Deichverteidigungswegs auf der wasserabgewandten Seite oder errichten wir parallel zum bestehenden Damm einen neuen Deich und verknappen dadurch die Retentionsfläche“, gibt der Bürgermeister den Stadtverordneten zum Nachdenken mit in die Sommerpause.

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