Die Finanzierung der BVG ist ein dickes Problem: Die gealterte Fahrzeugflotte muss ersetzt, das Angebot in der wachsenden Stadt ausgedehnt werden.

Bislang hat Berlin mit der BVG einen Verkehrsvertrag geschlossen, nach dem in den nächsten 15 Jahren 35 Milliarden Euro fließen. Aber für einige Wunschprojekte fehlt noch die Finanzierung – etwa für die Verlängerung von U-Bahnstrecken.

Zwei Beispiele: Die U7 von Spandau bis Heerstraße würde 578 Mio. Euro kosten und von Rudow bis BER auf Berliner Areal 156 Mio. Euro.​

Bislang finanziert sich der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) etwa zur Hälfte aus Ticket-Einnahmen, zur anderen durch öffentliche Zuwendungen.

Dringend gesucht: Eine neue Geldquelle, die sogenannte dritte Finanzierungssäule. Dazu hat das Beratungsunternehmen Ramboll in Senatsauftrag eine Studie erstellt.​ Untersucht wurden Alternativen zum Gäste-Ticket.

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► City-Maut: Werktags von 6 bis maximal 21 Uhr Einfahrt für rund 750.000 Fahrzeuge innerhalb des S-Bahn-Rings für 5 bis 8 Euro. Einnahmepotenzial: 337-880 Mio. Euro/Jahr.​

► Bürger-Ticket: Alle Berliner (außer z.B. Bettlägrige) sollen regelmäßig zahlen, auch wenn sie den ÖPNV nicht nutzen. Im Gegenzug soll die Nutzung von Bahn und Bussen gratis sein oder es soll Billig-Tickets geben. Einnahmepotenzial: 544 bis 1031 Millionen/Jahr.​

► Parkraum-Bewirtschaftung: Stadtweite Ausdehnungen zu höheren Gebühren und Anhebung des Vignettenpreises für Anwohner von 10,20 auf 240 Euro/Jahr. Einnahmepotenzial: 360-500 Mio. Euro/Jahr.​