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Neuer Ford-Chef Farley: Der Mann, der über die Zukunft des Kölner Werks entscheidet

Für Außenstehende kam zwar überraschend, dass Jim Hackett (65) nach weniger als drei Jahren als Chef des Autobauers Ford das Handtuch wirft. Allerdings: Nach einer Bilderbuchkarriere beim Büromöbelhersteller Steelcase war Hackett 2014 schon in den Ruhestand geschickt worden. Dort hatte er sich vor allem einen Namen gemacht, weil er 12 000 Stellen abgebaut hatte. So etwas versprach man sich wohl auch, als man ihn 2017 an die Ford-Spitze berief, aus dem Ruhestand quasi. Doch dieses Projekt wollte ihm offenbar nicht so recht gelingen.

Weniger überraschend als der Rücktritts-Zeitpunkt ist die Wahl des Nachfolgers, der wenig originell den gleichen Vornamen trägt: Jim Farley. Der 58-Jährige galt nach Ausscheiden seines langjährigen Rivalen Joe Hendricks vor einigen Jahren endgültig als Kronprinz Hacketts.

Geboren in Argentinien

Aber wer ist dieser Jim Farley? Geboren wurde er 1962 in Argentinien. Sein Vater arbeitete dort als Banker. Die Wurzeln des Amerikaners aber liegen in Irland, und seine Faszination für Autos wurde dem künftigen Ford-Boss in die Wiege gelegt. Und zwar nicht für irgendwelche Autos, sondern ausgerechnet für jene aus dem Konzern des Auto-Pioniers Henry Ford. Denn schon Farleys Großvater arbeitete in einer der ersten Fabriken von Ford, die zwischen 1917 und 1928 in den USA errichtet wurde, um das legendäre Ford Model T als erstes Automobil überhaupt in Fließbandproduktion zu fertigen. River Rouge Plant hieß das Werk, und es stand just da, wo Enkel Jim Farley vom 1. Oktober dieses Jahres an die Geschicke des fünftgrößten Autobauers der Welt lenken wird: in Dearborn im US-Bundesstaat Michigan.

Doch Farley ist kein Techniker, wie viele Manager in der Autobranche, er ist vor allem ein Mensch der Zahlen im kaufmännischen Sinne. In der US-Hauptstadt Washington absolvierte er sein Wirtschaftsstudium und sattelte in Los Angeles noch einen Master in Finanzen obendrauf. Einen berühmten Verwandten hat Farley auch: Er ist der Cousin des 1997 gestorbenen US-Comedians Chris Farley, bekannt durch Hollywood-Komödien wie „Beverly Hills Ninja – Die Kampfwurst“.

Start bei Toyota

Seinen beruflichen Start absolvierte Farley in den 1990er Jahren bei Fords japanischem Rivalen Toyota. Dort bewies er sich an einer der schwersten Aufgaben, die einem Automanager gestellt werden können: Eine neue Marke aufbauen. Denn das Image japanischer Autos war in den Vereinigten Staaten angekratzt. Auch, um eine jüngere Kundschaft anzusprechen erfand Toyota für den US-Markt und Kanada die Marke Scion. Unter diesem Label wurden bestimmte Toyota-Modelle bei ausgewählten US-Händlern feilgeboten. Das zu organisieren, war eine der Aufgaben von Farley, der amtlich James D. Farley junior heißt, im Kollegenkreis aber nur Jim genannt wird – genau wie sein Vorgänger. Schließlich leitete er in den USA die Toyota-Edel-Tochter Lexus, die vor allem den US-Luxusmarken Lincoln (Ford) und Cadillac (General Motors) sowie den deutschen Oberklasse-Schmieden Audi, BMW und Mercedes das Leben schwermachte.

2007 wechselte Farley zu Ford, wo der begeisterte Sportwagenfahrer eine Bilderbuchkarriere hinlegte. Diese hat auch mit dem Ford-Standort in Köln zu tun. Denn von 2015 bis 2017 leitete er von dort Ford Europa. Farley stand vor allem für die längst überfällige Verschlankung der europäischen Tochter. Das war notwendig, denn anders als General Motors, das seine Euro-Töchter Opel und Vauxhall resigniert an PSA verkaufte, wollte und will Ford am europäischen Markt weiter teilnehmen. Doch Farley erkannte schnell, dass Ford sich grundlegend wandeln muss, wenn die Firma mithalten will. „Wir schaffen ein schlankeres und effizienteres Unternehmen, das in der Lage ist, solide Renditen zu liefern, um künftige Investitionen verdienen zu können“, sagte Farley 2016 im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

„Er weiß, wie wir ticken“

2017 schließlich wurde der verheiratete Manager und Vater von drei Kindern in die Zentrale nach Dearborn zurückbeordert und rückte in den Gesamtvorstand auf. „Etwas Besseres hätte uns eigentlich nicht passieren können. Er weiß, wie wir in Deutschland und Europa ticken und was wir hier entwickelt und geleistet haben“, sagte Ford-Deutschland-Chef Gunnar Hermann damals.

Schon zu seinem Start hatte Farley auf die Probleme des Autobauers Ford im Wandel deutlich aufmerksam gemacht. Vor seiner Berufung zum Operativchef von Ford erklärte Farley, dass der US-Autobauer an Tempo gewinnen müsse – etwa bei der Einführung des erneuerten Ford F-150-Pickups, das mit Abstand wichtigste Volumenmodell des Konzerns in den USA, und den neuen Elektroautos. „Wir können nicht jahrelang warten. Im Kontext unserer Branche und wie sie sich verändert, müssen wir nun beschleunigen“, sagte Farley damals.

Bei der Ford Motor Company gab sich Farley lange als Macher, der unverblümt seine Meinung sagt. So sagte er einmal über den Erzrivalen General Motors: „Fuck GM, ich hasse sie und ihre Firma und wofür sie stehen.“ In den vorigen Monaten unter Hackett hat er seinen Zungenschlag zwar entschärft, gilt aber dennoch als fordernder und direkter Boss. Damit ist er ein Gegenstück zu Jim Hackett, der für seine indirekte Art bekannt ist. Kritiker warfen Jim Hackett vor, keine klare Strategie oder Vision zu haben – diesen Eindruck erweckt Jim Farley nicht.

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