Großschönau (Sachsen) – Es ist der letzte Strohhalm für Sachsens größtes Feriendorf! Tausende Schulkinder kennen den 23 Hektar großen Trixi-Ferienpark in der Oberlausitz - ein Ferienparadies mit Kletterwald, eigenem Frei- und Hallenbad, Campingplatz, Hotel und Ferienhäusern (430 Betten).

Doch auch der Trixi-Park ist im Corona-Winter-Schlaf und hat „noch keinerlei Überbrückungshilfen erhalten“, sagt Park-Chefin Annette Scheibe (49). Grund: Der Trixi-Park ist zu 100 Prozent kommunal, wirtschaftet aber wie eine GmbH.

Scheibe: „Wir bestreiten unsere Kosten ausschließlich aus unseren Einnahmen.“ Hauptanteilseigner am Trixi-Park ist der Landkreis Görlitz (75%), gefolgt von Großschönau (15%) und Hainewalde sowie Bertsdorf-Hörnitz (je 5%). Und genau diese kommunale Struktur schließt ihn bei Hilfspaketen aus. Bisher!

Teaser-Bild

Annette Scheibe führt seit 20 Jahren die Geschäfte im Park, holte ihn aus den roten Zahlen

Foto: Dirk Sukow

Denn am Dienstag gab Sachsens Arbeitsminister Martin Dulig (47, SPD) überraschend ein Härtefall-Paket des Bundes über insgesamt 750 Mio. Euro bekannt: „In Sachsen haben wir rund 75 Mio. Euro zur Verfügung, die hälftig von Bund und Freistaat finanziert werden. Das Programm zielt vor allem auf solche Unternehmen ab, die durch ihre Konstellation bisher ausgeschlossen waren und ebenso unverschuldet in Not geraten sind und Hilfe benötigen“, so Dulig.

Teaser-Bild

Die Hotel-Lobby des Trixi-Parks wird zum Arbeitsbereich, um die Einnahmen aufzubessern

Foto: Dirk Sukow

Die bisherigen Löcher konnte der Trixi-Park noch mit Rücklagen stopfen, die eigentlich für Renovierungsarbeiten vorgesehen waren. Zudem wurden die Ferienhäuser und das Hotel als home-office-Räume oder co-working-space vermietet, um die 70 Mitarbeiter und 10 Azubis irgendwie zu halten. Doch das Geld wird immer knapper.

Scheibe hat durchgerechnet: „Uns fehlen 1 Mio. Euro Umsatz durch den Lockdown. Unser Geld reicht nur noch bis Mai...“