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Neustart in den Münchner Kinos - welche noch zu bleiben und warum

Halb voll oder halb leer: So s ieht ein ausverkaufter Kinosaal zu Zeiten von Corona aus. Auch in Filmvorstellungen gilt ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Haushalten und Maskenpflicht, wenn man nicht isst oder trinkt.

Nach der Corona-Pause öffnen Münchens Lichtspielhäuser wieder. Viele Kinositze bleiben frei. Nicht alle Betreiber wagen den sofortigen Corona-Neustart.

Insgesamt 19 Zuschauer warten darauf, dass es im Saal D desRoyal-Filmpalasts am Goetheplatz wieder „Film ab“ heißt. Es ist die erste Vorstellung seit März, und sie ist quasi ausgebucht, obwohl 91 Kinositze frei bleiben – wegen Corona. Dank Abstandsregeln sind ab sofort Ellbogenfreiheit, eine Jackenablage und freie Sicht auf die Leinwand garantiert. Was für manche Besucher traumhaft ist, zieht den Albtraum für die Kino-Betreiber noch weiter in die Länge.

„Damit betreiben wir Verlustminderung, keinen Gewinn“, sagt Robert Englberth, der Leiter des Royal Filmpalasts. Er freut sich zwar, wieder Besucher zu empfangen, rentieren würde sich der Betrieb aber nicht. Abschreckend könnte auch die Maskenpflicht wirken. „Auch auf dem Sitz muss man Maske tragen, wenn man nicht isst oder trinkt“, erklärte Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach (CSU) gestern bei einer Pressekonferenz im Gloria-Palast am Stachus. Wie die Betreiber während einer Vorstellung gewährleisten sollen, dass die Zuschauer nur mit Strohhalm oder Popcorn in der Hand maskenfrei sind, darauf ging sie nicht ein. „Snacks und Getränke kurbeln aber den Umsatz an“, sagte die Ministerin.

Mit den Abstandsregelungen sind in den meisten Kinos Auslastungen von nur zehn bis 20 Prozent möglich

Ein weiteres Problem: Mit den Abstandsregelungen sind in den meisten Kinos Auslastungen von nur zehn bis 20 Prozent möglich. Denn: Kleine Kinos können nur wenige Plätze belegen, um 1,5 Meter Abstand einzuhalten und große Kinos müssen sich an die Obergrenze von 50 Personen in einem geschlossenen Raum halten.

„Wir sperren noch nicht auf“, erklärte deshalb Kurt Schalk, Marketing-Leiter des Mathäser, dessen größter Kinosaal 825 Plätze hat. Man wolle zunächst in kleineren Kinos der Kinopolis-Kette wie dem Gloria-Palast Erfahrungen sammeln. Einen anderen Weg gehen die CinemaxX-Kinos in Bayern, die am Donnerstag wieder ihre Pforten öffnen. Das Programm umfasst Film-Highlights von vor der Schließungsphase. Die Veröffentlichung möglicher Kassenschlager wie dem Marvel-Film „Black Widow“ oder dem neuen James Bond verschieben die Filmverleiher immer weiter nach hinten. Auch sie verdienen nur, wenn ihre Filme weltweit in den Kinos laufen.

Dessen ist sich das Staatsministerium für Digitales bewusst und hat Starthilfen in Höhe vonzwölf Millionen Euro beschlossen. Sie sollen für kleine Kinos, aber auch für größere inhabergeführte Filmtheater zur Verfügung stehen. Die Öffnung der Kinos bleibt eine Flimmer-Partie.

Stephanie Mercier

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. Erfahren Sie hier alles zu Corona in München: Beispielsweise zum Bußgeldkatalog und den veränderten Ladenöffnungszeiten.

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