Manchmal braucht es nicht viel. Bloß Anstand. Und Mitgefühl. Tag für Tag erklärt Andrew Cuomo, der Gouverneur des Bundesstaates New York, seiner Stadt und seinem Bundesstaat, die aktuelle Lage. Er kämpft für Militärschiffe, die sich zu Krankenhäusern auf dem Hudson River machen lassen, und für Beatmungsgeräte, Masken und Handschuhe, um den Kampf gegen das Coronavirus aufzunehmen. 

Am Donnerstag sprach er von seinen Töchtern, deren Welt nun erstmals erschüttert ist. Die nicht wissen, in welcher Welt sie in einigen Jahren leben werden. Demokrat Cuomo sagte: "Wir reden ständig darüber, wir hören einander zu, und letztlich wird es sie stärken. Weil sie wissen werden, was im Leben wichtig ist. Sie werden bessere Bürgerinnen sein."

New York City mit seinen 8,5 Millionen Einwohnern ist mittlerweile das Weltkrisenzentrum geworden. Am Samstag Mittag deutscher Zeit gab es laut Johns Hopkins University 602.262 bestätigte Covid-19-Infektionen, davon 104.873 in den USA, rund 46.094 im Bundesstaat New York und 26.697 in New York City. 1.711 Tote gab es, davon 450 in New York City. (Die Zahlen können je nach Stand der Aktualisierung unterschiedlich ausfallen)

"Es ist immer noch erst der Anfang", sagt Cuomo, "wir müssen uns wappnen für das, was da kommt." 

New York hat Angst vor New York

Es ist eine veränderte Stadt, gespenstisch leise und leer. Der Zauber New Yorks ist fort, abgesehen von den erblühenden Parks und dem tiefblauen Himmel über dem One World Trade Center oder dem Chrysler Building. Die Menschen weichen einander in weiten Bögen aus, falls sie überhaupt noch spazieren gehen. Fahrstühle, Lebensmittel, Briefe, das alles kann ansteckend sein. Die Stadt ist eng, bedroht sich selbst, New York hat Angst vor New York.

Andrew M. Cuomo hat in dieser Lage die Rolle seines Lebens gefunden. Jeden Morgen, meist um 11.15 Uhr, tritt der Gouverneur vor die Journalisten. Er zieht das nicht in die Länge. Er hat zu arbeiten. Es gibt aber täglich Momente, die hängen bleiben, und eigentlich ist immer einer dabei, in denen Andrew Cuomo seinen Ekel nicht verbergen kann – den Ekel vor Trump. 

Am Donnerstag war Donald Trump telefonisch bei FOX News zugeschaltet und sagte dort dem Moderator Sean Hannity, dass der Wunsch der New Yorker, sehr schnell sehr viel mehr Beatmungsgeräte zu bekommen, übertrieben sei. "Weißt du", sagte Trump, "wenn du in ein Krankenhaus gehst, haben sie dort zwei, drei Beatmungsgeräte. Und nun, plötzlich, sagen sie: 'Können wir 30.000 Beatmungsgeräte bestellen?' Ich glaube nicht, dass 40.000 oder 30.000 Beatmungsgeräte gebraucht werden." 

Und Cuomo steht nun da, soll Trumps Worte kommentieren und sagt: "Jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung. Aber ich arbeite hier nicht auf der Grundlage von Meinungen. Ich arbeite auf der Grundlage von Fakten, Daten, Zahlen und Prognosen." 

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