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Palästina und die Annexion: Schrumpfende Heimat

Blick auf das Dorf Beit Sira im Westjordanland. Bild: Getty

„Ich werde meinen Kindern immer erzählen, dass dies Palästina ist“, sagt der Palästinenser Abdul Khattab. Immer mehr seines Grundbesitzes in dem kleinen Dorf Beit Sira im Westjordanland musste er an israelische Siedler abgeben. Und nun droht sogar eine vollständige Annexion.

Sonntagabend, Ramallah im Feierabendverkehr. Der Übergang nach Israel ist noch weit, der Stau lässt eine Wartezeit von einer Stunde vermuten. Also über die Dörfer, in der Hoffnung, dass an einem der kleineren Kontrollposten Durchlass möglich sein wird auf die Schnellstraße 443 in Richtung Tel Aviv. Die Schnellstraße liegt zwar größtenteils ebenfalls im Westjordanland, befindet sich aber unter israelischer Kontrolle und kann von Palästinensern ohne israelischen Ausweis faktisch nicht befahren werden.

Jochen Stahnke

Jochen Stahnke

Politischer Korrespondent für Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien mit Sitz in Tel Aviv.

Man kommt dann nach Beit Sira, einem Dorf, dessen Moschee mit goldener Kuppel schon von fern herausragt. Am Rande des Dorfes liegt so ein Zugang zur 443, aber Schranken und in den Boden eingelassene ausfahrbare Metallpoller versperren die Durchfahrt. Israelische Soldatinnen Anfang zwanzig kommen heran, freundlich, bestimmt, das Sturmgewehr umgehängt. Keine Chance – zurück nach Ramallah, hier gehe es jedenfalls nicht. Zurück im Dorf, fragen hilfsbereite Bewohner, was denn los sei. Es stellt sich heraus, dass einer von ihnen die Nummer eines Bekannten hat, der in Deutschland studiert, aber gerade im Urlaub nach Beit Sira gekommen ist, einem jahrhundertealten Dorf, in dem rund dreitausend Menschen leben. Es ist Abdul Khattab, dessen Bruder Zaid wiederum die Nummer eines israelischen Geheimdienstlers hat, der offenbar für die Überwachung des Dorfes zuständig ist. Zaid ruft den Israeli an, der natürlich keine Lust hat, sich wegen eines verfahrenen Autos einzuschalten.

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