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Patrick Mahomes’ Vertrag: Zwei Millionen pro Football-Spiel

Die Spirale dreht sich seit mehr als einem Jahrhundert, als man im amerikanischen Mannschaftssport begann, Sportler für ihre Arbeit zu bezahlen. Richtig reich konnte man damals noch nicht werden, auch wenn die hundert Dollar, die die erste Generation von Profis in der National Football League (NFL) pro Spiel verdiente, heute das Zwölffache wert wären.

Denn die Sportart geht auf die Knochen. Im Schnitt ist eine Karriere in der NFL nach etwas mehr als drei Jahren zu Ende. Umso beeindruckender ist der Vertrag, den Quarterback Patrick Mahomes bei den Kansas City Chiefs unterschrieben hat. Laufzeit? Zehn Jahre. Die finanzielle Größenordnung? Theoretisch knapp eine halbe Milliarde Dollar brutto. Oder umgerechnet mehr als zwei Millionen pro Pflichtspiel.

Die Abmachung, deren komplizierte Details aus Garantiezahlungen und leistungsbezogenen Prämien seit Montag in der Öffentlichkeit seziert werden, wurde von Mahomes auf Twitter bestätigt: „Wir bleiben zusammen. Für eine lange Zeit“, ließ er in einem Videozusammenschnitt wissen. Währenddessen feierten Online-Medien das Papier als „Rekordvertrag“.

Zahlen sind erst mal Schall und Rauch

Der bisherige Spitzenreiter auf der Liste: Russell Wilson von den Seattle Seahawks mit 35 Millionen Dollar pro Saison. Dass der 24-jährige Mahomes zu Recht ein Spitzenverdiener ist, gilt als unbestritten. Der knapp 1,90 Meter große Spielgestalter „mit einem Wurfarm wie eine Rakete“ („USA Today“) und spektakulären Football-Instinkten gewann im Februar in seinem dritten Profi-Jahr den Super Bowl. Ein Jahr zuvor war er als bester Spieler der Saison ausgezeichnet worden.

Doch ob er das viele Geld tatsächlich kassieren wird, steht auf einem anderen Blatt. Ein Experte wie Bill Barnwell vom Sportfernsehsender ESPN kam bei seiner Analyse der Abmachung mit ihren vielen Wenn und Aber auf folgende Rechnung: „So wie das Ganze strukturiert ist, denke ich, dass das am Ende nur ein Sechsjahresvertrag über 183,4 Millionen Dollar wird und dass dann beide Seiten neu verhandeln.“

Spielgeld für Medien-Reflexe

Die übrigen 300 Millionen nannte Barnwell „Spielgeld“. Hauptsächlich dazu gedacht, Pawlow’sche Reflexe in den Medien zu bedienen. Tatsächlich steht der Baseball-Profi Mike Trout von den Los Angeles Dodgers mit seinem 2019 abgeschlossenen Vertrag über zwölf Jahre und insgesamt 426,6 Millionen Dollar auch weiterhin unangefochten an der Spitze der Gehaltsskala im amerikanischen Mannschaftssport. Denn an diesen Betrag sind keinerlei Bedingungen geknüpft. Selbst wenn sich der Centerfielder zwischendurch verletzt, bekommt er sein Honorar.

Derartige Langzeitabmachungen sind keine Neuerfindungen. Aber sie waren vor zwei Jahrzehnten, als die Texas Rangers dem Baseballspieler Alex Rodriguez einen Zehnjahresvertrag über 252 Millionen Dollar garantierten, eine Rarität. Am meisten wurde bislang in der National Hockey League mit dieser Konstruktion herumexperimentiert. Dort handelte es sich um den Versuch, die Regeln der Salary Cap zu umschiffen und höhere Summen ausloben zu können.

Es rentiert sich nicht unbedingt, auf solche Verlockungen einzugehen. Der deutsche Verteidiger Christian Ehrhoff, der 2011 bei den Buffalo Sabres für zehn Jahre und 40 Millionen Dollar abschloss, musste 2014 eine Buyout-Klausel akzeptieren. Er hatte bis dato 22 Millionen erhalten, aber durfte nun erleben, wie der Rest auf zwölf Millionen zusammenschmolz. Und diesen Betrag stottert der Klub seitdem in Raten ab – über insgesamt vierzehn Jahre.

Was die NFL angeht, so lässt sich zumindest ein Effekt voraussagen: Der Mahomes-Vertrag steigert das Preisniveau für Quarterbacks. Der nächste prominente Spielmacher, der 2021 den Markt testen wird: Dak Prescott von den Dallas Cowboys.

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