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Per Flugzeug nach Ruanda: Umsiedlung soll Breitmaulnashörner retten

Per Flugzeug nach Ruanda Umsiedlung soll Breitmaulnashörner retten

Wegen des Handels mit ihren Hörnern stehen Breitmaulnashörner auf der Liste der bedrohten Arten. Um ihr Aussterben zu verhindern, fliegen nun zwei Dutzend Tiere mehrere Tausend Kilometer in einen Nationalpark in Ruanda. Helikopter und Hunde sollen dort für ihre Sicherheit sorgen.

In einem beispiellosen Versuch zur Rettung der Breitmaulnashörner vor dem Aussterben haben Tierschützer 30 Exemplare dieser Art von Südafrika in den Akagera-Nationalpark in Ruanda ausgeflogen. Die Nashörner, die bis zu zwei Tonnen wiegen können, wurden mit einer Boeing 747 vom Phinda-Reservat in den mehr als 3400 Kilometer entfernten Nationalpark gebracht. Sie sind wegen der Verfolgung durch Wilderer vom Aussterben bedroht.

Vor der Kolonialzeit gab es in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara zahlreiche Breitmaulnashörner. Die europäischen Siedler dezimierten die Art jedoch beträchtlich. Die Verfolgung durch Wilddiebe bleibt für den Erhalt der Breitmaulnashörner weiter ein Problem. In Afrika werden jedes Jahr hunderte Nashörner wegen ihres Horns getötet; in Südafrika sind die Tiere besonders gefährdet.

Der internationale Handel mit Nashorn-Hörnern ist verboten. Doch in Asien, vor allem in Vietnam und China, ist Horn als Inhaltsstoff der traditionellen Medizin beliebt und bringt hohe Renditen. In Afrika soll es Schätzungen zufolge noch rund 20.000 Breitmaulnashörner und 5000 Spitzmaulnashörner geben.

Ruandas Breitmaulnashörner seien in den Zeiten des Völkermords von 1994 - bei dem innerhalb weniger Wochen mehr als 800.000 Menschen ums Leben kamen - komplett ausgerottet worden. Nun besitze das Land wieder 30 Breitmaulnashörner sowie 26 Spitzmaulnashörner.

Gehege so groß wie Fußballstadien

Die 30 Breitmaulnashörner wurden für den Transport nach Südafrika "ruhiggestellt", wie der Leiter der Organisation African Parks, Peter Fearnhead, erläuterte. Nach ihrer Ankunft wurden sie in zwei Gehege mit Gras gebracht, die jeweils so groß wie ein Fußballstadion sind. Später werden sie Gelegenheit haben, sich in einem größeren Radius zu bewegen. Jedes der Tiere sei zu seinem Schutz mit einem Ortungssender ausgestattet worden, hieß es. Zusätzlich bewachten mit Hunden und Helikoptern ausgestattete Spezialeinheiten die Tiere.

Der Park-Manager Jes Gruner sprach von einer "sicheren Umgebung" für die Nashörner. In Südafrika würden täglich drei Tiere dieser Art von Wilderern getötet. Der Transport von Tieren, die an das Leben in der Wildnis gewöhnt ist, kann schiefgehen. 2018 starben vier von sechs Spitzmaulnashörnern, die in den Tschad gebracht worden waren.

Das südliche Breitmaulnashorn gilt mit rund 20.000 Exemplaren als gefährdete Art. Vom nördlichen Breitmaulnashorn sind nur noch zwei lebende Weibchen bekannt. Wissenschaftler bemühen sich darum, von dem jüngeren Weibchen Eizellen zu gewinnen, um sie mit dem Sperma von bereits gestorbenen männlichen Nashörnern zu befruchten.