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"Personenkult tut uns nicht gut": Grünenbasis kritisiert Kanzlerkandidatur-Pläne

"Personenkult tut uns nicht gut" Grünenbasis kritisiert Kanzlerkandidatur-Pläne

Eine kleine Gruppe Grüner, die sich zum linken Flügel zählen, fordert von der Bundesspitze in einem offenen Brief, Wahlkampf ohne Kanzlerkandidat zu machen. Sie sprechen von einem schädlichen "Personenkult". Der Vorstand zeigt sich verärgert.

Eine linke Basisgruppierung der Grünen stößt sich an der geplanten Benennung eines Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl. "Personenkult tut uns nicht gut und widerspricht unseren Idealen", schreiben die zwölf Absender in einem Brief unter anderem an den Bundesvorstand. "Wir Bündnisgrüne werden aufgrund unserer Vielfalt und unserem herausragenden Programm, also durch Inhalte überzeugen."

Statt sich zwischen den beiden Parteichefs Annalena Baerbock und Robert Habeck zu entscheiden, sollten beide als Team in den Wahlkampf ziehen, schreiben die Unterzeichner der Gruppierung, die sich "Unabhängige Grüne Linke" nennt. Sollte der Vorstand doch mit einem einzelnen Kandidaten antreten wollen, dann müsste dies auf dem Parteitag im Juni oder bei einer Urabstimmung der Basis entschieden werden, fordern sie. Die Unterzeichner loben auch die Geschlossenheit der Partei.

Die Grünen wollen zwischen Ostern und Pfingsten, also zwischen Anfang April und dem 23. Mai, bekannt geben, ob Habeck oder Baerbock als Spitzenkandidat antritt. Die beiden Parteichefs sollen die Entscheidung gemeinsam treffen und den Wahlkampf dann gemeinsam führen.

"Das geht nicht zusammen"

Bundesgeschäftsführer Michael Kellner reagierte in einem Antwortschreiben verschnupft. Er zeigte sich befremdet, dass die Absender ihren Brief auch direkt öffentlich gemacht hätten. "Damit ignoriert Ihr genau die gelobte Geschlossenheit und widersprecht dem Teamspirit. Das geht nicht zusammen."

Mit ihren "großartigen Zustimmungswerten" hätten die Grünen erstmals eine Chance auf das Kanzleramt, so Kellner. Die Partei liegt in Umfragen bei um die 20 Prozent. "Die Wählerinnen und Wähler können in diesem Jahr das Unwahrscheinliche möglich machen. Ich bin zutiefst überzeugt davon, dass sie in diesem Fall ein Anrecht darauf haben, zu wissen, wer ins Kanzleramt einziehen soll."

Der FDP-Abgeordnete Konstantin Kuhle freute sich auf Twitter mit den Worten "Endlich Streit". Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler erklärte ebenfalls auf Twitter: "Sturm im Wasserglas. Ich höre das zum ersten Mal. In der Bundestagsfraktion wird der Zeitplan des Bundesvorstands zur Kanzlerkandidatur von allen MdBs, inklusive der linken, ausdrücklich unterstützt."

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