Berlin – In der City-West will Sawsan Chebli, Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales, im September 2021 um ein Bundestags-Mandat kämpfen. Ausgerechnet in diesem Wahlkreis will auch Bürgermeister Michael Müller (55) antreten.

Lange wurde spekuliert, jetzt ist es amtlich! Als am Donnerstagabend der Kreisvorstand der SPD Charlottenburg-Wilmersdorf tagte, erklärte Sawsan Chebli, dass sie im Kampf um den Bundestags-Wahlkreis in der City West gegen den Regierungs- und SPD-Landeschef Michael Müller (55) antreten wird. Ausgerechnet Müller hatte Sawsan Chebli 2016 als Staatssekretärin in die Senatskanzlei geholt.

„Ab heute stehe ich, Sawsan Chebli, der SPD und meinem Kreisverband als Kandidatin für die nächste Wahl zum Deutschen Bundestag zur Verfügung. Am heutigen Abend des 13. August 2020 habe ich deshalb die Mitglieder meines Kreisverbands Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf gebeten, mich für diesen meinen Heimatwahlkreis zu nominieren“, gab sie am Donnerstagabend in einer offiziellen Mitteilung bekannt.

Und weiter: „Heute ist für mich ein besonderer Tag, auch deswegen, weil der 13. August uns daran erinnert, was für eine herausragende, einzigartige, freiheitliche Stadt Berlin ist. Und ich bin unendlich dankbar und fühle mich privilegiert, in dieser Stadt politisch wirken zu dürfen. Ich freue mich auf einen offenen und fairen Wettbewerb um die Nominierung. Einen Wettbewerb, der uns nicht spaltet, sondern unseren Zusammenhalt stärkt.“

Diese Gegenkandidatur ist eine nicht unbeträchtliche Schwächung von Müller.

Der scheidende SPD-Landeschef wäre aber wohl auch in anderen Bezirksverbänden seiner Partei willkommen. Etwa in Steglitz-Zehlendorf oder Lichtenberg, falls es mit Charlottenburg-Wilmersdorf doch nichts werden sollte.