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Politischer Kitsch: Das Gerede von der „Spaltung der Gesellschaft“

Auf einer Querdenker-Demonstration in Stuttgart Bild: dpa

Konflikte müssen ausgetragen werden. Wer von der „Spaltung der Gesellschaft“ plappert, versucht nur die eigene Feigheit zu entschuldigen.

Wer in diesen Tagen die Presseschauen im Radio hört, all die besorgten Leitartikel, wer das „Heute-Journal“ sieht oder per Fernsehen mit dabei sein darf, wenn Politiker darüber rä­sonieren, was jetzt zu tun oder zu lassen sei: Der glaubt irgendwann, eine Axt vor Augen zu haben. Denn überall ist vom Spalten die Rede, ge­nauer: von der Spaltung der Gesellschaft, die womöglich schon geschehen ist, auf jeden Fall aber droht. Und die ganz dringend verhindert werden muss.

Meistens geht es dabei um die Seuche und die Frage, wie man zurechtkommen soll mit all den Menschen, die das Geimpftwerden verweigern und Maskenpflicht und Abstandszwänge bekämpfen. Neulich, in einem Beitrag des ZDF, beklagten erst eine junge Frau, dann ein Soziologiepro­fessor und schließlich die Autorin selbst die Spaltung der Gesellschaft in Einsichtige und Uneinsichtige. In der Zeitung „Die Welt“ war zu lesen, dass die Spaltung der Gesellschaft jetzt auch die Schulen erreicht habe. In derselben Zeitung sagte jetzt der Sozio­loge Joost van Loon, dass die Spaltung der Gesellschaft letztlich schlimmer als das Virus sei: Kulturkriege würden demnächst ausbrechen. Und weil der Begriff so gut eingeführt ist, hat die Bertelsmann-Stiftung im November auch noch die „digitale Spaltung der Gesellschaft“ ins Spiel gebracht.