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Projekt „Care for integration“: Wie Zuwanderung für Wege aus der Pflege-Not sorgt

Düsseldorf -

Der Fachkräftemangel in Pflegeberufen ist ein Thema, das immer akuter wird. Auf vier offene Stellen kommt im Schnitt nur ein Bewerber, allein in der Altenpflege gibt es derzeit rund 23 000 offene Stellen deutschlandweit.

Ein Pilot-Projekt möchte Teile der Stellen mit Flüchtlingen besetzen – in Düsseldorf gibt es bereits erste Erfolge!

Wenn Amer Kabara über seinen neuen Job als Pflegekraft spricht, fangen seine Augen an zu leuchten. Der 34-Jährige hat ein Schicksal hinter sich, wie es tausende Menschen erleiden mussten.

2015 floh er, mit abgeschlossenen Wirtschafts-Studium in der Tasche, aus seiner Heimatstadt Damaskus in Syrien und suchte Zuflucht in Deutschland.

Von Damaskus nach Düsseldorf

Als er vor dreieinhalb Jahren hier her kam, stand er vor dem nichts, kannte weder Land, noch Leute – geschweige denn die deutsche Sprache.

Vergangenes Jahr dann die große Wende – er nahm am Projekt „Care for integration“ teil, machte seinen Hauptschulabschluss, lernte in Windeseile Deutsch – und ist jetzt kurz davor, professioneller Altenpfleger zu werden.

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Mekeys Gebeyesies (rechts) kommt aus Eritrea, ist 23 Jahre alt und seit April 2017 im Projekt.

„Ich hatte keine Ahnung, was das überhaupt für ein Beruf ist“, sagt er. „Aber als mir der Beruf vorgestellt wurde, war mir klar, dass ich damit etwas Gutes tun kann und eine echte Aufgabe habe.“

Auf Leute wie Amer setzt das Projekt. Sina Yumi Wagner leitet seit 2016 das Projekt, dass es sich zur Aufgabe gemacht hat, Geflüchtete zu Altenpflegern zu schulen – und damit zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. „Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, Menschen aktiv in die Gesellschaft zu integrieren, Brücken zwischen Generationen zu bauen – und zumindest einen Teil des Pflege-Notstands zu lindern“, sagt sie. Dabei stößt sie in ihrer täglichen Arbeit auch immer wieder auf kulturelle Unterschiede.

Ausführliche Erklärungen für Migranten

Denn anders als in Deutschland ist es in vielen Ländern nicht üblich, die Pflege von älteren Menschen in professionelle Hände zu geben. „Wir erklären dann immer ausführlich, warum nicht immer nur Familienmitglieder die Altenpflege leisten können“, sagt Wagner.

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Elahi Temori (24), kommt aus Afghanistan. Sie ist dankbar, eine faire Chance zu bekommen.

Sie und ihr Team sorgen in langen Gesprächen dafür, dass den Flüchtlingen viele Alltags-Probleme mit Behörden oder Sprach-Barrieren abgenommen werden. Gleichzeitig wird Wert darauf gelegt, dass ein permanenter Lernprozess stattfindet. „Vor allem die Sprache ist der Schlüssel zur Integration“, sagt Wagner.

Beim Düsseldorfer Pflegedienst „Alpha Service“ bekommen Projekt-Teilnehmer wie Amer Kabara, Elahi Temori aus Afghanistan oder Mekeys Gebeyesies aus Eritrea ihre Praxisstunden.

Geschäftsführerin Anne Egidy ist sehr angetan von dem Projekt: „Die Mitarbeiter sind sehr lernwillig und engagiert. Auch unsere Patienten nehmen die Arbeit sehr positiv wahr – oft entstehen sogar richtige Freundschaften.“

Diese Schließung der Fachkräfte-Lücke ist also für alle ein echter Mega-Gewinn!

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