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Prominent verteidigt: Vergesst Beyonce – Britney Spears ist die wahre Queen of Pop

Jeder weiß, dass Bruce Springsteen der Boss ist. Und der Godfather of Soul? Klar, kann nur James Brown sein. Andere Zuschreibungen sind weniger eindeutig. Michael Jackson mag der King of Pop sein, auch wenn man ihn, wäre er noch unter uns, wohl längst zum Abdanken gezwungen hätte.

Aber erinnern Sie sich noch an jenen kuriosen Moment bei den MTV Awards des Jahres 2002 – damals guckten sich Menschen noch MTV Awards an – als ein sichtlich verwirrter Michael Jackson eine goldene Trophäe in den Händen hielt, die ihn zum „Artist of the Millennium“ kürte? Und ihm, während er sich noch überschwänglich bedankte, langsam aufging, dass er nur irgendeinen Zufallspokal krallte, dem man ihn doch nur aus reiner Höflichkeit (es war sein 44. Geburtstag) überreicht hatte? Schuld war die in Fetischlederkluft gekleidete Britney Spears, die Jackson als „Jahrtausendkünstler“ angesagt hatte, allerdings aus reiner Höflichkeit.

Ebenjene hat nun – 18 Jahre später, was in Pop-Maßstäben einem Jahrtausend entspricht – auch die neueste Titelanmaßung zu verantworten. Nachdem sie nämlich auf Instagram das Bild einer goldenen Biene postete, über deren Kopf eine funkelnde Goldkrone schwebt, um sich darunter bei all jenen Fans zu bedanken, die sie als „Queen B“ angesprochen hätten. Was ein mittelschweres Entrüstungsbeben im sozialen Bienenkorb auslöste, denn es gibt ja bereits eine Queen B, wahlweise auch Queen Bey, die wahrhaft königliche Beyoncé. Ein Beliebtheits-Battle-Royal gegen Beyoncé zu gewinnen ist aussichtslos, fragen Sie mal Jay-Z. So aussichtslos, dass man es schon fast heroisch nennen könnte. 

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Weltstar Beyonce – aber nicht Queen of Pop.

Also was spricht für Britney? Die Ausgangslage ist erstaunlich ähnlich: Beide Queen B’s sind 38 Jahre alt und haben schätzungsweise je 100 Millionen Tonträger verkauft. Beide sind einst zusammen als leichtbekleidete Gladiatorinnen in einem Pepsi-Werbespot aufgetreten. Dann jedoch trennten sich die Wege radikal. Beyoncé gilt, spätestens nach ihrem 2016er Album „Lemonade“, als kulturelle Ikone, als ultimatives Vorbild. „Don’t worry, be Yoncé“ heißt ein Stück, das vor zwei, drei Jahren durch die deutschen Stadttheater tourte und ganz ernsthaft Selbsthilfe-Tipps dahingehend gab, wie man seine innere Beyoncé wecken kann.
Wie kann die notorisch fremdgesteuerte, tatsächlich ja unter Vormundschaft gestellte, hauptberuflich in Las Vegas herumtingelnde Britney dagegen bloß ankommen?

Andererseits, wäre sie nicht die erste Königin mit begrenzter Handlungsfreiheit. Schauen wir uns also lieber an, wofür Britney steht. Zum Beispiel für den poppigsten aller Popsongs: „… Baby One More Time“ (1999) wurde sogar vom Babyboomer-Blatt „Rolling Stone“ zur besten Debüt-Single der Musikgeschichte gekürt, das berühmt-berüchtigte Video mit den aufgesexten Schuluniformen war übrigens Britneys Idee gewesen, sie verstand eben schon genau, was sie da verkaufte. „Toxic“, vier Jahre später veröffentlicht, ist vielleicht sogar noch besser. Beide Songs prägten jedenfalls maßgeblich den Popsound der Nuller Jahre. 

Beide brachten ihre dunklen Seiten zum Erfolg

Es gibt noch eine letzte Gemeinsamkeit der konkurrierenden Queens: So wie Beyoncé auf „Lemonade“ das Drama der betrogenen Ehefrau zum Triumph wendete, mündete auch Britneys dunkelste Stunde in ihrem künstlerischen Karrierehöhepunkt. Das Jahr 2007 begann für sie mit mehreren öffentlichen Nervenzusammenbrüchen.

Statt Britney endlich in Ruhe zu lassen, wie ein weinender Fan in einem frühen viral gegangenen Youtube-Video forderte, genossen die Medien wie ihre Nutzer das würdelose Spektakel und erklärten den einstigen Kinderstar zum „White Trash“-Wrack. Statt aufzugeben, nahm Britney das Album „Blackout“ auf, das sehr viel experimenteller, schroffer und dunkler als alles war, was sie zuvor veröffentlicht hatte.

Heute gilt „Blackout“ als eines der Alben, welches die Popmusik in die Zehner Jahre katapultierten. Falls Sie mitgezählt haben: Es ist das bereits zweite Mal, dass Britney Spears einem Jahrzehnt ihren Stempel aufgedrückt hat. Oops, she did it again.

Wenn Britney sich also selbst als Queen B inthronisieren will, sollten wir einen tiefen Knicks machen und rückwärts tastend den Saal verlassen. Sie hat ihren Ehrennamen verdient. 

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