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Rasche Ausbreitung von Omikron: Südafrika meldet "exponentiellen Anstieg"

Rasche Ausbreitung von Omikron Südafrika meldet "exponentiellen Anstieg"

Die Lage sei "beunruhigend", meint das südafrikanische Institut für Infektionskrankheiten: Die Corona-Variante Omikron breitet sich zunehmend auch unter Älteren aus, insgesamt steigt die Infektionszahl deutlich. Derweil kritisiert der UN-Generalsekretär den Umgang mit afrikanischen Staaten.

Das südafrikanische Institut für Infektionskrankheiten (NICD) hat den raschen Anstieg der Corona-Fälle angesichts der neuen Omikron-Variante als "beunruhigend" bezeichnet. In den vergangenen zwei Wochen habe es einen "exponentiellen Anstieg" der Fälle in Südafrika gegeben, von zunächst 300 täglichen Neuinfektionen im Wochendurchschnitt auf 1000 in der vergangenen Woche und zuletzt auf 3500, sagte die NICD-Vertreterin Michelle Groome.

Am Abend meldete das NICD, dass binnen 24 Stunden landesweit 8561 neue Corona-Fälle gemeldet worden seien. In Gauteng, der bevölkerungsreichsten und am stärksten betroffenen Provinz Südafrikas, zu der auch die Metropole Johannesburg gehört, stieg der Anteil der positiven Tests am Mittwoch auf 27 Prozent. Am Dienstag waren 4400 Neuinfektionen registriert worden.

Die Omikron-Variante, die zunächst insbesondere bei jungen Menschen festgestellt worden sei, verbreitet sich den Angaben zufolge zunehmend auch unter älteren Menschen. Die rasche Ausbreitung auch in anderen Ländern hat Regierungen weltweit in Alarmbereitschaft versetzt. Viele Länder haben wegen Omikron einen Einreisestopp für Passagiere aus Ländern des südlichen Afrikas verhängt.

Guterres: Umgang mit Afrika ist ein "Skandal"

UN-Generalsekretär Antonio Guterres bezeichnete diese Einreisesperren nun als ungerecht und unwirksam. "Mit einem wirklich grenzenlos agierenden Virus sind Reisebeschränkungen, die ein Land oder eine Region isolieren, nicht nur zutiefst ungerecht und strafend, sondern auch unwirksam", sagte er. Er nannte es einen "Skandal", dass der Kontinent Afrika für seine niedrigere Impfquote verurteilt werde.

Es sei "unfair" und "unmoralisch", dass Südafrika dafür bestraft werde, dass es die Entdeckung der neuen Omikron-Variante öffentlich gemacht habe, sagte Guterres. Länder dürften "nicht kollektiv dafür bestraft werden, dass sie entscheidende wissenschaftliche und gesundheitsbezogene Informationen identifiziert und mit der Welt geteilt haben".

Auch der Kommissionschef der Afrikanischen Union (AU), Moussa Faki Mahamat, verurteilte die "Stigmatisierung" des afrikanischen Kontinents. "Weniger als sechs Prozent der Afrikaner sind geimpft", betonte er und rief zu internationaler Solidarität auf, um weitere Impfungen für die Länder zu ermöglichen. Einreisesperren seien nicht der richtige Weg, um auf die Entdeckung der neuen Virusvariante zu reagieren.

"Ich rufe alle Regierungen auf, stattdessen wiederholte Tests für Reisende sowie andere geeignete und wirklich wirksame Maßnahmen in Betracht zu ziehen", sagte auch Guterres. "Dies ist der einzige Weg, um das Übertragungsrisiko zu verringern und gleichzeitig Reisen und wirtschaftliches Engagement zu ermöglichen", fügte er hinzu.