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Rhein-Berg: Einige Wirte wollen gegen Sperrstunde klagen

Wenig begeistert sind die Wirte über die Sperrstunde, die der Kreis nach Maßgabe der Landesregierung auf 23 Uhr festgelegt hat. „Am Wochenende macht das für uns sehr viel aus,“ sagt Alexander Voßler, Geschäftsführer der Quirl’s Sportbar an der Gnadenkirche in Bergisch Gladbach, die sonst bis 3 Uhr geöffnet hat. Die Sperrstunde um 1 Uhr ginge ja noch, so Voßler. Dennoch: „Wir haben die ganze Saison über nur etwa die Hälfte des Umsatzes gemacht. Aber jetzt rechne ich noch einmal mit 80 Prozent weniger Einnahmen.“ Viele, befürchtet er, werden unter den Umständen gar nicht erst kommen.

Das Lokal ist nicht nur ein beliebter Jugendtreff, sondern auch für Fußballfans ein Anlaufpunkt. „Wir zeigen unter anderem die Champions League. Das ist ganz blöd, denn wir müssen die Leute vor dem Schlusspfiff nach Hause schicken,“ ärgert sich Voßler. Er hält die frühe Sperrstunde als Infektionsprävention für „sinnfrei“. Die Hygienemaßnahmen, die die Kneipiers bereits umgesetzt hätten, seien sehr effektiv. „Wir sind Teil der Lösung, nicht das Problem,“ betont der Wirt und verweist auf Tischabstände, Gästebegrenzung und Namenserfassung. „Wenn wir zumachen, treffen sich die Leute eben unkontrolliert zu Hause.“

„Wenn das so bleibt, kommen wir in Schwierigkeiten“

Alexander Voßler will sich mit der in seinen Augen überzogenen Maßnahme nicht abfinden, sondern dagegen klagen – wie viele Kollegen, die vom Gastronomenverband Dehoga unterstützt werden. „Ich bin bereits in intensiven Gesprächen mit meinem Anwalt.“

Auch Bicakci Sertip vom Gladbacher Gasthaus Paas macht seinen Hauptumsatz am Wochenende ab 22.30 Uhr. „Veranstaltungen und Feiern brechen mir zusätzlich weg,“ sagt der Geschäftsführer. „Wenn das so bleibt, kommen wir in erhebliche Schwierigkeiten.“ Ebenfalls mit deutlichen Einbußen rechnet Detlef Roth, stellvertretender Geschäftsführer des Irish Pub in Schildgen. Er hat die Öffnungszeiten vorverlegt. „Samstag, Sonntag öffnen wir schon um 15 Uhr,“ sagt er. Das sei aber eher interessant für die Gäste, die zum Essen kommen. Für das Abendpublikum gelte jetzt: 22.30 Uhr Last Order, letzte Runde. „Die Gäste sind sehr verständig und verständnisvoll,“ hat Roth beim Probelauf letzten Samstag beobachtet. Nichtsdestotrotz: „Das ist ein deutlicher Einschnitt für uns, den wir schmerzhaft spüren.“ Auch er kann sich eine Klage vorstellen.

Keine Gäste ohne Reservierung in Overath

Kai Engelke, Wirt des Overather In-Lokals „Stadtmitte“ im Bahnhof, antwortet auf die Frage, wie sich die neue Sperrstunde bei ihm bemerkbar macht: „In der Woche ist das kein Thema, aber am Wochenende sehr wohl.“ Denn da falle der komplette zweite Schwung von Gästen weg, der sonst am späteren Abend gekommen sei, um noch ein Bier zu trinken. „Wir haben jetzt praktisch einen reinen Restaurant-Betrieb bei uns.“ Dazu gehöre auch, dass fast niemand mehr ohne Reservierung komme. Die Stadtmitte habe sich darauf eingestellt, sei via Rufumleitung auch tagsüber zu erreichen. Erschwerend fürs Wirtschaften in der Wirtschaft sei auch, dass die Zeit der Außengastronomie auch vorbei sei.

Von seinen Gästen wünscht sich der Overather Wirt, dass sie weiterhin fleißig in zwei Schichten kommen: entweder früh von 17 bis 19.30 Uhr oder spät von 20 bis 23 Uhr. Das helfe, die Einnahmeausfälle zu vermindern, die auch ohne Sperrstunde allein schon dadurch entstünden, dass er das Sitzplatzangebot von 100 auf 50 habe vermindern müssen. Engelke ist zwar zuversichtlich, weiter durchzuhalten: „Wir haben gut gewirtschaftet.“ Aber irgendwann sei es auch genug.

Alexander Voßler vom Quirl’s rechnet mit einer landesweiten Klagewelle und verweist auf entsprechende Eilanträge, die bereits aus mehreren NRW-Städten vorliegen. „Wir Wirte sind ja alle Mitglied der Dehoga, die die Klagen koordiniert.“ Beim Oberverwaltungsgericht Münster haben 19 Gastronomen aus Köln, Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis eine gemeinsame Klage eingereicht.

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