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Rhein-Sieg-Kreis: Gastwirte klagen gegen Sperrstunde

Niemand kann Christiane Zanfrini vorwerfen, sie hätte Corona nicht ernstgenommen. Schon im Frühjahr führte sie in ihrer „Latino Lounge“ in der Marktpassage die unübersehbaren Plexiglaswände ein, die die Tische so voneinander abtrennen, dass nur vier Gäste zusammensitzen können. „Ich nenne sie Speed-Dating-Kabinen“, sagt sie im Scherz, aber gerade ist ihr der Spaß vergangen: Die zuerst von der Stadt verhängte Sperrstunde geht der Gastronomin zu weit. Mit rund 20 Kollegen aus dem Kreis und Bonn hat sie jetzt eine Sammelklage gegen das Land angestrengt.

„Am vergangenen Wochenende hat mich die Sperrstunde rund 5000 Euro Umsatz gekostet“, schildert sie. Gewöhnlich blieben manche Gäste bis 1 Uhr oder 1.30 Uhr, im Sommer auch länger. Unter der Woche seien die Einbußen nicht ganz so hoch. Durch die Pandemie und die Hygienevorkehrungen sei das Jahr ohnehin schlecht.

Hygienevorgaben werden im Restaurant penibel umgesetzt.

Hygienevorgaben werden im Restaurant penibel umgesetzt.

„Wir in der Gastronomie haben die steigenden Zahlen nicht ausgelöst“, betont sie, auch mit Blick auf die Gottesdienste in einer freikirchlichen Gemeinde, die die Zahlen in der Kreisstadt auf kritische Werte getrieben hatten. Dreimal hintereinander sei dort in Gottesdiensten gegen Corona-Vorschriften verstoßen worden. „Was wäre wohl bei uns passiert?“, fragt sie sich. „Hätte es da ein drittes Mal überhaupt gegeben?“

Schon am Freitagabend sei sie vom Ordnungsamt kontrolliert worden, mit der Warnung, es werde empfindliche Geldbußen geben, wenn sich nach 23 Uhr noch eine Gast finde. Sicherlich hätten die Mitarbeiter des Amts derzeit keinen leichten Job. „Aber der Ton macht die Musik, man muss doch nicht gleich mit Drohungen kommen.“

Gastronomie als Sündenbock?

Sie und ihre Kollegen, klagt Zanfrini, würden behandelt, als hätten sie gerade erst mit Schutzmaßnahmen begonnen. Selbstredend sind bei ihr Abstände, Masken, Desinfektionsmittelspender und regelmäßiges Desinfizieren der Tische obligatorisch. Sie habe sogar das Gefühl, die Gastronomie werde zum Sündenbock gemacht.

Wenig Verständnis hat sie für die Sperrstunde auch, weil sie, wie sie sagt, wohl kaum dazu tauge, junge Leute vom Freien abzuhalten, ebenso wie das Alkoholverkaufsverbot ab 22 Uhr. „Wer ist so naiv, daran zu glauben? Jugendliche decken sich dann doch einfach vorher im Supermarkt ein.“ Bei ihr im Lokal dagegen gebe es klare Vorschriften und desinfizierte Tische. Auch die Maskenpflicht in der Fußgängerzone sieht sie kritisch, in Siegburg gebe es kein Gedrängel wie in Köln auf der Schildergasse und der Hohe Straße. „Das schadet nur dem Einzelhandel.“ Sie fürchtet, dass, wenn die Effektivität von etablierten Maßnahmen in Frage gestellt werde, Bürger verunsichert würden und letztlich die Akzeptanz schwinden könne.

Zanfrini betont, ihr sei nicht nur die Sicherheit ihrer Gäste, sondern auch ihres Personals wichtig. Sie beschäftigt 17 Mitarbeiter in Voll- und 35 in Teilzeit. Wer in der zweiten Schicht arbeitet, habe schon Probleme, wegen der Sperrstunde auf die nötige Stunden zu kommen. Hilfreich könnten zusätzliche elektrische Heizstrahler für draußen bringen, aber dazu müsse sie erst einmal die Netzkapazität prüfen lassen. Gasbetriebene Heizpilze seien ja nicht erlaubt.

Hoffnung gibt ihr ein aktuelles Urteil des hessischen Verwaltungsgerichtshof: Ein Gastwirt aus Gießen hatte erfolgreich Beschwerde gegen die Sperrstunde eingelegt, das Gericht wertete die Anordnung als nicht verhältnismäßig und rechtswidrig. Zanfrini: „Und in Gießen sind die Infektionszahlen viel höher als bei uns.“

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