Germany

Ruhiger Protest in Gummersbach: 60 Teilnehmer bei Kundgebung gegen Corona-Maßnahmen

Gummersbach -

Zunächst heißt es: Jeder bitte nur ein Kreuz. Und danach: Immer Abstand wahren. Im Gummersbacher Stadtgarten auf dem Steinmüllergelände haben am frühen Samstagnachmittag etwa 60 Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen ihrem Unmut eher leise als laut Luft gemacht. Und das eben unter etlichen Auflagen: Eine quadratische Fläche ist ausgewiesen und eingezäunt, weiße Kreidekreuze auf dem Asphalt markieren die Standorte und dort zusammenstehen darf nur, wer zusammen wohnt. Zudem sind Ein- und Ausgang weit getrennt.

Aufgerufen zu diesem Protest hat die Facebook-Gruppe „Corona-Widerstand 2020 Oberberg“. Organisator Robin Purcz aus Waldbröl hatte 100 Teilnehmer angemeldet, nachdem ein „Spaziergang“ durch die Kreisstadt – wie bereits am Samstag vergangener Woche unternommen – von der Stadtverwaltung aus Gründen der Sicherheit nicht genehmigt worden war. Derzeit zählt die Gruppe in dem Sozialen Medium etwa 220 Mitglieder.

Großes Aufgebot an Polizei und Ordungsamt

Mit großem Aufgebot wachen Polizei und das Gummersbacher Ordnungsamt über die Kundgebung. „Keine Verstöße“, stellt Polizei-Einsatzleiter Stefan Kirchner schließlich fest, als die Facebook-Gruppe mit dem gemeinsamen Lied „Die Gedanken sind frei“ ihren Protest nach einer guten Stunde ausklingen lässt.  Hauptkommissar Kirchner leitet zudem die Gummersbacher Wache  dem Stadtgarten gegenüber.

Neuer Inhalt (3)

Mit großem Aufgebot wachen Polizei und das Gummersbacher Ordnungsamt über die Kundgebung.

„Wir wollen Präsenz zeigen und damit ausdrücken, dass wir bei jeglichen Veranstaltungen bereitstehen“, führt Kirchner aus. Nur zu Beginn habe sich die Polizei einer „unklaren Lage gegenübergesehen“: „Wir konnten nicht abschätzen, wie viele Menschen letztlich kommen würden.“ Er und seine Kollegen hätten in wenigen Fällen freundlich an den Sicherheitsabstand von anderthalb Metern erinnert. „Ansonsten gab es nichts zu beanstanden, alles war sehr gut organisiert.“

„Oberberg ist bunt nicht braun“

Präsenz zeigen, das will auch der Verein „Oberberg ist bunt nicht braun“, dessen Mitglieder sich – unterstützt von allen Parteien (mit Ausnahme der AfD) und etlichen anderen Initiativen – am Kinocenter Seven versammeln. Dort ruft Vorsitzender Gerhard Jenders dazu auf, genau hinzusehen, wer heute Protestaktionen organisiert, und warnt vor rechtsorientierten Gruppen, die eine solche Krise für ihre Zwecke missbrauchten. Er fordert eine klare Distanzierung und ermuntert zur Solidarität: „Die Krise kann und darf nicht auf Kosten der Schwachen gelöst werden.“ Solidarität bedeute, dass jeder die Verantwortung tragen müsse, das Virus nicht weiter zu verbreiten.

Neuer Inhalt

Präsenz zeigen, das will auch der Verein „Oberberg ist bunt nicht braun“.

Nebenan tönen poppige Lieder von Freiheit und für die Menschenrechte aus den Lautsprechern, später kündigt die Gummersbacher Rednerin Lisa Grieger als Mutter von zwei Kindern an, dass sie weder sich noch den Nachwuchs jemals gegen Corona impfen lassen werde, sollte es den Impfstoff geben. Auch erinnert sie an Oberbergs Senioren, die gerade vereinsamten und verurteilt den Ausfall von Schulunterricht ebenso wie die Pflicht, Schutzmasken zu tragen. „Die  machen uns krank.“

Neuer Inhalt (1)

Organisator Purcz kritisiert derweil etwa die „Unverhältnismäßigkeit der Maßnahmen gegen Corona“: „Aber darüber, dass alle zehn Sekunden ein Kind an Hunger stirbt, während wir immer noch 20 Prozent aller Lebensmittel wegwerfen, darüber redet niemand.“ Applaus, Buh- und Pfui-Rufe begleiten solche Worte an einem ansonsten ruhigen Samstagnachmittag.

Football news:

Ex - Trainer Orenburg Emelyanov: ich glaube nicht, dass der Verein am Rande der Insolvenz ist
Tonali will zu Inter wechseln. Der Klub verhandelt mit Brescia
Nikita kashayev: wenn die Schweden über die Statistik des Coronavirus in Russland erfahren, haben Sie die Augen auf der Stirn klettern
Besiktas-Spieler standen auf einem Knie und bildeten die Initialen von George Floyd
RB Leipzig sieht Rashica als Ersatz für Werner
Bayer-Direktor: die Zukunft von Havertz steht noch nicht fest
Arsenal ist bereit, 25 Millionen Euro für den 19-jährigen Mittelfeldspieler Feyenoord Kekchu zu zahlen