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RWE investiert 40 Millionen Euro: Bagger schaufelt Ackerboden für Tagebau Hambach

Elsdorf/Hambach -

Im Zeitlupentempo hebt ein Mobilkran das gut zehn Tonnen schwere Schaufelrad an seinen Platz im neuen Lößbagger AG 820. 8,40 Meter hat das Schaufelrad im Durchmesser. Es wird ab dem nächsten Jahr täglich 10.000 Tonnen Ackerboden für die oberen Sohlen der Kippenseite des Tagebaus Hambach aufschaufeln, der noch etwa acht Jahre lang Kohle liefern soll.

Als Richtfest gilt bei den Bergleuten der Einbau des gut zehn Tonnen schweren Schaufelrades in den Bagger, der den per Zug angelieferten Lößboden aus dem Bunker auf das Förderband verlädt.

Als Richtfest gilt bei den Bergleuten der Einbau des gut zehn Tonnen schweren Schaufelrades in den Bagger, der den per Zug angelieferten Lößboden aus dem Bunker auf das Förderband verlädt.

Die Montage des Schaufelrades ist Richtfest für das „Aufnahmegerät“, wie Bagger AG 820 auch genannt wird. Bislang wurde der abgeräumte und separat gelagerte Lößboden per Radlader und Lastwagen wegtransportiert, vornehmlich zur Aufwertung von Waldböden in der Rekultivierung. Jetzt kommen die Ackerflächen dran. Auch eine Kies-Löß-Mischung wird gebraucht, aus der die Flächen rund um den künftigen Restsee gestaltet werden sollen. Eine enorme Menge ist das, statt bisher 300.000 werden jährlich etwa 1,5 Millionen Kubikmeter benötigt.

RWE geht neue Wege

Das erfordert den Einsatz neuer zeit- und kostensparender Logistik. Der Boden wird aus Garzweiler angeliefert, da in Hambach, auch durch die Verkleinerung der Abbaufläche, nicht ausreichend Lößboden anfällt. Zehn Züge täglich kippen den Boden in einen knapp 250 Meter langen Bunker. AG 820 schaufelt die Erdmassen vollautomatisch auf ein neues 2,2 Kilometer langes Förderband. Von dort gelangt der Löß zum Knotenpunkt der Förderbänder zwischen Abraum- und Kippenseite unterhalb des Kohlenbahnhofs an der Westseite des Tagebaus.

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Bereit zum Einbau in das Schaufelrad sind die acht Schaufeln, die ein Fassungsvermögen von jeweils einen knappen Kubikmeter haben. Foto: Fratz

Mit dem neuen Förderband beschreitet RWE neue Wege, wie Projektleiter und Ingenieur Andreas Mowe erläuterte. Es nimmt eine lang gezogene Kurve mit einem Radius von 1500 Metern, den die Elastizität der Bänder auffangen können. Bislang verliefen die Bänder nur geradeaus. Durch die Neuheit kann eine Umlenkstation eingespart werden.

Der neue Bagger, der bis zum Jahr 2030 den Löß für 255 Hektar neues Ackerland bewegt, wiegt 400 Tonnen. Noch ein Zwerg im Vergleich zu den anderen Riesen auf den Sohlen, die 13.000 Tonnen wiegen.

Montagebereit stehen die acht Schaufeln, die jeweils knapp einen Kubikmeter fassen, neben dem neuen kleinen Riesen. Zum Jahresanfang soll die Anlage, die vollautomatisch und ohne Leitstandfahrer lediglich per Start-/Stopp-Knopf betrieben wird, in den Probelauf gehen und ab April ihren Dienst aufnehmen.„Die Äcker und Felder bringen neben der Sophienhöhe noch mehr Vielfalt in das zukünftige Landschaftsbild“, sagte Tagebauleiter Thomas Körber. Er geht davon aus, dass auch ein früheres Aus des Tagebaus Garzweiler die Ressourcen an Löß für Hambach nicht beeinträchtigen wird.