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Sahnestück wird umgebaut: Wohnen und arbeiten auf Stiftsgut

Blick auf den historischen Hof mitsamt den verschiedenen Gebäuden: Das Stiftsgut im alten Ortskern Oberkaufungens soll künftig ein Wohn- und Arbeitsort sein. Derzeit wird es landwirtschaftlich genutzt.

Die Pläne rund um das Kaufunger Stiftsgut werden konkret: Nachdem Eigentümer Christian Karst vor rund sechs Jahren bekannt gemacht hatte, dass er die Liegenschaft verkaufen wolle, ist nun klarer, was einen Investor erwartet.

Kaufungen/Kassel – Er erwirbt nicht einfach die historische Liegenschaft, in der Landwirtschaft betrieben wird, sondern Wohnungen und Gewerbeflächen. Für Ideen, wie auf dem Hof Räume zum Leben und Arbeiten entstehen können, sorgt das Kasseler Architekturbüro Sprengwerk. Laut Sprengwerk-Mitarbeiter Matthias Tunnemann sind 28 Wohnungen mit einer Gesamtfläche von rund 3400 Quadratmetern geplant. Sie sollen im Nord- und Südflügel, in einem Neubau an der Straße Hofgarten sowie im Herrenhaus entstehen. Hinzu kommen 1400 Quadratmeter Gewerbefläche für Büros und Ateliers im Nord- und Südflügel sowie in der Scheune. „Abgesehen vom Neubau am Hofgarten wird im Bestand gebaut“, sagt Tunnemann.

Matthias Tunnemann, Sprengwerk

Zwölf Reihenhäuser mit je 120 Quadratmetern Wohnfläche entstehen hingegen neu, dafür muss die Reithalle weichen. Für die meisten Parkplätze, nämlich 28, plant Sprengwerk eine Tiefgarage. Sie soll teils unter der historischen Scheune und teils unterhalb des Neubaus (derzeit Nebengebäude) am Hofgarten liegen. Obendrein kann auf einigen wenigen Flächen im Hofbereich und an den neuen Gebäuden geparkt werden. Auch Fahrradabstellmöglichkeiten sind geplant.

Das Projekt wird laut Diplom-Ingenieur Tunnemann „einen niedrigen, zweistelligen Millionenbetrag“ kosten. Die Summe hänge auch damit zusammen, dass es sich im Wesentlichen um denkmalgeschützte Gebäude handelt. Sie sollen in Absprache mit Unterer Denkmalschutzbehörde und Landesdenkmalpflege in ihren Grundfesten erhalten bleiben.

Die Kaufunger Parlamentarier nahmen die Pläne großteils wohlwollend auf. Sie beschlossen in ihrer jüngsten Sitzung, dass der Entwurf für den Bebauungsplan offengelegt wird. „Das bereiten wir gerade vor und geben bekannt, wann die einmonatige Offenlegungsphase beginnt“, heißt es aus dem Kaufunger Rathaus.

Christian Karst, Eigentümer

Diskussionspunkt in der Sitzung war das Thema sozialer Wohnungsbau. Die GLLK hatte sich dafür ausgesprochen, Wohnungen für kleineres Geld anzubieten. Seitens der SPD und der CDU gab es Gegenwehr. Auch Projektentwickler Matthias Tunnemann sprach sich dagegen aus. Niemand wolle entsprechende Wohnungen verhindern, hieß es von allen Seiten. Doch gerade in diesem Fall, wo in denkmalgeschütztem Bestand gebaut wird, sei es erheblich teurer für den Investor, entsprechende Wohnungen anzubieten. Das würde die Investorensuche erheblich erschweren und somit das Projekt womöglich sogar gefährden. Läuft alles glatt, sagt Tunnemann, könne im Frühjahr der Bebauungsplan (vorbereitet vom Kasseler Planungsbüro BAS) beschlossen und etwa ein Jahr später mit dem Bau begonnen werden. „Die Umsetzung wird etwa vier Jahre dauern.“

Zunächst müsse jedoch erst ein Investor gefunden werden. „Wir sind bereits in Gesprächen, Namen nennen wir aber noch nicht“, sagt Tunnemann. Christian Karst ist mit dem Projekt zufrieden. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt der 63-Jährige.

Von Moritz Gorny