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„Schäbig und unanständig“: Laschet wehrt sich gegen Kritik an Millionen-Deal

Kurz bevor die Corona-Pandemie Deutschland erreichen sollte, reiste Johannes „Joe“ Laschet nach Berlin. Der Sohn des NRW-Ministerpräsidenten nahm am „Digicamp“ der CDU teil, um dort über Influencer Marketing zu diskutieren. Also darüber, wie Meinungsmacher mit großer Community in sozialen Netzwerken Kommunikation steuern und Kaufentscheidungen beeinflussen können.

Veranstaltet wurde das Treffen von der Berliner PR-Agentur Storymachine, die später die von Armin Laschet in Auftrag gegebene Heinsberg-Studie medial begleitete. Warum man ausgerechnet Joe Laschet einlud, ist nicht bekannt. Influencer ist er allenfalls in Modefragen. Mehr als 90.000 Menschen folgen ihm auf Instagram, wo er mit Uhren, Autos und in Kollektionen der Mönchengladbacher Textilfirma van Laack posiert. Auf Twitter hat er fünf Follower. Einer davon ist sein Vater.

Nun wittert die SPD „Influencer Marketing in der Staatskanzlei“. Der Vorwurf: Joe Laschet soll geholfen haben, im Frühjahr ein lukratives Geschäft zwischen der Landesregierung und van Laack einzufädeln. „Ich habe Joe gesagt, dass er seinem Vater meine Nummer geben kann, wenn das Land Hilfe bei der Beschaffung von Masken braucht“, hat Firmen-Inhaber Christian von Daniels in einem Interview mit der „Rheinischen Post“ gesagt. Tatsächlich habe sich Laschet kurz darauf telefonisch bei ihm gemeldet. „Zwei Tage später saßen seine Mitarbeiter bei uns im Konferenzraum und haben sich unsere Masken und Kittel angeguckt.“ Im April orderte die Landesregierung bei van Laack Schutzausrüstung im Wert von 38,5 Millionen Euro. Die Summe wurde im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Ebenso der Grund, warum die Vergabe ohne Ausschreibung erfolgte. Demnach stützte man sich auf die Ausnahme bei unvorhersehbaren Ereignissen. Die Zusammenarbeit hält offenbar bis heute an. Noch am 30.11. soll das Land die Produktion von einer Million Masken und zehn Millionen Schutzkitteln für die Polizei bei van Laack in Auftrag gegeben haben.

SPD fordert lückenlose Aufklärung

Der finanzpolitische Sprecher der SPD, Stefan Zimkeit, fordert von Laschet lückenlose Aufklärung und hat eine kleine Anfrage gestellt. Er will wissen, wie viele Deals mit van Laack abgewickelt wurden, welche anderen Anbieter beteiligt waren, wie die Vergabeverfahren abliefen und ob Joe Laschet eine Provision kassiert habe. Zimkeit: „Es ist nicht besonders geschickt, selbst beim Firmenchef anzurufen“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Er hätte die Information an das Gesundheitsministerium weitergeben und sich dann raushalten müssen.“

Der Ministerpräsident reagierte am Dienstag emotional. Die Vorwürfe seien „schäbig und unanständig“, sagte Laschet bei der Vorstellung des Impfzentrums in Düsseldorf. „Bei der NRW-SPD gehört Diffamieren immer zum Stilmittel. Die neue Qualität ist, dass es ohne jede Rücksichtnahme in meine Familie hineingeht.“ Der Kampf um die Masken sei brutal gewesen. Auf der Suche nach Anbietern habe man sich die Hände wund telefoniert. Dann habe er auch seinen Sohn gefragt, der sich in der Textilindustrie auskenne. „Mein Sohn hat das gemacht, was jeder gemacht hätte: Helfen, ohne jeden Lohn, ohne jeden Vorteil, ohne jeden Cent“, so Laschet. Er werde nicht akzeptieren, dass dieses Engagement jetzt „in den Dreck gezogen“ werde.

Gesundheitsminister Karl Laumann sagte am Dienstag: „Zu der Zeit hatten wir so gut wie gar keine Schutzausrüstung. Da mussten wir Krankenschwestern ohne Maske in die Zimmer von Infizierten schicken. Es ist doch absurd, daraus jetzt einen Vorwurf zu machen.“ Die Staatskanzlei hatte am Montag erklärt, dass der Ministerpräsident Hinweisen auf Firmen, die für eine Produktion in Frage kamen, auch persönlich nachgegangen sei. Welche das gewesen sind, war bislang nicht zu erfahren. Eine Anfrage dieser Zeitung ließ die Staatskanzlei unbeantwortet. Auch van Laack äußerte sich nicht.

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