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Schach-WM: Wieder Remis zwischen Carlsen und Nepomnjaschtschi

Grübeln auf Augenhöhe: Magnus Carlsen (r) und Jan Nepomnjaschtschi Bild: dpa

Zum ersten Mal bei dieser WM ist Jan Nepomnjaschtschi eine ganze Partie lang am Drücker. Zufrieden ist der Herausforderer nach dem fünften Remis dennoch nicht.

Die spanische Eröffnung ist eine der ältesten, die das Schach kennt. Sie wurde schon im 16. Jahrhundert von dem damals führenden Meister Ruy Lopez mit Vorliebe gespielt. Manche nennen sie die „spanische Folter“, weil sie dem Weißspieler oft einen kleinen, aber lange anhaltenden Vorteil verschafft. Oft ist Schwarz die ganze Partie über in der Defensive. So war es auch in der fünften WM-Partie. Jan Nepomnjaschtschi war erstmals in diesem Match die ganze Zeit am Drücker und Magnus Carlsen in der Defensive. Anschließend machten beide Geständnisse, die angesichts des Spielgeschehens verblüffen.

Carlsen meinte, „es ist ein perverser Geschmack, die Verteidigung solcher Stellungen zu mögen, aber von Zeit zu Zeit macht mir das Spaß“. Nepomnjaschtschi scheint jedoch an der Rolle des Folterknechts keinen rechten Gefallen gefunden zu haben. „Wenn man Spanisch auf dem Brett hat, ist man schon nicht erfreut“, befand der Russe. „Natürlich bin ich nicht zufrieden. Heute ging es nicht darum, ob er sich gut verteidigt hat, sondern dass ich meine Möglichkeiten nicht nutzte.“ Zu diesem Gefühl wird auch beigetragen haben, dass er schnell und frei spielte und zwischenzeitlich mal fast eine Stunde mehr Bedenkzeit hatte.

Hier hätte Weiß mit seinem c-Bauern vorrücken sollen. Das war der Zug, den Carlsen fürchtete und nach dem die Kommentatoren und Computer Nepomnjaschtschi im Vorteil sahen.

Hier hätte Weiß mit seinem c-Bauern vorrücken sollen. Das war der Zug, den Carlsen fürchtete und nach dem die Kommentatoren und Computer Nepomnjaschtschi im Vorteil sahen. : Bild: chess24

Die wohl beste Gelegenheit, mehr aus seinen kleinen Vorteilen zu machen, hatte er im 20. Zug mit einem Vorstoß seines c-Bauern. Nepomnjaschtschi wollte sich die Option aber noch für später offenhalten, weil er nicht sicher gewesen sei, wo er diesen Bauern am liebsten hatte. Schon Anfängern wird eingebläut, mit Bauernzügen vorsichtig zu sein, weil sie ja nie rückwärts ziehen dürfen. Carlsen gab zu, dass er ernstlich besorgt war. Nachdem sein Herausforderer versäumte, den c-Bauern vorzurücken, fand er, „dass ich das Gröbste überstanden hatte“.

Er musste trotzdem noch einige Rückzüge auf die eigene Grundreihe finden, um danach nicht in größere Schwierigkeiten zu geraten. Carlsen konnte der Partie Positives abgewinnen. „Offensichtlich war es nicht berauschend. Abgesehen von der Zugwiederholung am Ende habe ich nicht einen einzigen aktiven Zug gespielt. So gewinnt man nicht viele Partien, aber dass Resultat ist in Ordnung.“ Nach diesem fünften Remis im fünften Spiel ist der Donnerstag in Dubai spielfrei. Das auf 14 Partien angesetzte Match wird am Freitag fortgesetzt.

Notation der fünften Partie der Schach-WM, spanisch

Weiß: Jan Nepomnjaschtschi (Russland)
Schwarz: Magnus Carlsen (Norwegen)

1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lb5 a6 4. La4 Sf6 5. O-O Le7 6. Te1 b5 7. Lb3 O-O 8. a4 Tb8 9. axb5 axb5 10. h3 d6 11. c3 b4 12. d3 bxc3 13. bxc3 d5 14. Sbd2 dxe4 15. dxe4 Ld6 16. Dc2 h6 17. Sf1 Se7 18. Sg3 Sg6 19. Le3 De8 20. Ted1 Le6 21. La4 Ld7 22. Sd2 Lxa4 23. Dxa4 Dxa4 24. Txa4 Ta8 25. Tda1 Txa4 26. Txa4 Tb8 27. Ta6 Se8 28. Kf1 Sf8 29. Sf5 Se6 30. Sc4 Td8 31. f3 f6 32. g4 Kf7 33. h4 Lf8 34. Ke2 Sd6 35. Scxd6+ Lxd6 36. h5 Lf8 37. Ta5 Ke8 38. Td5 Ta8 39. Rd1 Ra2+ 40. Td2 Ta1 41. Td1 Ta2+ 42. Td2 Ta1 43. Td1 Remis