Germany

Seine Opfer ließ „der Schlächter“ den Krokodilen zum Fraß vorwerfen

Auf diesen Termin hatte der Präsident unmöglich verzichten können. Natürlich war Ugandas Staatsoberhaupt Milton Obote zur Konferenz aller Commonwealth-Staaten in Singapur gereist. Doch wenige Stunden vor seiner geplanten Rückkehr wurde er am 25. Januar 1971 gestürzt – von seinem ehemaligen Gefolgsmann und Vertrauten Idi Amin.

Zunächst verlief der Putsch in Ugandas Hauptstadt Kampala unblutig. Amin, der frühere Oberbefehlshaber der Streitkräfte, hatte schon seit Wochen gegen Obote konspiriert, obwohl er ihm seine Karriere verdankte.

Amin, geboren vermutlich 1925, war Berufssoldat. In den 1950er-Jahren kämpfte er für die britische Kolonialverwaltung in Kenia gegen die Mau-Mau-Bewegung; 1961 erhielt er als einer der beiden ersten Einheimischen den Rang eines Leutnants in der Kolonialarmee.

Ugandan President Idi Amin gestures during a speech in 1973. (Photo by Keystone/HultonArchive/Getty Images) Getty ImagesGetty Images

Nur ausnahmsweise trug der bullige Diktator Zivil

Quelle: Getty Images

Als Uganda 1962 unabhängig wurde, begann ein fast beispielloser Aufstieg. Amin, zunächst Hauptmann der neuen Nationalarmee, stieg binnen vier Jahren zu deren Oberbefehlshaber auf. Und das, obwohl ihm nachgesagt wurde, mehr vom Sport zu verstehen als von Politik. Ob das zutraf oder nicht: Jedenfalls war der bullige, 1,93 Meter große und mehr als 120 Kilogramm schwere Offizier neun Jahre lang ugandischer Meister im Schwergewichtsboxen.

Erst nach seinem Putsch verbreiteten sich beunruhigende Gerüchte über den neuen Machthaber weltweit. Von ungeheurer Grausamkeit war da die Rede – und im Gegensatz zu vielen anderen Behauptungen über Politiker bestätigten sich diese Warnungen: Bald verschwanden potenzielle Gefährder seiner Macht spurlos, ebenso ganze Dörfer in ihm feindlich gesinnten Gebieten.

377346 01: Ugandan President Idi Amin speaks during a press conference October 1973 in Uganda. Amin, a major general and commander of the armed forces in 1968 overthrew Obote in January 1971 and became president. (Photo by Liaison) Getty ImagesGetty Images

Idi Amin im Oktober 1973 bei einer Pressekonferenz

Quelle: Getty Images

Amin gab derweil nach außen hin den Clown, nahm Titel wie „Feldmarschall Al Hadsch Doktor Idi Amin Dada“ oder „Herr der Tiere des Erdkreises und der Fische im Meer“ an; außerdem forderte er Muhammad Ali zum Duell im Ring heraus, natürlich in Kampala.

Mit der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien überwarf Amin sich, als er die Titulatur „König der Schotten und Eroberer des britischen Empires in Afrika“ annahm. Gegen Israel, wo er noch Mitte der 1960er-Jahre auf eigenen Wunsch zum Fallschirmjäger ausgebildet worden war, wandte er sich, als Waffenlieferungen ausblieben. Fortan unterstützte der nicht gläubige Muslim Amin die arabischen Staaten. 1976 ließen propalästinensische Terroristen einen entführten Airbus der Air France auf Ugandas internationalem Flughafen in Entebbe landen; ein israelisches Spezialkommando befreite die Geiseln.

A street vendor shows the headline reporting the death of former Ugandan dictator Idi Amin Dada, 17 August 2003 in Kampala. Amin died 16 August 2003 in an Hospital in Jedda, Saudi Arabia, and was buried there according Muslim traditions. Mixed reactions in Uganda greeted the death of Idi Amin, with his successor saying he would not shed any tears, while ordinary Ugandans hailed him as the "father of African business." AFP PHOTO/MARCO LONGARI AFP PHOTO/MARCO LONGARI (Photo credit should read MARCO LONGARI/AFP via Getty Images) Getty ImagesGetty Images

Am 17. August 2003 erreichte die Nachricht von Idi Amins Tod Uganda

Quelle: AFP via Getty Images

Danach eskalierte die Brutalität Idi Amins endgültig: Seine Anhänger töteten zwischen 300.000 und 400.000 echte oder angebliche Gegner Amins; jetzt nannte man ihn allgemein den „Schlächter von Afrika“. Weil sich die Massengräber schneller füllten, als sie ausgehoben werden konnten, sollen viele Leichen den Krokodilen im Nil zum Fraß vorgeworfen worden sein.

Im Oktober 1978 begann Idi Amin einen Krieg gegen das Nachbarland Tansania, der allerdings zur Eroberung der ugandischen Hauptstadt Kampala führte. Amin flüchtete, zuerst nach Libyen zu Muammar al-Gaddafi, dann zu Saddam Hussein in den Irak, schließlich nach Saudi-Arabien. Hier starb er 2003. Sein Nachfolger in Uganda war übrigens sein Vorgänger: Milton Obote.

Sie finden „Weltgeschichte“ auch auf Facebook. Wir freuen uns über ein Like.

Football news:

Laporte wurde erneut Präsident von Barcelona. Mit ihm nahm der Klub 6 Trophäen im Jahr 2009
Mourinho über 4:1 mit Palas: Gute Woche. Wenn man in der letzten Minute der ersten Halbzeit fehlt, gibt es eine Tendenz, in die Umkleidekabine zu gehen und die zweite Halbzeit mit Bedauern über das verpasste Tor zu beginnen
Mit diesem Ergebnis stieg José Mourinho vom 8.Auf den 6. Platz in der Meisterschaft und überholte West Ham und Liverpool. Der FC Liverpool rutschte in der Tabelle auf den 8.Tabellenplatz ab. In 28 Spielen holten die Roten 43 Punkte. Nach verlorenen Punkten geht das Team von Jürgen Klopp auf Platz 9-sie können vor Aston Villa, erzielte 40 Punkte in 26 Spielen
Xavi gewann die 6. Trophäe in seiner Trainerkarriere. Sein Al-Sadd wurde der Champion von Katar
Laporte liegt vor der Stiftung und entscheide nach den Ergebnissen der Wahl des Barça-Präsidenten Ab 22:00 Uhr insgesamt 35013 Mitglieder, weitere 20663 Personen stimmten per Post ab
Sulscher gewann mit Manchester United alle 3 Auswärtsspiele bei Man City. Für Trainer Ole-Gunnar Sulscher ist es das dritte Spiel mit den Citizens zu Gast und in allen drei Spielen hat er gewonnen. Zuvor hatte Manchester United City im Etihad Stadium geschlagen
Liverpool nur schlechter: wieder verloren zu Hause (6. Spiel in Folge!Auch der Antirekord von APL auf Schlägen ohne Tore