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Sieg in der Stichwahl: Reker bleibt OB: Was sich in Köln jetzt trotzdem ändern wird

Köln -

Henriette Reker hatte im Wahlkampf die Kölner um Zeit gebeten, dass sie die von ihr angestoßenen Reformen erfolgreich zu Ende führen kann. Die hat sie nun von den Wählern bekommen. Aus der Kölner Kommunalwahl resultieren aber noch weitaus mehr Folgen. Was sich in Köln jetzt alles ändern wird – ein Kommentar.

Glückwunsch an Henriette Reker: Sie bleibt Oberbürgermeisterin von Köln. Und Respekt für die Leistung von Andreas Kossiski: Dem Herausforderer der SPD hatten viele noch vor wenigen Wochen nicht zugetraut, überhaupt in die Stichwahl  zu kommen.

Andreas Kossiski: Achtungserfolg mit Folgen – Machtkampf in Kölner SPD

Kossiski aber ist es in den vergangenen Tagen gelungen, Boden gut zu machen. Der ehemalige Polizist punktete in zig Gesprächen mit den Bürgern vor allem beim Thema Sicherheit und stellte das Soziale  – vor allem den Wohnungsbau – in den Fokus. Die Kölner SPD, so scheint es, hat vor allem er wieder auf Kurs gebracht.

Kossiski_Wahlverlierer

Andreas Kossiski (l.) wurde von den Genossen minutenlang gefeiert.

Dass er nach diesem Achtungserfolg den Fraktionsvorsitz übernehmen will, bejubelten viele Genossen am Wahlabend. Kossiski kann mit seiner hemdsärmeligen Art begeistern, er erzeugt Aufbruchsstimmung – und einen Machtkampf in der Kölner SPD.

Dass er den Amtsinhaber über seine Absichten nicht vorab informiert haben soll, wie es ein völlig konsternierter Christian Joisten gegenüber EXPRESS schildert, wirkt irritierend. Schließlich hatte Kossiski zuvor noch an alle Parteimitglieder appelliert, dass die internen Streitigkeiten beendet werden müssten. Jetzt ist wieder Feuer unterm Genossen-Dach.

Beschämend ist die Wahlbeteiligung von gerade einmal 36 Prozent. Zugegeben, dieser Wahlkampf riss keinen vom Hocker. Und in vielen Bereichen unterschieden sich beide Kandidaten nicht sonderlich. Die Sprüche auf den Wahlplakaten taten ihr Übriges: Wer in dieser Stadt ist zum Beispiel nicht „Für ein starkes Köln?"

Es ist ein Alarmsignal, dass 65 Prozent der Kölner auf das Herzstück unserer Demokratie wenig bis nichts gegeben haben. Sicherlich: Es war „nur“ noch eine Stichwahl – aber selbst bei der Kommunalwahl vor zwei Wochen hatte nur jeder zweite den Weg zur Urne gefunden.

Was steht Köln nun bevor? Ein „Weiter-so-wie-bisher“ wird es aller Voraussicht nach nicht geben. Die parteilose Reker wird neben der CDU von den Grünen unterstützt. Und die können vor Kraft kaum laufen. Sie, die stärkste Fraktion im Stadtrat, wird ihre Themen noch stärker setzen und durchsetzen wollen: Die Verkehrswende wird in Köln weiter Fahrt aufnehmen, verbunden mit dem Klima und Umweltschutz. 

Kölner CDU: Juniorpartner der Grünen

Die einst mächtige CDU ist bei diesem schwarz-grünen Bündnis zum Juniorpartner geschrumpft. Bei den Christdemokraten rumort es dementsprechend: Dass sie noch einmal ohne eigenen OB-Kandidaten ins Rennen gehen, erscheint spätestens nach den Lehren dieser Wahl kaum denkbar.

Henriette Reker: Wahlsieg ist auch Vertrauensvorschuss der Kölner

Henriette Reker hat noch nicht fertig. Sie wird die Themen, die sie schon vor fünf Jahren gesetzt hat, weiterverfolgen. Zum Beispiel, den Neubau und die Sanierungen von Schulen voranzutreiben. Vieles lässt sich in der Tat nicht von heute auf morgen verwirklichen.

Auch deshalb hatte Reker im Wahlkampf um weitere fünf Jahre Zeit gebeten. Insofern ist ihr Wahlsieg nicht nur eine Bestätigung, sondern auch ein Vertrauensvorschuss. Reker muss jetzt mehr liefern als bisher. 

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