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So nicht! Wie wir bislang wachsen, ist es nicht nachhaltig

Ökonomen, die sich mit Nachhaltigkeit beschäftigen, reiben sich am Wirtschaftswachstum. Denn der Ausstoß gefährlicher Schadstoffe entwickelt sich seit Beginn der Industrialisierung parallel zum Wohlstand. Wo sich der Mensch ausbreitet, belastet er Tier- und Pflanzenarten. Der Materialdurchsatz moderner Volkswirtschaften – egal ob kapitalistisch oder staatskollektivistisch organisiert – ist gigantisch, die ökologische Wirkung bedrohlich.

Philipp Krohn

Philipp Krohn

Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

Der Klimawandel, der Verlust an Biodiversität, die Verwüstung und die Gefährdung der Wasserversorgung an vielen Orten geben wenig Anlass zu Optimismus. Eine Entkopplung von Wachstum und Umweltverbrauch deutet sich in einigen Industriestaaten vorsichtig an, ist aber längst nicht im globalen Maßstab erreicht.

Der amerikanische Nachhaltigkeitsökonom Herman Daly ist ein Pionier der Wachstumskritik. Kurz nachdem der berühmte Bericht für den Club of Rome zu den „Grenzen des Wachstums“ erschienen war, gab er 1973 einen Aufsatzband mit dem Titel „Toward a Steady-State Economy“ heraus (auf Deutsch etwa: Auf dem Weg zu einer beständigen Wirtschaft).

Den Begriff entlehnte er dem Vordenker des Liberalismus John Stuart Mill, der in seinem umfassenden Werk „Principles of Policial Economy“ (Grundsätze der politischen Ökonomie) einen stationären Zustand der Wirtschaft als förderlich für die Umwelt skizzierte.

Die Ministerpräsidenten Günther und Laschet (rechts) besuchen eine Anlage, in der Wasserstoff mit Hilfe erneuerbarer Energie gewonnen wird.

Die Ministerpräsidenten Günther und Laschet (rechts) besuchen eine Anlage, in der Wasserstoff mit Hilfe erneuerbarer Energie gewonnen wird. : Bild: dpa

Das Thema ließ Daly nicht los, auch nicht, während er acht Jahre lang die Nachhaltigkeitsstrategie der Weltbank mitbestimmte. 1996 brachte er „Beyond Growth“ (Jenseits des Wachstums) heraus, das für den Nachhaltigkeitsdiskurs die konstruktivere Grundlage als die „Grenzen des Wachstums“ gewesen wäre. Denn Daly beschäftigt sich darin fundiert mit Grundlagen einer ökologischen Makroökonomie, mit Investitionen ins Naturkapital, mit Wohlstandsmessung, dem Welthandel und der Bedeutung der Thermodynamik, die sein Lehrer Nicholas Georgescu-Roegen Anfang der siebziger Jahre für die Ökonomik fruchtbar gemacht hatte. Es ging also um lauter Themen, die auch heute noch in der Nachhaltigkeitsdebatte sehr bedeutend sind.

Biophysische Grenzen markieren das Feld, in dem gewirtschaftet werden kann

„Die biophysischen Grenzen des Wachstums rühren von drei miteinander verbundenen Bedingungen her: Endlichkeit, Entropie und wechselseitige ökologische Abhängigkeiten“, schreibt Daly in „Beyond Growth“. Entropie ist eine Zustandsgröße thermodynamischer Systeme. Wenn für wirtschaftliche Aktivitäten Stoffe umgewandelt werden, nimmt sie zu. Gleichzeitig fällt die für zukünftige Arbeit nutzbare Gesamtenergie im Gleichgewichtszustand (Exergie). Daly und Georgescu-Roegen gingen davon aus, dass die Fähigkeit, physikalische Arbeit zu verrichten, entscheidend für wirtschaftlichen Wohlstand ist.

Das Wachstum der Wirtschaft, so argumentiert Daly, sei erstens begrenzt durch die festgelegte Größe des Ökosystems. Zweitens durch die endliche Kapazität, niedrige Entropie für wirtschaftliche Zwecke und Ökosystemdienste herzustellen. Und drittens durch die eingeschränkte Fähigkeit, Abfälle aus dieser Umwandlung (wie Kohlendioxid) aufzunehmen. Diese drei Bedingungen hätten Wechselwirkungen miteinander.

„Die Endlichkeit wäre nicht so einschränkend, wenn alles unendlich oft recycelt werden könnte, was aber durch die Entropie verhindert wird. Entropie wäre nicht einschränkend, wenn natürliche Ressourcen und Senken unbegrenzt wären, aber beide sind endlich“, schreibt er. Im Ergebnis wird es zu einer Menschheitsaufgabe, Wachstum und Umweltverbrauch voneinander zu entkoppeln.

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