Zuschauer-Irrsinn in der Bundesliga. Beim Ruhrpott-Derby in Dortmund gegen Schalke sind nur 300 Fans zugelassen. In Wolfsburg dürfen 6000 gegen Bielefeld kommen. Aber die lauteste Kulisse wird es im kleinen Stadion von Union Berlin geben.

Von Matthias Koch und Robert Matiebel

5000 Teilnehmer dürfen in der Hauptstadt ins Stadion Alte Försterei kommen. Der Union-Fan gilt als extrem singfreudig. Fangesänge und Sprechchöre sind allerdings laut Infektionsschutz-Verordnung in Berlin zu unterlassen. Das ist eh schwierig, da alle Fans auf ihren Plätzen eine Maske tragen müssen.

Aber Union findet mal wieder einen Extra-Weg. Gegen Freiburg sollen auf Kochtöpfe, Pfannen und allerlei lärmende Gegenstände geschlagen werden um Stimmung zu machen.

Fans des 1. FC Union Berlin halten vor Spielbeginn ihre Schals hoch (Foto: City-Press GmbH)
Fans des 1. FC Union Berlin halten vor Spielbeginn ihre Schals hoch (Foto: City-Press GmbH)

Nach Anfrage des Fan-Klubs „Die Eisernen“ ist es Ordnern bei den Einlasskontrollen gestattet, großzügig durchzuwinken, wenn ein Fan kleinere Töpfe, Kochlöffel, Pfannen oder leere Büchsen zum Draufschlagen mit bringt. Typisch Union, der Klub erwartet von seinen Anhängern lediglich, nicht ganze Küchen anzuschleppen.

Das Thema Singen im Stadion ist für Union durchaus ernst. Laut einer Senats-Verordnungen laufen die Eisernen Gefahr, die Erlaubnis für Spiele mit Zuschauern zu verlieren, wenn zu viele Fans Singen und damit durch Verbreitung von Aerosolen die Corona-Ansteckungsgefahr erhöhen.

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Ein Senats-Sprecher: „Union Berlin muss als Veranstalter für die Einhaltung des Hygiene-Konzepts sorgen. Wenn Zuschauer singen, sind in einem ersten Schritt 250 bis 5000 Euro Bußgeld für den Veranstalter möglich. Führt das nicht zum Aufhören des Singens, könnte das Hygienekonzept für künftige Spiele abgelehnt werden.“