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„Sofort bereit, Stammzellen zu spenden“

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Ärmel hoch gegen Blutkrebs: 40 Helfer hatten die Typisierungsaktion in der Gautinger Realschule vorbereitet – die Pandemie hielt aber offenbar viele potenzielle Spender von einem Besuch dort ab. Immerhin: Knapp zwei Dutzend ließen sich in die Datei aufnehmen.
Ärmel hoch gegen Blutkrebs: 40 Helfer hatten die Typisierungsaktion in der Gautinger Realschule vorbereitet – die Pandemie hielt aber offenbar viele potenzielle Spender von einem Besuch dort ab. Immerhin: Knapp zwei Dutzend ließen sich in die Datei aufnehmen. © Andrea Jaksch

Leukämie macht in der Pandemie keine Pause, Spender sind immer gesucht. Die Realschule Gauting hat deswegen eine Typisierungsaktion gestartet – und knapp zwei Dutzend Menschen kamen.

Gauting – „Ärmel hoch gegen Blutkrebs!“ prangte am Samstag auf dem Banner in der Gautinger Realschulaula bei der Typisierungsaktion der Schule. Konrektor Reinhard Schlamp war „überwältigt von der Hilfsbereitschaft“: 40 Ehrenamtliche aus Eltern- und Schülerschaft hatten sich am Aufruf der Aktion Knochenmark Spende Bayern (AKB) beteiligt. Laura Kunick-Titz war die erste Probandin, die sich für die Typisierung vom Gautinger Arzt Dr. Tobias Eisele Blut abnehmen ließ. Doch wegen der Corona-Welle wurden nur 23 Freiwillige neu in die Spenderdatei aufgenommen, bedauerte Verena Spitzer von der AKB.

„Ich wäre sofort bereit, Stammzellen zu spenden“, sagt die Mutter des Realschülers Oliver (11). Bei der Typisierungsaktion war Laura Kunick-Titz nicht nur als Helferin aktiv, sondern auch als potenzielle Spenderin für eine leukämiekranke Patientin oder einen Patienten. Mediziner Eisele war mit seinem Sohn Jakob da: „Ich bin beeindruckt, wie viele Helfer dabei sind“, lobt der Arzt die Initiative von Schlamp. Seine Praxis sei wegen der steigenden Nachfragen nach Impfungen für Wochen ausgebucht und bereits an der Belastungsgrenze. Dennoch hatte er sich bereit erklärt, die Aktion an der Realschule zu unterstützen.

„Bereits im Juli hatten wir einen Spendenlauf“, erläutert Schlamp. Erlös: 2300 Euro. Ergänzend habe Verena Spitzer im Unterricht für Typisierungen geworben. „Ich wurde 1998 selber transplantiert“, erklärt Verena Spitzer. Bei der Diagnose „Leukämie“ fünf Jahre zuvor hätten die Ärzte ihr „keinerlei Hoffnung“ gemacht, dass sie die Einschulung ihres Kindes noch erleben würde. Die weltweit verknüpfte Spenderdatei der AKB mit Sitz auf dem Asklepios-Gelände in Gauting war damals erst im Aufbau. Mittlerweile sei die Datei auf 350 000 Spenderinnen und Spender gewachsen und auf 30 Millionen weltweit.

Bei einer Aktion wie an der Realschule hatte das AKB-Team „eigentlich mit 100 bis 200 Spenderinnen und Spendern gerechnet“, räumt Spitzer ein. Doch in der vierten Pandemie-Welle sei eben alles anders. Deswegen kooperiere die AKB auch mit dem Blutspendedienst: Mehr als 7000 Proben wurden so für die bayerische Spenderdatei registriert. 23 neue Spender seien für eine Aktion in der Pandemie und bei Schmuddelwetter „ein guter Anfang“.

Für manche gab es einen besonderen Anlass für die Teilnahme, für Stefan Groß, Sohn des früheren Vizebürgermeisters Ludwig Groß, etwas. „Meine Tochter ist hier an der Realschule“, sagt er, „und heute, an meinem 45. Geburtstag, fand ich es eine gute Idee, etwas für andere zu tun“, erklärte der Buchendorfer.

Wer spenden will, wendet sich an die Stiftung Aktion Knochenmarkspende unter www.akb.de oder unter der Rufnummer (089) 89326614.

Christine Cless-Wesle

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