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Sonnenschutz: Ab in den Schatten!

Wenn die Deutschen Ferien haben, wollen sie in die Sonne – möglichst oft und möglichst lange. Wer das ganze Jahr im Büro sitzt, möchte jeden Strahl nutzen. Das hat allerdings Folgen: Seit Jahrzehnten nimmt hierzulande die Zahl der Hautkrebsfälle zu.

Heller Hautkrebs wurde im Jahr 2015 um mehr als 50 Prozent häufiger diagnostiziert als noch 2009, der gefährlichere schwarze Hautkrebs etwa 30 Prozent öfter. Das ergab ein kürzlich vorgestellter Report der Techniker Krankenkasse. Am schwarzen Hautkrebs sterben pro Jahr 3000 Menschen in Deutschland. Der Ursprung für die Erkrankungen liegt meist mehrere Jahrzehnte zurück, da sich die Tumoren sehr langsam entwickeln. Auch heute noch, das betonen die Autoren der Studie, schützen sich viele Sonnenhungrige nicht richtig, sei es aus Faulheit oder auch aus Unwissen.

Denn gerade wenn es um das Thema Sonne geht, halten sich viele Mythen erstaunlich hartnäckig. Das offenbart sich schon bei den ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr. Regelmäßig reißen sich Menschen dann die Klamotten vom Leib und richten ihre Körper gen Sonne aus. Gesund ist das nicht, auch wenn das viele glauben. So soll das Lichtbad Wunder gegen einen vermeintlichen Mangel an Vitamin D wirken. Die UV-Strahlung der Sonne wandelt zwar tatsächlich Vorläufer des Vitamins in der Haut in die aktive Form um. Laut Bundesamt für Strahlenschutz reicht es dafür aber, Gesicht, Hände und Arme unbedeckt zwei- bis dreimal in der Woche zwölf Minuten in die Sonne zu halten – bei sehr blasser Haut darf es weniger sein.

Auch die Behauptung, Sonnenbaden stärke das Immunsystem, stimmt nicht. "Das Gegenteil ist richtig", sagt Bernadette Eberlein, Oberärztin der photodermatologischen Abteilung am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München. Das zeige sich schon daran, dass eine Herpesinfektion durch intensive Sonnenbestrahlung häufig reaktiviert werde, etwa beim Skifahren im Hochgebirge. Die Unterdrückung der körpereigenen Abwehr durch UV-Strahlung wird sogar als zusätzlicher Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs diskutiert.

Manch Sonnenanbeter nennt als weiteres Argument das sogenannte Vorbräunen. "Zwar hat eine in der Sonne vorgebräunte Haut einen gewissen Schutzfaktor, aber sie ist eben auch immer ein Zeichen von zu viel UV-Belastung", sagt Eberlein. Wird die Haut braun, zeigt das nur, dass sie sich gegen zu viel Bestrahlung schützt. Eine "gesunde Bräune" gibt es deshalb nicht. Und Selbstbräunungsmittel färben nur die oberste Hautschicht dunkel, vor UV-Strahlung schützt das aber nicht. Besuche im Solarium sollte man ohnehin vermeiden, die künstliche UV-Strahlung ist für den Körper ebenso schädlich wie die natürliche: Studien zeigen, dass Solariennutzer ein höheres Risiko für schwarzen Hautkrebs haben, jeder Besuch im Sonnenstudio steigert es noch.

"Sonnenbaden kann man als Dermatologe keinesfalls empfehlen", sagt Hans Merk, der mehr als 20 Jahre die Hautklinik der RWTH Aachen geleitet hat. Er empfiehlt, die direkte Sonneneinstrahlung zu meiden, wann immer es geht, vor allem über die Mittagszeit, wenn die Strahlungsintensität am höchsten ist. Als Merkhilfe bietet sich an: "Between eleven and three stay under a tree."

Ein Satz, der direkt zur ersten Strategie gegen zu viel Sonne führt. Sie heißt: Ab in den Schatten! Aber Schatten ist nicht gleich Schatten. Ein Sonnenschirm verringert die UV-Strahlung nur um 10 bis 30, eine dichte Baumkrone zum Beispiel um 20 Prozent. Und während eine geschlossene Wolkenschicht bis zu neun Zehntel der UV-Strahlung abhält, kann ein nur leicht bewölkter Himmel oder Nebel sie durch Streuung sogar verstärken. Schnee und Sand reflektieren sie, und auch die Flucht in die Fluten hilft nur bedingt: Selbst in einem halben Meter Wassertiefe kommen noch etwa 40 Prozent der UV-Strahlung an.

Nasse Kleidung schützt schlechter als trockene, Kunstfaser besser als Baumwolle

Ganz sicher ist man also fast nirgends vor der Sonne. Experten raten deshalb zusätzlich zu Kleidung als Sonnenschutz, optimalerweise aus dunklem Stoff. Baumwolle hält die Strahlung nicht so gut ab wie synthetische Fasern, und durch Nässe verliert Stoff erheblich an Schutzwirkung. Inzwischen gibt es spezielle Kleidung mit ausgewiesenem UV-Schutz. Zur Ausrüstung gehören weiterhin ein Hut mit breiter Krempe (vor allem bei spärlichem Kopfhaar) sowie eine Sonnenbrille mit der Bezeichnung "UV 400". Sie hält sowohl UV-A- als auch UV-B-Strahlung ab und schützt die Augen vor sonnenbedingten Entzündungen der Horn- und Bindehaut sowie Linsentrübung.

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