Germany

Sontraer Ehepaar Schmuck plant mit über 90 Jahren neuen Lebensabschnitt

Blicken auf eine eindrucksvolle Lebensgeschichte zurück: Erhard, Tochter Angelika und Gertraud Schmuck.

Die Familie Schmuck aus Sontra hat ein bewegtes Leben hinter sich. Doch mit 96 und 97 Jahren brechen sie noch mal zu neuen Ufern auf.

Sontra – Eisige Kälte und die Angst nahm ihr den Atem. In letzter Minute flüchtete Gertraud Schmuck am 23. Januar 1945 aus Breslau Richtung Westen. Die Rote Armee marschierte bereits quer durch Polen nach Schlesien, die deutsche Wehrmacht zog sich zurück. Die niederschlesische Stadt glich einer Festung. „Der Krieg kam immer näher, wir hörten die Panzer und sahen die Einschusslöcher“, sagte die mittlerweile 96-Jährige, die dann in Dresden ein zweites Zuhause fand. Es sollte nicht die letzte heftige Veränderung bleiben.

Das Paar lernt sich im zerstörten Dresden nach dem Krieg kennen

Während die Elbmetropole noch eine Nachkriegs-Trümmerlandschaft war, lernte Gertraud ihren späteren Mann kennen. „Wir haben beide noch für die Deutsche Reichsbahn (Anm. d. Red.: Die Staatsbahn in der sowjetischen Besatzungszone – ab 1949 DDR – behielt die Bezeichnung „Deutsche Reichsbahn“ aus statusrechtlichen Gründen bei) gearbeitet“, erinnert sich Erhard Schmuck, der noch sehr genau weiß, wie es gefunkt hat: „Wir haben uns am Ende eines langen Arbeitstags noch so lange unterhalten, bis keine Bahn mehr gefahren ist.“ Im März 1946 folgte die Hochzeit. Die Kinder Angelika (70) und Joachim (68) kamen zur Welt.

Überwachung durch die Stasi nötigt die Familie zur Ausreise

Die Familie hatte die Stadt an der Elbe ins Herz geschlossen. Aber durch einen Zwischenfall änderte sich alles. „Mein Mann war Deutsch- und Geschichtslehrer und stand ständig unter Beobachtung der Stasi.“ Und so reifte 1977 der Entschluss, die Ausreise zu beantragen. Ein mutiger Schritt für die Schmucks, die binnen 24 Stunden die DDR verließen, ihr Hab und Gut zurückließen und bei Null anfangen mussten. Die nächste einscheidende Veränderung des Paares.

Nach einem Jahr in den Niederlanden führt der Weg nach Sontra

Nach einem Jahr in den Niederlanden bekam Erhard eine Lehrerstelle angeboten. Sontra, die alte Berg- und Hänselstadt, hieß das nächste Ziel der vierköpfigen Familie. „Sontra ist schnell unser zweites Zuhause geworden“, erzählte Gertraud. Seit 1978 lebt die Familie in einer ehemaligen Offizierswohnung in der Weldaer Straße. Gemütlich haben es sich die Schmucks gemacht. Nicht ohne Grund hat die Familie lange daraufhin gearbeitet, das Haus zu kaufen.

Hilfsbereitschaft der Sontraer schätzen gelernt

„Wir haben uns hochgearbeitet“, betont Gertraud und fügt mit einem Lächeln hinzu: „Da gab es auch mal drei Wochen nur Kartoffelsuppe.“ Tochter Angelika, die auch im Haus wohnt, läuft unterdessen das Wasser im Mund zusammen. „Die hat immer geschmeckt“, sagte die 70-jährige, die die Hilfsbereitschaft der Sontraer schätzt. „Katharina Uhl, Monika Heidrich, Elke Kurz, die Schwestern des örtlichen Pflegedienstes und allen voran Leni Ross, haben uns in den letzten Jahren geholfen. Ohne sie wäre vieles nicht möglich gewesen“, bedankt sich das Ehepaar, das im Kirchenchor und im Männerwerk der evangelischen Kirche aktiv war. „Wir haben in Sontra Freunde fürs Leben gefunden“, sagt Erhard. Trotzdem haben sich die Schmucks für eine letzte Veränderung entschieden.

Nun folgt betreutes Wohnen in der Nähe des Sohnes

Aber warum wollen die Schmucks im Alter von 97 und 96 Jahren nach 42 Jahren Sontra den Rücken kehren? „Mein Sohn Joachim hat uns den Vorschlag gemacht, in eine altersgerechte Wohnung nach Enger im Kreis Herford zu ziehen – in seine Nähe“, erklärt Gertraud nicht ohne Wehmut. Sie weiß, der Schritt ist notwendig: „Wegen meiner Augenkrankheit geht alles nicht mehr so einfach. Aber nur so können wir mit unserer Familie wieder zusammenkommen und auch Weihnachten zusammen feiern, das war in den letzten Jahren nicht mehr möglich.“ Gertraud blickt nach oben und sagt bedächtig: „Ich hoffe, der da oben gibt uns noch ein paar Jahre.“

Von Marvin Heinz

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