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Spanien wundert sich über die Wucht der zweiten Welle

Die zweite Corona-Welle hat in Spanien nicht lange auf sich warten lassen. Keine zwei Monate nachdem das Virus scheinbar zurückgedrängt war, wurden in spanische Krankenhäuser wieder zahlreiche Patienten mit Atemproblemen eingeliefert. Eine Notfallbrigade der Armee richtete in Saragossa vor wenigen Tagen ein Feldlazarett ein: eine düstere Mahnung, dass das Land weit entfernt ist von einem Sieg über das Virus.

Die Behörden betonen, dass es sich bei dem Lazarett um eine Vorsichtsmaßnahme handelt. Doch niemand hat die Bilder aus randvollen Krankenhäusern vergessen, ebenso wenig wie die Zeit noch vor wenigen Monaten, als die Zahl der Toten auf mehr als 900 täglich stieg.

Zwar zeigt sich bei ausgeweiteten Tests, dass eine Mehrheit der Infizierten jünger und oft symptomfrei ist und damit nur mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit ärztliche Hilfe benötigt. Dennoch steigt die Besorgnis, da die Kliniken mit mehr Patienten konfrontiert sind. Experten versuchen gleichzeitig herauszufinden, warum Spanien stärker unter der Pandemie leidet als seine Nachbarn.

Die Zahlen würden zeigen, dass es dort gut lief, wo es ein gutes lokales Epidemie-Tracking gab

Mann in einem Cafe in Lugo: Die Zahlen würden zeigen, dass es dort gut lief, wo es ein gutes lokales Epidemie-Tracking gab

Quelle: dpa/Carlos Castro

Eines ist klar: Das Ausmaß der zweiten Welle hängt von der Reaktion auf die erste ab. „Die Daten lügen nicht“, erklärt der internationale Gesundheitsberater Rafael Bengoa, ehemaliger Chef der Gesundheitsbehörde im Baskenland. „Die Zahlen sagen, dass es dort gut lief, wo wir ein gutes lokales Epidemie-Tracking hatten“, betont er und verweist auf den ländlichen Nordwesten von Spanien. „Aber in anderen Teilen des Landes, wo wir offenbar nicht die notwendigen örtlichen Kapazitäten hatten, um mit Ausbrüchen zurechtzukommen, haben wir wieder Ansteckungen in den Gemeinden, und sobald das der Fall ist, geraten die Dinge außer Kontrolle.“

44.000 neue Fälle in Spanien, 4700 in Italien

Bengoa gehört zu einer Gruppe von 20 spanischen Epidemiologen und Gesundheitsexperten, die kürzlich einen offenen Brief in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichten. Sie riefen darin zu einer unabhängigen Untersuchung auf, um die Schwachstellen zu identifizieren, die Spanien trotz seines starkes Gesundheitssystems zu einem der am schwersten von Corona betroffenen Länder gemacht haben.

In den vergangenen 14 Tagen bestätigte Spanien mit seinen 47 Millionen Einwohnern 44.400 neue Fälle – im Vergleich zu lediglich 4700 in Italien (60 Millionen Einwohner), das als erstes Land in Europa von der Pandemie erfasst worden war. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen Covid-19 hat sich in Spanien seit Anfang Juli verfünffacht. Damals waren nur noch wenige Fälle gemeldet worden, nachdem mit Hilfe strenger Beschränkungen die erste Welle gestoppt werden konnte.

Nun kamen innerhalb einer Woche 805 Infizierte ins Krankenhaus, wie die Regierung am Dienstag mitteilte. Die Hälfte der Corona-Toten in diesem Zeitraum stammte aus der Region Aragón um Saragossa. In der Region um die Hauptstadt Madrid verdoppelte sich im Juli jede Woche die Zahl der Klinikeinweisungen und stieg zuletzt auf 4600 wöchentlich.

„Bei einer solchen Pandemie gibt es nicht nur einen einzigen Faktor“, erklärt Manuel Franco, Professor für Epidemiologie an der Universität von Alcalá, der ebenfalls den Brief im „Lancet“ unterzeichnete. Er verwies auf große wirtschaftliche Ungleichheiten in Spanien, durch die ärmere Menschen, vor allem Erntehelfer, schwerer betroffen seien. Zudem nannte er ein personell schwach ausgestattetes System zu Pandemie-Überwachung sowie die große Tourismusindustrie des Landes. Zusammen mit weiteren Faktoren könnten sie einen tödlichen Mix gebildet haben.

Auch Sicht von Bengoa wirken sich auch die mediterranen Sitten und Gebräuche negativ aus. „Familientreffen sind gefährlich in Spanien“, erklärt er. „Wir verhalten uns untypisch, wenn wir uns dabei nicht küssen, umarmen und berühren.“ Zudem lebten hier – ähnlich wie in Italien – Familien häufig mit mehreren Generationen auf engem Raum unter einem Dach, was Ansteckungen begünstige.

Angesichts des jüngsten Anstiegs beklagen die Regionen nun, dass die Zentralregierung in Madrid ihnen keine lokalen Lockdowns ermöglicht. Stattdessen können sie lediglich Empfehlungen aussprechen, dass die Menschen zuhause bleiben sollen. Das Gesundheitsministerium entwickelte zwar kürzlich eine Warn-App, allerdings fehlen einigen Städten Mitarbeiter zur Rückverfolgung von Kontakten.

Es sei „irrsinnig, dass die Politik keine Maßnahmen ergreift“, sagt der Epidemiologie-Professor Miquel Porta aus Barcelona, ein weiterer Unterzeichner des offenen Briefs. „Wir brauchen Leute vor Ort, die ganz altmodisch nach Kontakten suchen“, erklärt er. „Es läuft auf sehr einfache Dinge hinaus, und einige Regionalregierungen tun nicht das, was sie ankündigt haben.“

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