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SPD Icking kritisiert Höhe der Mobilfunkmasten und fordert Zusammenlegung

Mögliche Szenerie: Am Ickinger Sportplatz plant Mobilfunkbetreiber Vodafone seinen Masten zu errichten. Die Montage zeigt, wie dies aussehen könnte.

Icking – Der Streit um geeignete Standorte für neue Mobilfunkmasten in der Gemeinde Icking nimmt kein Ende. Die SPD fordert eine ortsbildverträgliche Standortsuche.

Kürzlich sind vom Sportplatz in Icking aus, drei Ballons aufgestiegen. „So hoch, dass man sie von unten fast nicht mehr gesehen hat“, berichtete SPD-Gemeinderatsmitglied Julian Chucholowski. Konkret waren es 35 bis 40 Meter. „Das ist die Höhe des Funkmasts, der an dieser Stelle geplant ist“, erklärte Chucholowski weiter. „Diese Höhe hätte sich fast niemand vorstellen können.“

SPD-Vorsitzende Wagner kritisiert Funkmasten

Die SPD versteht nicht, dass ausgerechnet dort, „wo wir mit dem Geschenk einer atemberaubenden Landschaft gesegnet sind und ein preisgekrönter Architekt eine wunderschöne Sportanlage harmonisch integriert hat, solch ein ortsverschandelnder Mast aufgestellt werden soll“, betont Ickings SPD-Vorsitzende Beatrice Wagner. Sie bezieht sich in ihrem Schreiben weiter auf den Teilflächennutzungsplan Mobilfunk, den die Gemeinde erstellt hat. Der besagt: „Der Isarhang mitsamt dem Blick auf die Alpenkette besitzt eine hohe landschaftliche Eigenart mit eindeutigem Wiedererkennungswert und ist daher schützenswert.“

Wagner kritisiert weiter: „Nun aber soll zur alles erdrückenden Höhe des Mastes auch noch ein 9,5 mal 9,5 Meter großes Betonfundament, ein Parkplatz und das erforderliche Betriebsgebäude erstellt werden“, wofür das Wäldchen seitlich der Tennisanlage gerodet werden solle.

Funkmast in Schlederloh geplant

Und dies sei nur einer von drei Masten, die für Icking geplant sind: Zusätzlich zum Mast auf dem Sportplatz ist ein weiterer rund 40 Meter hoher Mast 1.000 Meter südlich bei Schlederloh in Planung und ein mobiler Mast kommt zeitweise nach Wadlhausen. Zudem soll im Nachbarort Mörlbachein ein Mast aufgestellt. „Icking wird künftig also von Ungetümen eingekreist, die auf das Konto von verschiedenen Mobilfunkbetreibern gehen“, sagt Wagner. „Auf den Sportplatz hat Vodafone ein Auge geworfen.“ Schlederloh habe die Begehrlichkeiten von Telekom geweckt, „unumgänglich, wegen der S-Bahn“. Der mobile Mast geht ebenfalls auf die Telekom zurück.

So fragt die SPD in ihrer Pressemitteilung: „Gibt es wirklich keine andere Lösung, als Icking, die viel zitierte Perle des Isartals so zu verschandeln?“ Der Gemeinderat habe sich bereits für den Standort mitten auf dem Sportplatz ausgesprochen. Dabei gebe es einen anderen genehmigten Standort auf Gemeindegrund, „der sich besser in das Landschaftsbild eingliedern lässt“, so Wagner. Sie verstehe nicht, warum Vodafone und Telekom den neuen Standort Schlederloh nicht gemeinsam nutzen und der Mast am Sportplatz somit ganz entfällt.

Mobilfunkbetreiber sollen sich Masten teilen

Immerhin haben die vier großen Mobilfunkbetreiber sowie die kommunalen Spitzenverbände im vergangen Jahr in einem gemeinsamen Papier „eine möglichst optimale Nutzung von vorhandenen und zukünftigen Antennenstandorten“ unterzeichnet. Und diese umfasst ausdrücklich die gemeinsame Nutzung von Funkmastanlagen durch verschiedene Netzbetreiber.

Wagner betont abschließend: „Der SPD Icking geht es nicht darum, den Mobilfunkausbau zu verhindern. Aber es müssen den gesundheitlichen und den ortsbildgestaltenden Belangen Rechnung getragen werden.“