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Spekulationen um Teuteberg - Warum lässt Lindner seine FDP-Generalin hängen?

FDP-Chef Christian Lindner (40) gibt seiner Generalsekretärin keine klare Rückendeckung.

Auf BILD-Nachfrage, warum er sich nicht deutlich hinter Linda Teuteberg (39) stelle, ließ Lindner über die Pressestelle in kargen Worten ausrichten: „Der Parteivorsitzende beteiligt sich nicht an Personalspekulationen.“

Zuvor hatte Lindner im ARD-„Sommerinterview“ am Sonntag auf die Frage nach der Zukunft Teutebergs, ob diese den Wahlkampf 2021 als Generalsekretärin an seiner Seite bestreiten werde, eine klare Aussage vermieden, stattdessen ausweichend geantwortet. Teuteberg sei eine starke Persönlichkeit und „ein starker Teil unseres Teams“.

„Das klingt nicht so, als sei er fest entschlossen, an ihr festzuhalten. Eine Jobgarantie ist das nicht“, sagte ein FDP-Vorstandsmitglied BILD. Dass er ihr nicht demonstrativ den Rücken gestärkt hat, sorgt in den eigenen Reihen für Unmut. „Lindner lässt zu, dass über die Personalie diskutiert wird.“

Der Vorsitzende der Liberalen könnte mit einem klaren Bekenntnis zu seiner Generalsekretärin die seit Wochen schwelenden Gerüchte über eine mögliche Personal-Neuaufstellung im Nu beenden. Die Generalsekretär/in-Personalie an der Spitze des Dietrich-Genscher-Hauses ist direkt an den Vorsitzenden angebunden: Er schlägt die Kandidaten vor oder entzieht ihnen das Vertrauen.

„Das ist ein bisschen die alte FDP“, sagt ein Vorstandsmitglied – und meint damit die Zeit vor dem Bundestagsrauswurf 2013, als Personaldebatten inhaltliche Themen der Liberalen überschatteten.

Auch wenn Lindner im Interview andere für die Personalspekulationen verantwortlich machte („von außen an unsere Partei herangetragen“), so wachsen in der Partei die Unruhe und die Unsicherheit. Lindners uneindeutige Haltung verstärkt interne Gerüchte.

Richtig ist aber, dass Teuteberg in ihrer Partei nicht nur Fans hat. Vielen setzt sie zu wenige eigene Akzente, ist sie zu vorsichtig und zu zurückhaltend. Andere finden gut, dass die Politikerin nachdenklicher und ausgewogener auftritt, nicht so polternd, wie das frühere Generalsekretäre getan haben. Das sei „Geschmackssache“, einige würden sich mehr Polarisierung wünschen, sagt ein Vorstandsmitglied.

Die Wahlen des FDP-Präsidiums finden regulär zwar erst wieder im Frühjahr statt. Doch die ersten wichtigen Landtagswahlen sind schon im März 2021 (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz). Im April und Juni folgen dann Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Im Herbst wird nicht nur ein neuer Bundestag, sondern auch ein neuer Landtag in Mecklenburg-Vorpommern und ein neues Abgeordnetenhaus in Berlin gewählt – viel zu tun für den Wahlkampfmanager, also den Generalsekretär beziehungsweise die Generalsekretärin. Ein Wechsel an der Spitze müsste daher rechtzeitig kommen.

Da war noch alles gut: Teuteberg, die stellvertretende Vorsitzende Katja Suding (44) und Lindner auf dem 70. FDP-Bundesparteitag vergangenes Jahr
Da war noch alles gut (v. l.): Teuteberg, die stellvertretende Vorsitzende Katja Suding (44) und Lindner auf dem 70. FDP-Bundesparteitag vergangenes JahrFoto: Britta Pedersen / dpa

„Spätestens im September müssen wir Klarheit haben“, hieß es aus dem Vorstand. „Sollte man noch Veränderungen am Team vornehmen wollen, sollte das dann feststehen“, mahnt ein anderes Vorstandsmitglied.

Teuteberg gab sich trotz der Spekulationen um ihre Position zuversichtlich: „Ich habe Freude an meiner Arbeit und beteilige mich nicht an Sommerloch- und Heckenschützendebatten“, sagte Teuteberg zu BILD. Und weiter: „Für unseren Erfolg als Team der Freien Demokraten diskutiere ich als Generalsekretärin analog und digital mit Bürgerinnen und Bürgern und unseren Mitgliedern über unser aktualisiertes Leitbild und über Ideen und Schwerpunkte für unser nächstes Bundestagswahlprogramm.“

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