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Germany

Spionage bei Grundgesetz-Beratungen: Der Agent in Büro 81

Am 20. April 1949, knapp fünf Wochen vor Gründung der Bundes­republik, schlenderte ein Agent der "Organisation Gehlen" im Erdgeschoss der Bonner Pädagogischen Akademie an Raum 81 vorbei. In dem Gebäude beriet der Parlamentarische Rat über das Grundgesetz, die Verfassung des neuen Staates, und Raum 81 war das Büro der Abgeordneten der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Vielleicht stand die Tür offen, vielleicht musste der Agent der Vorläuferorganisation des Bundesnachrichtendienstes (BND) nach­helfen.

In seinem Bericht ­erwähnte er nur, dass niemand im Büro war, und so nutzte er die Gelegenheit, um nach politisch interessantem oder kompromittierendem Material zu suchen. 

In einem Schreibtischfach fand er den Brief einer Sekretärin, die zuvor in die Sowjetische Besatzungszone ausgereist war, angeblich um ein Lungenleiden zu kurieren. In Wirklichkeit war sie von Max Reimann schwanger, dem charmanten KPD-Chef und ­Abgeordneten im Parlamentarischen Rat. Reimann war verheiratet, und die Sekretärin wollte das Kind im Osten abtreiben. Nach damaligen Maß­stäben ein skandalträchtiger Vorgang. 

Die Organisation Gehlen, kurz Org, nahm den Bericht ihres Agenten zu den Akten. Er war ideales Erpressungsmaterial.

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