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St. Ulrich: Rückkehr zu früherer Pracht - wie schrittweise Fehler aus den 60ern behoben wurden

Stück für Stück wurden Teile der Ausstattung in der einstigen Stiftskirche St. Ulrich in Habach in den vergangenen Jahren restauriert und neu geordnet, um das Gotteshaus aus dem 17. Jahrhundert weitestgehend in seinen Originalzustand zurückzuversetzen. Nun ist dieser Prozess abgeschlossen.

Habach – Über Jahrhunderte wurde Habach vom Chorherrenstift geprägt. Davon zeugen noch heute die stattlichen Chorherrenhäuser an der Hauptstraße und die Kirche, die dem Bistumspatron Ulrich geweiht ist. Die heutige Pfarrkirche St. Ulrich wurde auf den Ruinen der Vorgängerkirche (1063 geweiht) zwischen 1663 und 1668 errichtet, wie man bei Wikipedia nachlesen kann. Im 17. und 18. Jahrhundert leistete sich der Habacher Konvent eine imposante Ausstattung durch Weilheimer Barockkünstler wie etwa den Bildhauer Ambros Dengler, der den Hochaltar geschaffen hat.

Fehler bei Eingriffen und Umgestaltungen in den 1960er Jahren

Im Zuge der Säkularisierung 1803 wurde St. Ulrich Eigentum des Freistaats Bayern und später zur Pfarrkirche erhoben, bevor in den 1960er Jahren in der Kirche größere Eingriffe und Umgestaltungen vorgenommen wurden – scheinbar ein Fehler, denn dadurch, so Peter Aumann vom Staatlichen Bauamt Weilheim, das das Gotteshaus baulich betreut, wirkte der Kirchenraum unruhig und die Objekte an den Wänden ungeordnet. Außerdem waren wesentliche Teile der Ausstattung aus der Kirche entfernt worden. Um diese Fehler aus der Vergangenheit zu beheben, sei vor rund fünf Jahren in Kooperation mit dem Landesamt für Denkmalpflege mit einer schrittweisen Restaurierung und Rückführung von wesentlichen Ausstattungsteilen begonnen worden.

Ziel sei es gewesen, so Aumann, die einstige Stiftskirche „weitgehend wieder in ihrem Erscheinungsbild des 18. Jahrhunderts zu zeigen“. Aber auch Teile der Elektrik sowie des Dachstuhls seien im Zuge dieser Arbeiten saniert worden.

Kunstvolle Beichtstühle aus Chorherrenzeit wurden in Tenne gefunden

Ein wesentlicher Schritt bei der Restaurierung und Rückführung einstiger Ausstattungsgegenstände erfolgte bereits vor rund drei Jahren, als vier kunstvolle Beichtstühle aus der Chorherrenzeit in die Pfarrkirche zurückkehrten. Alle Teile dieser wertvollen Rokoko-Beichtstühle aus dem Jahr 1738 seien in teilweise „ruinösem Zustand“ gewesen, so Aumann. Sie seien in der Tenne des Pfarrhofs und im Leichenhaus gefunden und umfangreich saniert worden, bevor sie Ende 2019 wieder im Kirchenraum aufgestellt wurden (wir berichteten).

Ähnlich habe es sich mit dem Kreuzweg verhalten, so Aumann: Einzelne Stationen des Leidenswegs Christi seien wegen ihrer Schäden schon vor vielen Jahren aus der Kirche verbannt worden. Die übrigen zusammengebündelt an der Westwand der Kirche aufgereiht gewesen.

Restauriertes Tafelgemälde von Maler Elias Greither d.Ä. wieder aufgehängt

Die Leinwandbilder der Habacher Kreuzwegstationen, so Aumann, seien 1732 vom Hofmaler des Freisinger Fürstbischofs Johannes Zick gemalt worden. Dabei handele es sich um einen Künstler „von deutlich überregionaler Bedeutung“, betont Aumann. Zick malte 1749/50 den Gartensaal der Würzburger Residenz aus, der seit 1981 zum UNESCO Welterbe gehört.

Der Kreuzweg in der Habacher Kirche indes habe bisher kaum Beachtung gefunden. Nach Abschluss der Restaurierung seien die 14 Bilder nun „in stimmiger Weise“ wieder im Kirchenschiff aufgereiht.

Als letzter Teil der Maßnahme sei nun das restaurierte Tafelgemälde „Die Verlobung der Hl. Katharina mit dem Christuskind“ (1630/40) des Weilheimer Malers Elias Greither d. Ä. in der Kirche wieder aufgehängt worden.

„Wieder das harmonische Gestaltungsbild des 18. Jahrhunderts“

„Dem Betrachter des Kirchenschiffs – besonders vom Chor aus – ergibt sich jetzt wieder das harmonische Gestaltungsbild des 18. Jahrhunderts“, so Aumann. Aus der Sicht der damaligen Chorherren erstrahle der Kirchenraum nun wieder in seiner nahezu ursprünglichen Geschlossenheit.

Für Aumann ist die Habacher Kirche mit ihrem Inventar ein „kleines Kleinod“ in der Region. Die ehemalige Stiftskirche sei ein in der Öffentlichkeit „weitgehend unbekanntes aber sehenswertes Zeitzeugnis in der oberbayerischen Kulturlandschaft und von überregionaler Bedeutung“. Was die Restaurierung der Ausstattungsgegenstände insgesamt gekostet hat, dazu konnte Aumann auf Nachfrage nichts sagen.

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