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Straßen überflutet, Bäume umgekippt: Unwetter mit Starkregen in NRW

Starke Regenfälle und Gewitter sorgen in Teilen NRW für Überflutungen und vollgelaufene Gebäude. Überall im Land sind die Einsatzkräfte der Feuerwehr im Dauerstress. Wann sich die Lage beruhigt, ist nicht vorhersehbar.

Vollgelaufene Keller, überflutete Straßen, hochgespülte Gullydeckel, umgekippte Bäume, fast ertrunkene Schafe und eine Kläranlage außer Betrieb: Ein Unwetter mit Starkregen hat in Teilen von Nordrhein-Westfalen zahlreiche Feuerwehreinsätze ausgelöst.

Im münsterländischen Dülmen (Kreis Coesfeld) etwa hätten rund 70 Einsatzkräfte am frühen Samstagnachmittag innerhalb von zwei Stunden 40 Stellen kontrolliert, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. An einigen Orten hätten sie Wasser abpumpen müssen, an vielen anderen sei es von selbst abgelaufen, als der Regen nachließ.

Ein Autofahrer musste in Dülmen laut Feuerwehr mit seinem Wagen aus einer überfluteten Unterführung befreit werden. Besonders im Stadtgebiet seien zahlreiche Wohngebäude und Geschäftshäuser mit Wasser vollgelaufen und Straßen gesperrt worden, so der Sprecher.

Auch im Kreis Steinfurt drangen die Regenfälle am Samstag in zahlreiche Keller ein und überfluteten Fahrbahnen. Insgesamt 55 Einsätze habe es bis 15.00 Uhr gegeben, teilte ein Sprecher der Feuerwehr mit. Besonders betroffen seien Lengerich und Tecklenburg gewesen. Inzwischen habe sich die Lage aber wieder beruhigt.

Am Samstagmittag habe der Regen vor allem das Münsterland getroffen, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Nachmittag. Nun ziehe er weiter in den Süden über das Ruhrgebiet sowie den Kreis Paderborn, den Großraum Siegen und den Kreis Olpe. Allerdings könne das Unwetter „überall aufploppen“, wirklich sicher sei keine Region in NRW. „Ich bin mir sicher, dass noch etwas kommt“, so die DWD-Expertin.

Auch für Teile des Rheinlands gelten Unwetterwarnungen. Überflutete Fahrbahnen sorgten nach Angaben des WDR-Stauradars auf den Autobahnen für Stau und stockenden Verkehr - so zum Beispiel im Ruhrgebiet auf der A1 in Richtung Köln zwischen Volmarstein und Gevelsberg.

Laut DWD-Vorhersage ist am Samstag weiter örtlich heftiger Starkregen mit Mengen von 40 bis 70 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit möglich. Dazu kämen stürmische Böen sowie Hagel. Die Lage bleibe in den nächsten Tagen ähnlich und es sei weiter Unwetter zu erwarten.

Der häufig graue Himmel und eine ganze Reihe von Unwetterwarnungen haben auch die Badelust der Menschen in NRW offenbar deutlich gedämpft. Während vor einer Woche der Ansturm der Badelustigen auf die Badeseen im bevölkerungsreichsten Bundesland die Ordnungsbehörden angesichts der Corona-Auflagen noch vor Probleme stellten, bezeichneten Polizei und Stadtverwaltungen in Düsseldorf, Duisburg und Höxter die Lage am Nachmittag als entspannt.

Bereits am Freitagabend und in der Nacht auf Samstag hatte der Starkregen die Feuerwehr gefordert. Allein im münsterländischen Kreis Warendorf habe es 375 Einsätze gegeben, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Das habe sich bis in den Vormittag gezogen. „Unwetter kommen zwar immer wieder mal vor, aber das war die Spitze des Eisbergs in den letzten zwei Jahren“, so der Sprecher. 405 Feuerwehrkräfte waren wegen vollgelaufener Keller und Straßenüberflutungen im Einsatz. Schwerpunkt war mit 200 Fällen der Raum Beckum, gefolgt von Drensteinfurt und Telgte. Der größte Einsatz war laut Feuerwehr in einer Kläranlage in Drensteinfurt, die kurzzeitig außer Betrieb war - sechs Stunden habe dieser gedauert.

Auch im Ruhrgebiet hatte das Unwetter schon seine Kreise gezogen. In Dortmund zählte die Feuerwehr von Freitagabend bis Samstagvormittag 70 Einsätze, so ein Sprecher. Es seien Bäume umgekippt und Äste abgevrochen, im westlichen Stadtteil Huckarde seien drei Straßen überflutet gewesen und 15 Keller kontrolliert worden. Teilweise hätten auch die Bewohner selbst die eingedrungenen Wassermassen abgeschöpft. In Bochum seien 150 Kräfte an mehr als 50 Stellen im Einsatz gewesen, wie die Feuerwehr in der Nacht auf Samstag mitteilte. Überwiegend hätten große Mengen Wasser aus Kellern herausgepumpt und verlegte Abläufe freigelegt werden müssen, um einen Wasserabfluss zu ermöglichen. In Herne war eine Schafherde in einem Regenrückhaltebecken eingeschlossen und beinahe ertrunken. Das Becken habe sich am späten Freitagabend in sehr kurzer Zeit mit Wasser gefüllt, teilte die Feuerwehr am Samstag mit.

Am schlimmsten habe das Unwetter am Freitagabend im nördlichen Ruhrgebiet und im Münsterland gewütet, sagte eine DWD-Meteorologin in Essen. Der heftigste Starkregen sei mit 86,5 Litern pro Quadratmeter in Wadersloh (Kreis Warendorf) gemessen worden.

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