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Streif: Grässlicher Sturz beim Ski-Highlight des Jahres - Kryenbühl-Diagnose lässt Fans leiden

Das Ski-Alpin-Rennen auf der Kitzbüheler Streif musste am Freitag nach zwei schweren Stürzen abgebrochen werden - die Athleten wurden mit Hubschraubern abtransportiert.

Update vom 23. Januar, 8.39 Uhr: Nach dem schlimmen Sturz von Urs Kryenbühl gibt es nun eine Diagnose. Swiss Ski teilte am Freitagabend mit, dass sich der Schweizer Skifahrer laut einer ersten Untersuchung eine Gehirnerschütterung, einen Bruch des rechten Schlüsselbeines sowie einen Riss des Kreuz- und Innenbandes im rechten Knie zugezogen hat. Er bleibe über Nacht im Krankenhaus. Sport-Fans wissen: Ein Kreuzbandriss ist für Athleten eine äußerst bittere Diagnose, weil sie eine sehr lange Pause nach sich zieht.

Inzwischen ist klar, dass die geplante Samstag-Abfahrt von Kitzbühel auf Sonntag verschoben wird. Wer heute dennoch live beim Wintersport dabei sein möchte: Wir begleiten den Biathlon-Weltcup von Antholz.

Streif: Urs Kryenbühl mit fürchterlichem Sturz in Kitzbühel

Erstmeldung vom 22. Januar, 18.32 Uhr: Kitzbühel - Die legendäre Streif in Kitzbühel kann Träume zwar wahr werden lassen, aber auch genauso gefährlich sein. Beides wurde beim Ski-Alpin-Rennen am Freitag erneut unter Beweis gestellt. Der Sieger Beat Feuz aus der Schweiz, der auf der Strecke schon vier Mal Zweiter wurde, konnte seinen lang ersehnten Triumph nämlich nicht in vollen Zügen genießen. Stattdessen musste er sich über den Sprung kurz vor der Ziellinie ärgern: „Der Sprung ist seit drei Tagen ein Thema - er geht zu weit. Bei diesem Tempo muss es nicht 60, 70 Meter weit gehen. 40 Meter reichen auch“, sagte er dem ORF.

Wie Feuz von Ärger und Schock gleichermaßen übermannt wurde, konnte man sehen, als er nach dem schweren Sturz seines Landsmannes Urs Kryenbühl eingeblendet wurde. Den 26-Jährigen erwischte es auf jenem Zielsprung mit einer Geschwindigkeit von rund 147 km/h. Dabei landete er nicht nur unglücklich auf dem Kopf, sogar seine Skier zerbrachen in mehrere Teile. Sofort musste der Athlet medizinisch behandelt werden, ein Rettungshubschrauber transportierte ihn ab. Die gute Nachricht: Kryenbühl hat wohl nicht das Bewusstsein verloren, soll sogar seinen Trainer erkannt haben. Vor der ersten Diagnose wurde von „Glück im Unglück“ gesprochen.

Streif: Auch Ryan Cochran-Siegle musste weggeflogen werden

Das Rennen musste zu dem Zeitpunkt zum zweiten Mal abgebrochen werden, denn schon der US-Amerikaner Ryan Cochran-Siegle wurde aufgrund eines Sturzes mit dem Heli weggeflogen. Der Profi durchbrach bei seinem Unfall kurz vor der Traverse sogar ein Fangnetz. Über die Jury wurde mitgeteilt, dass er über Schmerzen an der Schulter klagte.

Das Rennen wurde nach der Zieleinfahrt von 30 Athleten abgebrochen - das ist die Mindestzahl an Sportlern, die das Ziel erreichen muss, damit der Wettbewerb gewertet werden kann. Auf dem Podium standen am Ende Feuz, der Österreicher Matthias Mayer und der Italiener Dominik Paris aus Südtirol. Aus Sicht der Deutschen verlief das Rennen durchaus positiv. DSV-Ass Andreas Sander erreichte einen starken fünften Platz. „Ich habe mich richtig gut gefühlt. Heute war ein guter Lauf, aber morgen werde ich noch einmal drauf losfahren. Ob die bessere Leistung zur besseren Platzierung reicht, wird am dann sehen“, gab er sich dem ZDF kämpferisch.

Romed Baumann wurde außerdem Achter und Josef Ferstl wurde ein Platz hinter Dominik Schwaiger Dreizehnter. Hier können Sie das Rennen im Live-Ticker nachlesen.

Streif: Erneute Diskussionen über gefährlichen Zielsprung

Überschattet wurden die Ergebnisse aber natürlich von den Unfällen, die mal wieder reichlich Diskussionsstoff über die Schwere der Strecke lieferten.  „Der Sprung ist schon seit drei Tagen ein Thema. Ich bin 60, 70 Meter raus gesegelt. Das muss nicht sein“, gab Paris gegenüber dem ORF zu bedenken. Auch für „Pepi“ Ferstl wurde es bei dem Sprung eng: „Ich habe in der Luft gemerkt: Habe die Ehre, der geht weit! Ich habe gewusst, ich muss kompakt bleiben, die Spannung halten, sonst scheppert‘s.“

Auch wenn das Risiko für Ferstl zum Sport gehöre, müsse sich etwas ändern. „Die Diskussionen führen wir doch jedes Jahr. Die einen Zuschauer sagen, es muss spektakulärer gemacht werden. Aber wir Sportler sagen, wenn du 140 fährst, musst du nicht noch irgendwelche Fallen einbauen. Irgendwas muss man sich einfallen lassen. Das Material ist teilweise nicht mehr kontrollierbar bei über 100 km/h.“

Dass sich jedoch schon etwas vor dem morgigen Rennen ändern wird, ist sehr unwahrscheinlich. Dann steht ab 11.30 Uhr nämlich das „richtige“ Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel an. Der Wettbewerb am Freitag wurde lediglich von Wengen nach Kitzbühel verlegt. Am Samstag dürfen sich die Athleten dann über mehr deutlich mehr Preisgeld und Aufmerksamkeit freuen - auch wenn aufgrund der Corona-Situation keine 50.000 Fans an der Strecke sein können. (ta)

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