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Streit mit der Parteiführung: Thierse erwägt offenbar SPD-Austritt

Wolfgang Thierse im Oktober 2020 am Rande einer Talkshow in Leipzig Bild: Picture-Alliance

Im Streit mit der Parteiführung hat der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse offenbar seinen Austritt aus der SPD angeboten. Hintergrund des Streits dürfte ein Gastbeitrag Thierses in der F.A.Z. sein.

In der SPD eskaliert der Streit zwischen der Parteispitze und dem früheren Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse. In einem Schreiben an die Vorsitzende Saskia Esken hat Thierse nun seinen Verbleib in der Partei zur Disposition gestellt und eine öffentliche Äußerung Eskens dazu verlangt.

Er bitte darum, ihm öffentlich mitzuteilen, ob sein „Bleiben in der gemeinsamen Partei weiterhin wünschenswert oder eher schädlich“ sei, zitierte der „Tagesspiegel“ aus dem Brief.  Er selbst habe Zweifel, „wenn sich zwei Mitglieder der Parteiführung von mir distanzieren“, schrieb Thierse.

Ausgelöst hatte den Streit eine Einladung zu einer parteiinternen Diskussion, die im Namen von Esken und ihrem Vize Kevin Kühnert an ausgewählte Mitglieder versandt worden war. Darin zeigten sich beide „beschämt“ über nicht namentlich genannte SPD-Vertreter, die ein „rückwärtsgewandtes Bild der SPD“ zeichneten.

Anscheinend bezog sich diese Kritik auf einen Gastbeitrag Thierses in der F.A.Z. Darin hatte er Ende Februar die Frage aufgeworfen: „Wie viel Identitätspolitik stärkt die Pluralität einer Gesellschaft, ab wann schlägt sie in Spaltung um?“ Thierse schrieb: „Linke Identitätspolitik ist in der Gefahr, die notwendigen Durchsetzungs- und Verständigungsprozesse zu verkürzen und zu verengen. Aber es wird nicht ohne die Mühsal von Diskussionen gehen. Diese zu verweigern, das ist genau das, was als Cancel Culture sich zu verbreiten beginnt. Menschen, die andere, abweichende Ansichten haben und die eine andere als die verordnete Sprache benutzen, aus dem offenen Diskurs in den Medien oder aus der Universität auszuschließen, das kann ich weder für links noch für demokratische politische Kultur halten.“

In seinem Brief an Esken schrieb Thierse nun offenbar, er habe versucht, „zu Mäßigung zu mahnen und verstärkte Anstrengungen auf das Gemeinsame und Verbindende einer mehr denn je pluralen, diversen Gesellschaft zu richten.“ Und: „Ich meinte, dies sei gut sozialdemokratisch.“

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