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Streit um Ergebnis beendet: Mullah al-Sadr gewinnt Wahl im Irak

Streit um Ergebnis beendet Mullah al-Sadr gewinnt Wahl im Irak

Seit der Parlamentswahl im Oktober leidet der Irak unter starken Spannungen. Pro-iranische Milizen wollen ihre Verluste nicht anerkennen und zetteln gewaltsame Zusammenstöße mit Sicherheitskräften an. Nun erklärt die Wahlkommission den Iran-kritischen Geistlichen al-Sadr zum Wahlsieger.

Nach wochenlangen teilweise gewaltsamen Auseinandersetzungen um das Ergebnis der Parlamentswahl im Irak hat die Wahlkommission den Sieg des einflussreichen schiitischen Geistlichen Moktada al-Sadr bestätigt. Sein Block kommt nach Angaben der Kommission auf 73 der 329 Sitze im Parlament in Bagdad. Eine Niederlage im schiitischen Lager musste hingegen die Fatah-Allianz hinnehmen, der politische Arm des vom Iran unterstützten Haschd-al-Schaabi-Netzwerks. Die Allianz rutschte von 48 auf 17 Mandate ab.

Trotz ihrer Niederlage spielt die Fatah eine wichtige Rolle in der irakischen Innenpolitik. Ihre Milizen verfügen über 160.000 Kämpfer, auch wenn diese offiziell in die regulären Streitkräfte integriert sind. Zudem könnte sie ein Bündnis mit der pro-iranischen Allianz des ehemaligen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki eingehen, der mit 33 Sitzen ein überraschendes Comeback gelang.

Nach seinem Sieg beansprucht al-Sadr die Regierungsbildung für sich. Allerdings könnte seine Forderung nach einer "Mehrheitsregierung" mit anderen führenden Blöcken - und damit möglicherweise unter Ausschluss mächtiger schiitischer Akteure wie der Fatah - zu erheblichen Spannungen führen.

Gegner der USA und des Iran

Der ehemalige Milizenführer lehnt jeglichen ausländischen Einfluss im Irak ab. Er ist sowohl für seine Feindschaft gegen die USA als auch für seinen Protest gegen den wachsenden iranischen Einfluss im Irak bekannt.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei die Gefahr einer "Eskalation und von Zusammenstößen" im Irak sehr hoch, sagte der Experte Hamdi Malik vom Washingtoner Institut für Nahostpolitik. Bereits nach der vorgezogenen Wahl am 10. Oktober hatten Anhänger der Fatah immer wieder gewaltsamen gegen vermeintlichen Wahlbetrug protestiert. Anfang November war der amtierende irakische Ministerpräsident Mustafa al-Kadhemi einem Drohnenangriff auf seine Residenz nur knapp entgangen. Zugleich demonstrierten mehrere hundert Anhänger pro-iranischer Gruppen in Bagdad gegen das Wahlergebnis. Einige verbrannten dabei sein Porträt und bezeichneten ihn als "Kriminellen".