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Studie: Knappe Personalsituation belastet Erzieher und Kinder im Werra-Meißner-Kreis

In den Kitas im Kreis fehlt es an ausreichend Personal für die Betreuung.

Es fehlt an Erziehern im Werra-Meißner-Kreis. Wie die Bertelsmann-Stiftung in einer Studie mit der Universität Hagen herausgefunden hat, besteht in Krippengruppen im Werra-Meißner-Kreis ein Personalschlüssel von 4,2. Auf eine Betreuerin kommen im Schnitt mehr als vier Kleinkinder.

Werra-Meißner - Es fehlt an Erziehern im Werra-Meißner-Kreis. Wie die Bertelsmann-Stiftung in einer Studie mit der Universität Hagen herausgefunden hat, besteht in Krippengruppen im Werra-Meißner-Kreis ein Personalschlüssel von 4,2. Auf eine Betreuerin kommen im Schnitt mehr als vier Kleinkinder. Dabei empfiehlt die Stiftung einen Schlüssel von 3,0. Bei den Regelgruppen der über dreijährigen Kinder schneidet der Werra-Meißner-Kreis mit 10,9 ab, während die Stiftung zu statistischen 7,5 Kindern pro Erzieherin rät. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die knappe Personalsituation in Kitas Erzieher und Kinder gleichermaßen belastet.

Bei den älteren Kindern rangiert der Kreis mit den festgestellten Werten auf den hinteren Rängen, während er bei den Krippengruppen im deutschlandweiten Mitteltrend liegt.

Deutliches Ost-West-Gefälle

Generell wird in der Studie ein Ost-West-Gefälle sichtbar, das besonders bei den Krippenplätzen regional große Unterschiede deutlich macht. Die ausgelastete Lage wirke sich jedoch in allen Kitas negativ auf die Betreuungsqualität aus, so Prof. Dr. Julia Schütz, Leiterin des Lehrgebiets Empirische Bildungsforschung an der Fernuniversität Hagen. „Um eine kindgerechte Betreuung, Bildung und Erziehung leisten zu können, benötigen Kitas dringend mehr pädagogisches Personal“, fordert die Expertin.

Aufstockung des Personals dringend notwendig

Den ersten Schritt zu einer verbesserten Betreuungsgrundlage sieht Pfarrer Christoph Dühr, geschäftsführender Vorsitzender des Zweckverbands Evangelische Tageseinrichtungen für Kinder im Kirchenkreis Werra-Meißner, in der Aufstockung des Personals nach dem Kindertagesstättenförderungsgesetz (Kifög).

Dabei ist auch vorgesehen, den zeitlichen Aufschlag für Vertretungsstunden von 15 auf 22 Prozent zu erhöhen. Dühr sieht vor allem Verbesserungsbedarf im Bereich der Leitungszeiten. Dort seien Entlastungen und Vertretungen nötig.

Die zusätzlichen Stellen und Stunden mit Fachpersonal zu besetzen, werde jedoch zu einer Herausforderung, der schon jetzt begegnet werden müsse, so Dühr.

Personalschlüssel seit 2016 verbessert

Die Ergebnisse der Bertelsmann-Stiftung zeigen im Vergleich der Berichtsjahre 2016 und 2019 eine generelle Annäherung der Landkreise an die von der Stiftung empfohlenen Betreuungsverhältnisse. Dabei verbesserte sich der Betreuungsschlüssel je nach Landkreis unterschiedlich stark. Im Durchschnitt stieg die Betreuung lediglich um einen geringen Wert – unter 1,0. Im Werra-Meißner-Kreis stellt die Studie nur für das Berichtsjahr 2018 eine deutliche Verbesserung fest.

Kinder sollen nicht zu kurz kommen

Eschwege – Kita-Leiterin Rosel Renner beruhigt ein Kindergartenkind und schubst dann die spielenden Kinder auf dem kleinen roten Karussell im Garten der Kita Kreuzkirche an. Die Zeit mit den Kindern genieße sie sehr, gesteht die 61-Jährige. „Dafür bleibt allerdings gerade wenig Zeit“, erklärt die Kita-Leiterin. Denn in ihrer Position ist Renner nicht nur für das richtige Klima in ihrer Einrichtung zuständig, sie muss auch für die Belange der Mitarbeiter, Eltern und Kinder ein offenes Ohr haben, Büroarbeiten erledigen und sich fortbilden. „Ich habe das Gefühl, es wird alles immer mehr“, sagt Renner.

Die starke Belastung sieht auch Christoph Dühr. Der Pfarrer hofft jedoch durch die kommende Umsetzung des Gute-Kita-Gesetzes, in behördlichem Jargon auch Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung, auf entscheidende Änderungen.

Dühr, der auch Vorsitzender des Zweckverbandes „Evangelische Tageseinrichtungen für Kinder im Kirchenkreis Werra-Meißner“ ist, sieht besonders bei den Vertretungsstunden Nachholbedarf. „Gut geschultes Personal ist wichtig, aber das muss auch erst mal organisiert werden“, macht der Pfarrer aufmerksam. Denn Schulungen bedeuteten Dienstausfälle, die weitere Erzieherinnen abfangen müssten, so Dühr. Das gelte auch für Führungskräfte.

Mit dem Geld des Bundes soll deshalb gleich ein ganzes Maßnahmenpaket zur Kita-Reform auf den Weg gebracht werden. Darunter mehr Fachpersonal für die ebenfalls geplanten Mehrstellen und -stunden. Auch ein breiteres Angebot zur Fortbildung der Kitaleitungen ist unter anderem vorgesehen.

Betreuungsqualität soll gesteigert werden

Diese Verbesserungen sollen die Betreuungsqualität steigern. „Dann kann sich jedem Kind individueller gewidmet werden“, stellt Pfarrer Christoph Dühr mit Blick auf die Hilfen fest. Denn Bildung und Erziehung seien neben dem reinen Betreuungsaspekt sehr wichtig, so der Pfarrer. „Überstunden sind bei den Kita-Mitarbeitern zurzeit ja an der Tagesordnung“, bedauert Dühr.

Doch auch mit Blick auf die geplanten Verbesserungen sieht Dühr die gesetzlichen Bestrebungen kritisch. „Wir werden 2022 Probleme bekommen“, so der Vorsitzende des Zweckverbandes. Er warnt in diesem Zusammenhang vor dem Fachkräftemangel im Kreis, dem schon jetzt begegnet werden müsse. „Wir freuen uns, eine Fachschule im Kreis zu haben, und sind in die praxisorientierte Ausbildung eingestiegen“, erklärt der Pfarrer das Vorgehen.

Erhöhung der Stunden allein reicht nicht

Denn die Erhöhung der Stunden reiche nicht aus, es müsse auch genug geschultes Personal vorhanden sein, um Kitas nachhaltig zu entlasten und alle Stellen zu besetzen, weiß der Pfarrer. Dass das kostspielig ist und die Kreise und Kommunen finanziell auf die Länder angewiesen sind, sei eindeutig, so Dühr. „Das ist auch für die Bürgermeister nicht einfach, da kämpfen Finanzen gegen Qualitäten“, stellt der 60-Jährige fest. Und bei Qualitäten in den Kitas wolle doch niemand Abstriche machen, beteuert er. Dabei haben Kitas, die wie die Kreuzkirche einen kirchlichen Träger haben, noch einen geringen finanziellen Vorteil gegenüber anderen Einrichtungen, da die evangelische Kirche die Kommunen mit zehn Prozent der finanziellen Mittel unterstützt. Trotzdem seien die Kindertagesstätten auf Fördervereine und Spenden angewiesen, so Dühr.

Engagement sei auch bei der Entscheidung, Kita-Leiterin zu werden, gefragt, berichtet Kita-Leiterin Rosel Renner. Um den Beruf attraktiver zu machen, sei deshalb die kommende gesetzliche Entlastung mit erweiterten Möglichkeiten zentral, erklärt Renner. So bleibe auch wieder mehr Zeit für die Kinder. „Die sind einfach meine Tankstelle“, freut sich Rosel Renner. Dann muss die 61-Jährige auch schon wieder schnell ins Büro. Die zusätzlichen Stellen und Stunden sollen in Zukunft Überlastungen verhindern, erklärt Christoph Dühr. „Dann wird es richtig feste Stellvertreter geben, sodass sich Leiter nicht zerreißen müssen“, schließt er.

Von Kim Hornickel

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