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„Stümperei sondergleichen“: Arzt kritisiert knappe Impfstoff-Lieferungen - Erste Praxen stellen Impfen ein

Von: Josef Ametsbichler

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Dr. Marc Block, Hausärzte-Sprecher.
Dr. Marc Block, Hausärzte-Sprecher. © Stefan Roßmann

Die Zeiten, in denen der Corona-Impfstoff ein knappes Gut war, schienen längst ausgestanden. Nun ärgern sich die Hausärzte im Landkreis Ebersberg aber über genau dieses Problem.

Landkreis – Marc Block, Hausarzt in Zorneding und in der Corona-Krise so etwas wie der Sprecher seines Berufsstandes im Landkreis Ebersberg, ist einer, der klare Worte nicht scheut. Aber so verärgert wie derzeit erlebt man ihn selten. Er berichtet von Impfstoff-Knappheit bei den Hausarztpraxen und sagt: „Das kostet Menschenleben!“

Laut Block sei in jüngster Vergangenheit teils nur die Hälfte des von seinen Kollegen bestellten Impfstoffs geliefert worden – und das bei einem ohnehin schon reduziertem Biontech-Kontingent, wofür Noch-Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zuletzt heftig kritisiert wurde. In diese Kerbe schlägt auch der Ärztliche Koordinator im Landkreis: „Deutschland blamiert sich in der Pandemiebekämpfung bis auf die Knochen“, sagt Block.

Er beobachte, dass wegen schlechter Planbarkeit des Impfstoffkontingents bereits mehrere Hausärzte im Kreis Ebersberg das Angebot der Corona-Impfung komplett eingestellt hätten. Und auch bei denen, die Block „die Gruppe der Willigen“ nennt, also jene Ärzte, die sich besonders fürs Impfen engagieren, sei die Frustration groß.

Wenn Impfstoff nicht so geliefert werde wie bestellt, seien die ohnehin notorisch ausgelasteten Sprechstundenhilfen stundenlang damit beschäftigt, den Impfwilligen hinterherzutelefonieren und längst vereinbarte Termine abzusagen. Auf Patientenseite wiederum sorge dies für Verwunderung und Unverständnis. Und das mitten in der großen Nachfrage nach Booster-Impfungen und der Erstimpfungs-Situation, wo noch Luft nach oben ist.

„Das ist kontraproduktiv in jedem Sinne“, subsumiert der Hausärzte-Sprecher die plötzlich wieder eingerissene Impfstoff-Knappheit. Und sagt über die Kontingentplanung der Bundesregierung: „Eine Stümperei sondergleichen!“ Den Leuten, die für die Krisenbewältigung so wichtig seien, werde „der Stuhl weggezogen“.

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