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Germany

TH-Forscher untersuchen Wasserknappheit

In einem europäischen Forschungsprojekt namens IsoMed (Isotopenhydrologie in Mediterranen Ländern) erforscht ein Team der Technischen Hochschule Lübeck unter Leitung von TH-Professor Christoph Külls mit Partnern aus Zypern und Jordanien die Neubildung von Grundwasser im östlichen Mittelmeerraum. Das Vorhaben wird drei Jahre lang durch Bundesmittel gefördert. Ziel ist es, neue und effektivere Messmethoden zu entwickeln, um die vorhandene Menge und die Erneuerungsraten des Grundwassers genau bestimmen zu können.

Auf der Mittelmeerinsel Zypern und in Jordanien sinken die Grundwasserstände seit einigen Jahrzehnten kontinuierlich ab. Grund dafür sind die Übernutzung der Ressourcen auf der einen und abnehmende Niederschlagsmengen auf der anderen Seite. „Um eine nachhaltige Nutzung von Grundwasser zu betreiben, sollte aber immer nur so viel Wasser entnommen werden, wie auch neues Wasser entsteht. Wenn der Prozess der kontrollierten Wasserentnahme und Grundwasserneubildung im Gleichgewicht ist, lässt sich auch in den südlichen Ländern die Wasserwirtschaft über viele Jahre regeln, ohne dass der Grundwasserspiegel sinkt“, erklärt Projektleiter Christoph Külls.

Allerdings betreiben die Menschen in diesen Ländern intensive Bewässerungslandwirtschaft und nutzen dafür zunehmend Grundwasser. So wird dem Grundwasser oft mehr Wasser entnommen, als durch natürliche Prozesse nachkommen kann. „Wenn das nicht korrigiert wird, führt die unkontrollierte Entnahme von Grundwasser langfristig zu katastrophalen Folgen. Denn wenn die Wasserspiegel sinken, muss immer tiefer gebohrt werden. Das verteuert das Wasser, weil mehr Energie und Strom zur Förderung aufgewendet werden muss. Sollte der Grundwasserspiegel letztendlich unter der Meereshöhe liegen, beginnt auch eine Versalzung des Grundwassers“, weiß der Experte. Und irgendwann kommen die Bauern dann gar nicht mehr an Wasser und müssen die Landwirtschaft aufgeben. Dieses wollen die zuständigen Behörden in den Ländern natürlich vermeiden.

Das Projekt IsoMed möchte nun Orientierung schaffen. „Denn am Ende unserer Untersuchungen wollen wir in der Lage sein, anhand einer Bodenbohrung in einem zeitlichen Umfang von nur drei Stunden plus einem Tag Laborarbeit herauszufinden, wie groß die Grundwasserneubildung an einem Standort in den vergangenen drei bis fünf Jahren war“, so der Professor. Das heißt: Was früher über einen Zeitraum von mehreren Jahren mit aufwendigen täglichen Messungen von Niederschlag, Verdunstung und Abfluss erfolgte, möchten die Forscher mit einer Bohrung, die dann im Isotopenlabor ausgewertet wird, in relativ kurzer Zeit ermöglichen.

FM

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