Frankfurt – Vor vier Tagen raste ein SUV-Fahrer (38) im Frankfurter Ostend einen Fußgänger (61) und einen Fahrrad-Kurier (27) vom Essensdienst „Lieferando“ tot.

Nun will der Lieferdienst die Hinterbliebenen seines verunglückten Mitarbeiters unterstützen, möchte alle Kosten übernehmen, bietet schnelle Hilfe an.

Doch es gibt auch Kritik am Lieferdienst – und der kommt aus den eigenen Reihen.

Frankfurts „Lieferando“-Betriebsratsvorsitzender Philipp Schurk (23) sieht bei seinem Arbeitgeber zwar keine Schuld an dem tödlichen Unfall, doch sonst kritisiert er scharf: „Bei ,Lieferando‘ gibt es keine Arbeitsschutzorganisation. Banalste Vorschriften werden nicht eingehalten.“

Schurk nennt einige Beispiele: „Die Mehrzahl der Fahrer muss Privat-Fahrräder nutzen, die nicht gewartet werden. Eine Einweisung in Vorschriften wie Helmpflicht gibt es nicht, die gestellten Helme haben niedrige Qualität.“

Ein Sprecher: „Alle Fahrer erhalten eine Einweisung zur Helmpflicht, Verkehrsregeln und der Sicherheit im Straßenverkehr. Zudem müssen sie jedes Jahr einen Auffrischungskurs durchlaufen. Helme werden durch Lieferando kostenlos gestellt. Fahrräder werden gestellt bzw. Fahrer auf eigenen Fahrrädern erhalten eine Verschleißpauschale in Höhe von 10 Cent pro km."