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Trotz Corona-Sorge: Schotten feiern Mega-Party, Weltmeister mit fiesem TV-Versprecher

London -

Das nächste bedenkliche Kapitel rund um Corona bei der Europameisterschaft. Tausende schottische Fans haben vor dem EM-Duell gegen England am Freitag (0:0) in der Innenstadt von London gefeiert – trotz großer Sorgen um eine neue Corona-Welle und eines eindringlichen Appells des Bürgermeisters.

Am Leicester Square versammelten sich die Fan-Massen schon am frühen Nachmittag, um sich gemeinsam auf das ersehnte Duell gegen den Insel-Rivalen einzustimmen, das letztlich zu einer harmlosen Nullnummer verkam.

Dass die aktuelle Corona-Lage in Großbritannien und alle Stimmen aus der Politik gegen ein solches Treffen sprachen, interessierte nur die Wenigsten.

Trotz Corona-Sorgen: Tausende Schottland-Anhänger in London versammelt

Seit klar ist, dass die gefährliche Delta-Variante des Coronavirus‘ in England immer weiter auf dem Vormarsch ist, sind die Sorgen rund um den britischen Fußball-Klassiker groß. Erst am Montag hatte Premierminister Boris Johnson (56) einen Aufschub weiterer, lange geplanter Corona-Lockerungen beschlossen, um die weitere Entwicklung abzuwarten.

EM 2021: Tausende Schottland-Fans feiern vor dem EM-Duell gegen England auf den Straßen Londons.

Tausende Schottland-Fans feiern vor dem EM-Duell gegen England am 18. Juni auf den Straßen Londons.

Dennoch war erwartet worden, dass Tausende Schotten nach London strömen würden. Der Versuch, schon im Vorfeld das Schlimmste zu verhindern, misslang. Freudentrunken fluteten die Anhänger die Straßen der Stadt, lieferten sich außerdem kleinere Scharmützel mit dem englischen Anhang.

Schottland-Fans ignorieren Appell von Londons Bürgermeister

Londins Bürgermeister Sadiq Khan (50) hatte mit einem Appell noch versucht, eine Invasion in der englischen Metropole zu verhindern: „Es ist wichtig, nicht zum Stadion zu kommen, außer Sie haben ein Ticket für das Spiel“, hieß es in einer Stellungnahme.

Bereits zuvor hatte er sich an die schottischen Schlachtenbummler gerichtet: „In einer perfekten Welt würde ich die Tartan Army mit offenen Armen in London empfangen“, sagte Khan, „aber angesichts des Anstiegs der Corona-Fälle, wenn im Kampf gegen das Virus so viel auf dem Spiel steht, kann ich das dieses Mal leider nicht machen. Das Beste ist also, wenn sie nicht nach London kommen und das Spiel lieber zuhause genießen.“

Schottland-Fans fluten die Straßen Londons

Mit Blick auf die Bilder folgte offenbar kaum jemand dem verzweifelten Appell. Rund 30.000 Schottland-Fans wurden in London erwartet, obwohl nur 22.500 Fans insgesamt überhaupt in Wembley zugelassen waren.

EM 2021: Schottland-Fans hinterlassen in London eine Schneise der Verwüstung.

In den Straßen Londons hinterließen die Schottland-Fans am Freitag (18. Juni) vor dem EM-Duell mit England eine Schneise der Verwüstung.

Abstand und Masken war nur bei den Wenigsten zu sehen, selbst in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Viele ließen stattdessen alle Hemmungen fallen, wie die Aufnahmen eines nur äußert spärlich bekleideten Schotten in der Londoner U-Bahn zeigte.

Ein weiteres Video in den sozialen Netzwerken zeigte, wie ein Fan im Rausch vor ein fahrendes Motorrad lief und den Fahrer mitten auf der Straße zu Fall brachte.

England - Schottland torlos, Per Mertesacker patzt als Co-Kommentator

Auf dem Rasen im Wembley Stadion war beim „Battle of Britain“ deutlich weniger los als in den Straßen Londons. Bei strömendem Regen, als bestem britischem Fußball-Wetter, plätscherte das Spiel nur vor sich hin. Zur Pause gab es sogar Pfiffe von den eigenen Fans für die biedere Leistung gegen den Erz-Rivalen.

Sportlich war wenig los, für den größten Höhepunkt in Durchgang eins sorgte Weltmeister Per Mertesacker (36).

EM 2021: Che Adamas und Tyrone Mings bei England gegen Schottland im Zweikampf.

England und Schottland lieferten sich am Freitag (18. Juni), so wie hier Tyrone Mings (r.) und Che Adams, ein verbissenes EM-Duell ohne große Highlights

Der Ex-Kicker von Arsenal, der als Co-Kommentator im ZDF im Einsatz war, sorgte mit einem Versprecher für Erheiterung im Netz. Mertesacker nannte Englands Torwart Jordan Pickford versehentlich, „Jordan Fick…“, ehe ihm sein Fauxpas auffiel und er sich korrigierte.

Zu spät, zahlreiche Twitter-User hatten sich zu diesem Zeitpunkt schon darauf gestürzt.

Das war aber auch das einzige, worüber die Fans im Netz diskutieren konnten. Auf dem Rasen tat sich auch in Hälfte zwei wenig bis gar nichts. Es herrschte gähnende Langeweile in einem Spiel, auf das sich viele Fußball-Fans europaweit wohl mit am meisten gefreut hatten.

„Jeder Handtuchkrieg auf Mallorca ist spannender“ oder „Ich hatte schon spannender Zahnarzttermine“ waren nur zwei Kommentare von vielen gelangweilten Zuschauern. (bc, jk)

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