Germany

Trump wird 75 – „Wie Napoleon auf Elba – aber mit Golf und einem größeren Buffet“

Donald Trump wird 75, aber öffentlich gefeiert wird sein Ehrentag nicht. So hatte sich der Unternehmer, Entertainer und US-Republikaner den 14. Juni 2021 sicher nicht vorgestellt. Doch nach der Wahlniederlage im Rennen um die US-Präsidentschaft musste Trump die Macht ja bekanntlich an seinen Nachfolger Joe Biden abgeben und damit verschwand er auch eher unfreiwillig aus dem Rampenlicht. Dennoch, Trump ist zwar von den TV-Bildschirmen verschwunden, aber nicht weg. Ganz im Gegenteil.

Ein regelrechtes „alternatives Universum“ sehen Reporter von der „New York Times“ bis hin zum Nachrichtendienst Bloomberg, das sich Trump in seinem Exil in Florida errichtet hat. Bereits im April hatte Kolumnistin Ashley Feinberg auf ihrer Website „Trashberg“ spitzzüngig gefragt: „Was zum Teufel macht Trump den ganzen Tag in Mar-a-Lago?“

Ein Auftritt wie ein Lebenselixier: Auf einer Parteiveranstaltung in North Carolina wurde Donald Trump wie einst umjubelt

Ein Auftritt wie ein Lebenselixier: Auf einer Parteiveranstaltung in North Carolina wurde Donald Trump wie einst umjubelt

Quelle: AP

Sie selbst gab dann die Antwort, indem sie Unmengen von (teils hochkomischen) Instagram-Posts auswertete und spöttelte: Trump sei nun offenbar im Paradies – in seinem geliebten Golfklub, in dem er sich selbst inszeniere und das mit stets wiederkehrenden Motiven. Häufig etwa sei zu sehen, wie Trump das Bad in der Menge genießt, wie es ihn freut, wenn er den Raum betritt und die Menschen aufstehen und applaudieren.

An dieser Stelle finden Sie Inhalte aus Instagram

Um mit Inhalten von Instagram und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir Ihre Zustimmung.

An dieser Stelle finden Sie Inhalte aus Instagram

Um mit Inhalten von Instagram und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir Ihre Zustimmung.

An dieser Stelle finden Sie Inhalte aus Instagram

Um mit Inhalten von Instagram und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir Ihre Zustimmung.

Dazu hat der nun 75-Jährige gewisse Routinen entwickelt: Aufnahmen, die Gäste und Trump-Fans in Mar-a-Lago gemacht haben, zeigen Trump beim Crashen von Hochzeitsfotos, beim Verteilen von Bargeld ans Personal, beim Golfspielen und Caddyfahren und natürlich in einer nicht endend wollenden Abfolge von Selfies, die Klubgäste und Anhänger einfordern. Accounts wie der von Trump-Fan Michael Solakiewiczs dokumentieren all dies minutiös bei Instagram.

„Er zeigt sich bei allem“, wird gelästert

Der Ex-Präsident selbst bleibt ungewollt stumm – Trump ist weiterhin sowohl bei Twitter als auch bei Facebook gesperrt, sein eigenes Social-Media-Unterfangen „From Trump’s Desk“ wurde nach nur knapp einem Monat mangels Interaktion eingestellt.

Bei aller Spöttelei – „Er zeigt sich bei allem. … Ein Mar-a-Lago-Mitglied, das kürzlich an einem Klubtreffen für einen verstorbenen Freund teilgenommen hat, war überrascht, als Trump hereinschlenderte, um ein paar Bemerkungen abzugeben und dann herumhing“, schreibt Bloomberg – so ganz geheuer ist den Kommentatoren der neue Lebenswandel von Trump dann doch nicht.

Zum einen erstaunt die US-Journalisten der nach wie vor hohe Zuspruch, den Trump offenbar genießt – etwa bei seinem Auftritt auf Parteiveranstaltungen der Republikaner oder aber bei den standhaft auflaufenden Grüppchen von fahnenschwenkenden Fans am Straßenrand, sobald Trump seinen Golfklub verlässt. Organisiert werden sie übrigens, auch das weiß man nach der Lektüre von Bloomberg, von einem Anhänger namens Willy Guardiola.

Auch in Florida veranstalten Trump-Anhänger regelmäßig Bootsfahrten für "ihren (Ex)-Präsidenten

Auch in Florida veranstalten Trump-Anhänger regelmäßig Bootsfahrten für ihren (Ex)-Präsidenten

Quelle: picture alliance / abaca

Man mag das als Folklore, als potemkinsches Dorf abtun, das wohlmeinende Anhänger errichten, um einen alten Mann vor der Wahrheit des eigenen Bedeutungsverlustes zu schützen.

In Florida entsteht eine Machtbasis

Doch es gibt auch Aspekte am Trump-Kult, die die liberalen US-Medien mit einer gewissen Besorgnis erfüllen. Zum einen sei da die nicht unerhebliche Machtbasis, die sich der Ex-Präsident und seine Anhänger in Florida aufgebaut haben. Seine Kinder Ivanka und Donald jr. sind in den Sonnenstaat gezogen, ebenso einflussreiche Unterstützer wie Fox-News-Moderator Sean Hannity, der auch nach Florida übergesiedelt ist.

Die „New York Times“ hat recherchiert, dass Trump in den kommenden Monaten zudem auch bereits Veranstaltungshallen für neue Kundgebungen gebucht hat. Auch in der republikanischen Partei ist Trump nach wie vor eine Macht, wie unter anderem sein Kleinkrieg gegen Parteikritikerin Liz Cheney zeigte, die auch wegen Trumps Gegnerschaft jüngst ihren wichtigen Posten als „Chairwoman“ der Partei verlor.

Dazu die steten Andeutungen, dass der nun 75-Jährige eine erneute Präsidentschaftskandidatur erwägt. Sohn Donald jr. postete gerade erst auf Instagram eine Kachel „Trump 24 – I’ll be back“, auf Telegram hat der selbst ernannte politische Kronprinz mittlerweile eine Million Follower versammelt.

Und sein Vater? Der pflegt sein Image. Trump habe, so notieren die kritischen Beobachter, sogar bereits eine Art neue Uniform erfunden. Gern zeige er sich nun in blauer Hose und weißem Golfhemd. Wenn im Anzug, dann nach wie vor mit seinem roten Schlips und natürlich stets mit seiner roten „MAGA“-Basecap. Ist er nur zu faul zum Umziehen – oder ist das schon ein neuer Markenauftritt?, fragt sich da nicht nur der „NYT“-Reporter.

Trumps luxuriöse Anwesen in Palm Beach, Florida

Trumps luxuriöses Anwesen in Palm Beach, Florida

Quelle: dpa-infocom GmbH

„Donald Trump braucht die Bewunderung der Menge, wie Sie oder ich Sauerstoff zum Atmen brauchen“, zitiert Bloomberg derweil abschließend Michael Cohen, Trumps ehemaligen Anwalt, der zum Feind wurde.

Dann schlussfolgert das Medium: „Alles in allem ähnelt Trumps Leben nach dem Weißen Haus weniger dem eines typischen Ex-Präsidenten, sondern einem ausländischen Monarchen, der ins Exil geworfen wurde – wie Napoleon auf Elba, aber mit Golf und einem größeren Buffet.“

Ob Trump die Statur eines Napoleon hat? Eins ist sicher: Seine Fans glauben fest daran.

Football news:

Lukaku steht kurz vor einem neuen Comeback bei Chelsea. Es sieht so aus, als würde Inter 120 Millionen zustimmen - er braucht immer noch Geld Um Inter in dieser Nebensaison besonders viele Transfergerüchte. Der italienische Meister war in einer schwierigen finanziellen Situation, verlor Antonio Conte, und die europäischen Klubs erhielten eine echte Chance, seine wichtigsten Stars zu bekommen. Anfang Juli hatte Inter Mailand Ashraf Hakimi für 60 Millionen Euro an PSG verkauft und João María an Benfica gegeben, doch das war noch nicht genug
Die Polizei nahm 11 Mann, оскорблявших Рэшфорда, Sancho und nach dem Finale Saka Euro 2020
Der Luxemburger Fonds kauft 10% der La Liga für 2,7 Milliarden Euro. Was ist der Sinn des Deals?
Stürmer Romelu Lukaku will von Inter Mailand zum FC Chelsea wechseln. Laut Sky Sports hat der Belgier Inter Mailand gebeten, das Angebot des FC Chelsea für seinen Transfer anzunehmen. Zuvor hatte der italienische Klub zwei Angebote der Londoner abgelehnt. Die Summe von 110 bis 120 Millionen Euro kann Inter überzeugen, dem Verkauf zuzustimmen
Messi flog nach Katalonien. Es wird erwartet, dass er in dieser Woche einen neuen Vertrag bei Barça unterschreibt
Man City kauft Grillisch für 100 Millionen Pfund, Vertrag bis 2026. Die Dokumente sind unterschrieben
Tuchel über Lukaku zu Chelsea: Viele Spieler wollen zu uns wechseln. Chelsea-Trainer Thomas Tuchel hat sich über einen möglichen Transfer von Inter Mailand-Stürmer Romelu Lukaku geäußert