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TV-Kolumne „Markus Lanz“ - „Es war so absurd“: Journalisten hielten Ibiza-Video anfangs für einen Fake

TV-Kolumne „Markus Lanz“: „Es war so absurd“: Journalisten hielten Ibiza-Video anfangs für einen Fake

Die Journalisten des „Ibiza“-Videos sind zu Gast bei Lanz und berichten vom Ohrenabgleich, schmutzigen Fußnägeln und darüber, warum sie dachten, das Video sei „zu gut, um wirklich zu stimmen.“

An den Fußnägeln des Lockvogels wäre die Falle fast gescheitert. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hatte die Füße der angeblichen russischen Milliadärsnichte angeschaut und fand ihre Nägel zu schmutzig. Jedenfalls zu schmutzig für eine Person, die angeblich in dieser finanziellen Top-Liga spielt. Doch FPÖ-Fraktionschef Johann Gudenus hatte den österreichischen Vizekanzler beruhigt. Nein, nein, habe er beschwichtigt, das ist keine Falle, das ist kein Fake. Das war es dann aber doch.

Aufträge für die Milliardärsnichte

Markus Lanz hat Bastian Obermayer und Frederik Obermaier eingeladen. Die Journalisten der „Süddeutschen Zeitung“ haben das Video der sogenannten „Ibiza-Affäre“ öffentlich gemacht. Seither ist die Koalition zwischen ÖVP von Kanzler Sebastian Kurz und der rechtspopulistischen FPÖ zerbrochen. Im September soll neu gewählt werden. Grund für die schwere Regierungskrise ist ein Treffen von Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus auf Ibiza mit dieser angeblichen russischen Milliardärsnichte im Juli 2017. Strache wollte der Frau, die sich „Aljona Makarowa“ nannte, im Gegenzug für Wahlkampfhilfe öffentliche Aufträge zuschanzen. Damit gingen die hohen FPÖ-Leute den noch unbekannten Machern des Videos voll in die Falle.

Verleumdungen und viel Blabla

Ein paar Mal sieht es noch so aus, als würden die beiden den Braten riechen, erklärt Frederik Obermaier. Gudenus sagt etwa zu der Frau, man habe ja nicht mal ihren Pass gesehen. Doch die falsche Russin überspielt das geschickt. Auch die Frau von Gudenus, die dabeisaß, hatte zwischendurch vor einer Falle gewarnt. Obermaier sagt auch: „Als wir das erste Mal das Video gesehen haben, konnten wir es nicht glauben. Wie einer in seiner Bierlaune so etwas sagt.“ Es sei auf Ibiza sehr, sehr viel Alkohol geflossen, bis weit nach Mitternacht. Obermaier weiter: „Es gibt viele banale Dinge auf dem Video. Auch üble Verleumdungen. Auch verbreite Strache eine Stunde lang seine Sicht der Weltkrise. Das wollten wir aber nicht zeigen.“

Wodka, Red Bull und Frauen

Gezeigt werden sollte viel mehr, welche Visionen Vizekanzler Strache vom Umbau Österreichs hat. „Sie wollten nach Gutdünken Sachen verteilen“, sagt Bastian Obermayer. Er könne sich keinen deutschen Politiker vorstellen, der Wodka und Red Bull trinkend so über Frauen und anderes redet. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung vor der Europawahl habe jedoch keinen Hintergedanken und sei ausschließlich der Tatsache geschuldet, dass die Überprüfung des Videos so lange gedauert habe. Man habe etwa externe Spezialisten hinzugezogen und die Ohren der Personen auf dem Video mit verfügbaren Fotos verglichen. Geld habe man den Videomachern nicht gezahlt. „Wir dachten auch, Strache würde sagen, er hätte gewusst, dass das eine Falle ist und Kurz und Strache würden einen Weg finden, gemeinsam weiter zu machen.“ Zuerst hätten sie nur 15 Minuten des Videos sehen dürfen. „Es war so absurd. Wir haben erst mal nicht viel verstanden. Der Ton war auch nicht richtig gut“, erzählt Bastian Obermayer. „Dann dachte ich, es ist zu gut, um wirklich zu stimmen.“

Eigene FPÖ-Medien aufbauen

In der Runde sitzt auch Corinna Milborn, die in Österreich die politische Talkshow „Pro & Contra“ moderiert. „Solches Material bekommen wir alle zwei, drei Wochen angeboten. Ich habe nicht geglaubt, dass es so ein Video wirklich gibt“, sagt sie. Es sei aber bekannt, dass Gudenus gute Kontakte nach Russland habe. Und von Strache seien viele Fotos mit Neonazis bekannt, aber er sei dort nicht im engsten Kreis gewesen. Auch hätte die FPÖ versucht, Teile des im Video erklärten Umbaus Österreichs bereits in der Regierung umzusetzen – wie etwa die Privatisierung eines Senders. Milborn erklärt: „Sie haben versucht, ihre eigenen Medien umzubauen und haben kritischen Medien mittels entzogener Inserate und Beilagen Geld vorenthalten. Aber die Medienredaktionen in Österreich sind sehr unabhängig.“ Das Video zeige die Denkweise der FPÖ.

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Im Video: Ibiza-Affäre: FPÖ-Mann Gudenus vermutet, dass K.o.-Tropfen im Spiel waren

soctv

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