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Umfrage-Wirbel für CDU - doch ein ganz anderer könnte Merkel-Nachfolge aufmischen: „An ihm führt kein Weg vorbei“

Die Corona-Krise war lange die Stunde der Regierungschefs. Doch jetzt büßen die Platzhirsche an Beliebtheit ein. Das Rennen um die Kanzlerschaft könnte das ordentlich durcheinanderwirbeln.

Berlin - Turbulente Tage hat die Bundespolitik zuletzt erlebt - vor allem natürlich mit dem Corona-Gipfel am Mittwoch. Die Runde aus Kanzlerin und Ministerpräsidenten ist, so meinen nicht nur Kritiker, auch eine Gelegenheit zur Profilierung für höhere Aufgaben. Für den CDU-Vorsitz etwa. Oder das Kanzleramt. Neue Umfragen liefern allerdings für die Gipfelteilnehmer Armin Laschet und Markus Söder keine guten Neuigkeiten.

Überhaupt scheinen die Unions-Platzhirsche in der Gunst der Bevölkerung zu schwächeln. Der Blick richtet sich deshalb nun auf den Außenseiter im CDU-Rennen. Und auf einen möglicherweise lachenden Vierten. Kurz vor dem Wahljahr könnten die Karten neu gemischt werden.

Corona wirbelt Rennen um Merkels Nachfolge durcheinander: Röttgen legt auf einmal zu - Merz verliert

Laut dem neuesten ARD-“Deutschlandtrend“ hat keiner der drei CDU-Vorsitzanwärter eine Mehrheit hinter sich - und die zwei prominentesten verlieren an Zuspruch. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet* gab satte neun Punkte auf nun 15 Prozent ab. Bei Friedrich Merz* ist es ein Minus von sieben Prozentpunkten, er liegt mit 27 Prozent aber weiter vorne. Norbert Röttgen hingegen überflügelte in der infratest-dimap-Umfrage Laschet - er liegt jetzt mit 16 Prozent auf Rang zwei.

Weitere Anhaltspunkte gibt ein ebenfalls am Freitag veröffentlichtes Politiker-Ranking des Focus. Diesem zufolge ist Söder zwar nach Kanzlerin Angela Merkel immer noch der beliebteste Politiker im Land, büßte zuletzt aber von 152 Ranglistenpunkten sechs ein. In dieser Liste liegt Röttgen* mit 102 Punkten sogar vor Laschet und Merz (je 101) auf Rang 7 - und, kurz nach dem Grünen-Parteitag, auf Tuchfühlung mit den direkt vor ihm platzierten Robert Habeck und Annalena Baerbock. Für die Tabelle hatte das Institut Insa 2.063 Menschen ab 18 befragt, allerdings noch vor dem Gipfel. Auf den Plätzen drei bis fünf landeten übrigens Jens Spahn, Olaf Scholz und Sahra Wagenknecht.

Laschet und Merz in Nöten: Wird Brinkhaus der lachende Dritte? Merkel-Schelte erntet Aufmerksamkeit

Droht Friedrich Merz noch einmal eine Niederlage im Rennen um den CDU-Vorsitz?

Ein anderer taucht in diesen Listen noch gar nicht auf: Ralph Brinkhaus. Der Unionsfraktionschef machte allerdings zuletzt groß von sich reden - gerade weil er im Bundestag offene Kritik an den Corona-Runden der Kanzlerin übte. Womöglich könnte er zum Gewinner der aktuellen Situation werden. „An ihm führt derzeit kein Weg vorbei“, zitiert das Portal web.de eine Quelle aus „Brinkhaus engstem Umfeld“. Aus der Unionsfraktion will die Webseite zudem erfahren haben, dass in der Corona-Krise ohnehin die wesentlichsten Entscheidungen nicht über Ministerpräsidenten wie Laschet und Söder laufen.

Ein „Zirkel“ aus Merkel, ihrem Vertrauten Helge Braun, Vizekanzler Olaf Scholz, und den Fraktionschefs Brinkhaus und Rolf Mützenich (SPD), sei der Kreis, den wesentliche Vorstöße passieren müssen. Die CDU hatte zuletzt ihren Parteitag verschoben - und auch weitere Kandidaten für den Chefposten nicht ausgeschlossen. Merz äußerte angesichts dessen öffentlich Veschwörungstheorien.

Ein ganz neues Phänomen ist der Aufwind für Brinkhaus nicht. Der Thüringer CDU-Chef Christian Hirte hatte Anfang November ganz offen Brinkhaus als neuen CDU-Parteivorsitzenden ins Spiel gebracht. In der CDU gebe es viele tolle Persönlichkeiten, die für Spitzenämter geeignet seien, sagte Hirte damals dem Spiegel. „Ganz sicher gehört auch der Fraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus dazu.“ Der 52-Jährige - wie Laschet, Merz und Röttgen Nordrhein-Westfale - war auch 2018 eher überraschend zu seinem aktuellen Amt gekommen.

Kanzler-Rennen 2021: Scholz denkt schon laut über das Kabinett nach

Aber auch Olaf Scholz hat natürlich weiterhin Ambitionen auf das Kanzleramt - wenngleich die Umfragewerte seiner Partei diese nicht unbedingt stärken und immer wieder Vorwürfe gegen seine Person aufkommen. Am Freitag dachte der SPD-Kanzlerkandidat dennoch schon einmal laut über ein mögliches Kabinett nach. „Ich gebe hier heute das Versprechen ab: Ein von mir als Bundeskanzler geführtes Kabinett ist mindestens zur Hälfte mit Frauen besetzt“, schrieb er auf Twitter.

Wahrscheinlicher scheint aber, dass sich bei der Bundestagswahl im September 2021 ein neuer Unions-Kanzler auf den Weg ins Amt macht - ob es nun einer aus dem Trio Laschet, Merz, Röttgen oder der Bayer Söder ist. Oder womöglich doch Ralph Brinkhaus. Bei der Sonntagfrage liegt Union laut „Deutschlandtrend“ übrigens weiter vorne - mit 35 Punkten und großem Abstand vor den Grünen. (fn mit Material von dpa) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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